My Learning Story: Mulham Soufi

Ich lerne gerne!

23/04/2020
Mulham Soufi ELB 2

 

Das vierte Ziel der UNO für eine nachhaltige Entwicklung betrifft den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung und lebenslangem Lernen - beides wesentliche Voraussetzungen für einen positiven Wandel in der Welt.

Wir leben in einer Zeit des ständigen, schnellen und tiefgreifenden Wandels, ausgelöst durch den Klimawandel und die digitale Transformation. Um die richtigen Antworten auf neue Fragen zu finden, müssen wir mehr und vielleicht auch anders lernen. Neugier, Kreativität und kritisches Denken sind ebenso wichtig wie Mathematik, IT, Sprachkenntnisse usw.. Wir müssen innovativ und genial sein, um eine gerechte, friedliche und nachhaltige Welt für uns und unsere Kinder zu schaffen.

Lernen braucht gut funktionierende Bildungssysteme, aber es kommt aus dem Inneren des Menschen. Es macht Spass, aber manchmal ist es auch schmerzhaft. In Vorbereitung auf die bevorstehende Veranstaltung "Ethische Führung in der Wirtschaft" im Juni 2020 haben wir verschiedene Menschen aus der ganzen Welt eingeladen, um Geschichten von ihren Lernreisen zu erzählen. Diese Geschichten bieten inspirierende Einblicke und laden uns ein, über unsere Bildung und unser lebenslanges Lernen nachzudenken.

My Learning Story hofft, eine globale Lernerfahrung zu werden, die Menschen auf der ganzen Welt verbindet, indem sie ihre Geschichten über das, was wir alle täglich tun, austauschen: Lernen, um eine bessere Zukunft aufzubauen.

 

Interview mit Mulham Soufi, Entwickler und Student an der Ecole 42 in Lyon


Mulham, Sie sind Student an der Ecole 42 in Lyon. Diese Universität funktioniert anders, weil man voneinander lernt. Was ist die Stärke dieser Uni?

An der Ecole 42 zu studieren lohnt sich, denn man ist nicht nur in der Rolle desjenigen, der empfängt, sondern auch desjenigen, der gibt. Wir sind also keine leeren Behälter, die gefüllt werden müssen, sondern wir können vom ersten Tag an unsere Erfahrungen weitergeben. Man fühlt sich kompetent, positiv und nützlich. Sobald man es schafft, etwas zu erklären, sieht man, dass man den Stoff verstanden hat.

Darüber hinaus sind die Leute an der Uni sehr engagiert und offen. Es gibt nur wenige Einzelkämpferinnen oder Einzelkämpfer. Wir kennen uns sehr gut, was einen guten Zusammenhalt in der Gruppe und beim Arbeiten schafft.


Was mich fasziniert, ist, dass Sie wie in einem Videospiel lernen, nur dass Sie selbst der Avatar sind.

Ja, die Struktur ist wie ein Videospiel gestaltet. Man beginnt bei Stufe Null und Ziel ist es, Stufe 21 (die Hälfte von 42) zu erreichen. Jede Ebene ist immer schwieriger zu erreichen. Das Niveau eines jeden Studierenden kann von allen, die an der Ecole 42 eingeschrieben sind, eingesehen werden, ob hier in Frankreich oder anderswo auf der Welt. Das ist motivierend.


Mulham, woher kommt Ihre innere Motivation zu lernen?

Wenn etwas für mich Sinn macht, dann will ich es lernen.  Auf dem Gebiet der Computerentwicklung möchte ich wissen, wie man Werkzeuge entwickelt, die die Lebensbedingungen der Menschen verbessern können. Zum Beispiel macht es für mich Sinn, eine Website für einen Verein zu entwickeln.


Was sind die Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts?

  • Sich selbst und anderen zuhören
  • Andere ermutigen, das zu tun, was sie gerne tun
  • Sich seiner Handlungen bewusst sein


Was haben Sie aus den Erfahrungen der COVID 19-Pandemie gelernt?

Ich glaube, es hat mir viel Perspektive gegeben. Es ist eine Möglichkeit, festzustellen, wie wir darauf reagieren und die wirtschaftlichen Mechanismen in unserer Gesellschaft sowie das, wovon sie abhängig ist, zu verstehen. Für mich ist es eine Gelegenheit, Schwächen zu erkennen und möglicherweise Lösungen anzubieten. Ich denke, es ist auch eine Möglichkeit, mich in diesen unsicheren Zeiten intelligent zu beschäftigen.


Wer hat Sie am meisten gelehrt?

Meine ehemalige Arbeitgeberin, die ich auch als meine Mentorin betrachte, weil sie mir viel Selbstvertrauen gegeben hat. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich mich entschlossen habe, zu lernen. Sie erklärte mir, warum es wichtig ist, zu lernen und technisches Fachwissen zu besitzen.


Welche Lehren haben Sie aus den Momenten des Scheiterns gezogen?

Die beste Lektion, die ich aus dem Scheitern gelernt habe, ist, dass es nur ein Schritt ist und keines der beiden Endprodukte Scheitern oder Erfolg. Beispiel: Als Entwickler habe ich zu 90% Misserfolge, die restlichen 10% bin ich einfach nur glücklich, mein Programm ausprobieren zu können.


Was hat Sie das Leben gelehrt?

Wie auch immer das Projekt aussieht, man muss sich darauf einlassen und das Sicherheitsnetz entsteht ... man muss sich selbst vertrauen. Ich wusste zum Beispiel nicht, wie man Schlittschuh läuft und eines Tages stand ich allein vor einer Eisbahn auf einem öffentlichen Platz. Also habe ich es ausprobiert und im vergangenen Jahr bin ich dreimal pro Woche Schlittschuh gelaufen und bin ziemlich gut geworden.


Sie haben zweimal am Caux Peace and Leadership-Programm (CPLP) in Caux teilgenommen. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?

In Caux habe ich gelernt, mich für andere zu interessieren. Man begegnet Menschen mit sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Ihre Geschichten motivieren das persönliche Engagement für globale Themen: Frieden, die vierte industrielle Revolution, die Umwelt und so weiter.

 

 

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