Auf Entdeckungsreise in Caux

Von Ornella Nana, Young Ambassadors-Programm 2017

04/05/2018

 

Ornella Nana aus Irland ist 22 Jahre alt und nahm 2017 am Young Ambassadors-Programm des Caux Forum-Events « Damit Europa kein unvollendeter Traum bleibt » teil.

Als ich mich für das Young Ambassadors-Programm (YAP) bewarb, wusste ich nicht so recht, was mich erwartete. Ich stellte mir vor, es würde wie alle anderen Jugendtreffen sein, an denen ich schon teilgenommen hatte – eine Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und mit jungen Menschen aus aller Welt über wichtige Themen zu diskutieren. Aber YAP ist so viel mehr als nur der Versuch, globale Herausforderungen zu lösen und tolle Beziehungen zu anderen jungen Menschen aufzubauen.

Was mir besonders auffiel, war die tiefe Verbindung mit Menschen, deren Geschichten ich sonst nie gehört hätte. Leute hatten Zeit und Raum, frei und ohne Angst, veurteilt oder missverstanden zu werden, ihre Geschichte zu erzählen. Wir hörten ihre Sicht der Dinge, ihre persönliche Erfahrungen und wie sie sich fühlten.

Dies hat mich verändert. Es hat mir geholfen zu sehen, dass wir alle etwas gemeinsam haben, egal wie unterschiedlich unsere Geschichte, unsere Herkunft und unsere Erfahrungen auch sein mögen : Verletzungen, Angst, Enttäuschungen, Vergebung, Verletzlichkeit und sogar Erfolge. All dies sind Faktoren, die uns als Menschen vereinen.

Indem ich die Geschichte anderer Menschen verstand, wurde ich mutiger, meiner eigenen tapfer und ohne Angst vor Versagen ins Auge zu blicken. Ich wurde inspiriert, mir selbst treu zu bleiben und machte mir bewusst, dass ich überall und in allen Phasen meines Lebens etwas bewirken kann. Ich habe gelernt, dass wir uns alle tief im Innern, trotz verschiedener Realitäten und Einstellungen, dieses Gefühls der Verletztlichkeit sind. Und durch dieses Verletztlichkeit finden wir zu unserer grössten Stärke.

Caux war eine einzige grosse Entdeckungsreise ! Man wusste nie, mit wem man frühstücken oder wer  beim Mittag- oder Abendessen neben einem sitzen würde. Die Atmosphâre war so friedvoll und freundlich. Man konnte sich mit älteren Menschen eingehend über ihre Lebenserfahrungen unterhalten oder erstaunliche Geschichten von Gleichaltrigen hören, die bei ihrer Arbeit so viel Mut gezeigt hatten. Am wichtigsten war, dass man selbst andere Menschen durch die eigene Lebensgeschichte und durch die blossen Anwesenheit inspirieren konnte

Eine der erstaunlichsten Gewohnheiten, die ich in Caux eingübt habe, war eine Zeit der Stille am Morgen, um über meinen Tag und mein Leben nachzudenken und mich von einem neuen Tag inspirieren zu lassen, an dem alles noch offen ist. Das Programm hat mich darauf vorbereitet zu führen und hat mich gelehrt, dass Leadership und wahrer Einfluss von innen kommen. Ich habe begonnen zu verstehen, dass jedes Gespräch, das ich führte, wichtig war, weil ich dadurch nicht nur etwas über die andere Person erfuhr, sondern auch etwas davon preisgab, wer ich selbst bin, wo ich stehe und was ich verändern kann.

Ich erkannte, dass es egal ist, wie unbedeutend ich bin. Wenn ich wirklich beginne, in meinem Leben etwas positiv zu verändern, kann dies etwas bewirken. Wenn ich mehr Menschen zum Lächeln bringen möchte. muss ich zuerst selbst lächlen. Wenn ich mehr Frieden möchte, muss ich zuerst mit mir selbst und mit anderen im Frieden leben. Man hat nicht immer Einfluss darauf, wie sich Situationen entwickeln. Aber wenn man beschliesst, sein Leben so gut wie möglich zu leben, kann das mehr Menschen beeinflussen, als man sich vorstellen kann.

Ich bin dankbar dafür, dass es einen Ort in der Welt gibt, wo Menschen neugierig sein dürfen, um etwas über sich selbst und andere zu erfahren und um inneren Frieden zu erfahren.

 

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