Gerechte Regierungsführung für menschliche Sicherheit: Wochenende für Frauen

The Pillar Peacebuilding Approach: 26. - 29. April 2018

06/06/2018

 

Das erste Wochenende für Frauen, organisiert von Gerechte Regierungsführung für menschliche Sicherheit (JGHS), konzentrierte sich auf Frauen als treibende Kraft positiver Veränderungen in ihrem Umfeld. Fünfzehn Frauen nahmen an dem Wochenende teil, das im April 2018 in Caux (Schweiz) stattfand.

Die Frauen befassten sich mit den sechs Pfeilern menschlicher Sicherheit, einem Grundkonzept der Konferenz Gerechte Regierungsführung für menschliche Sicherheit, und deren Bezug auf die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der UNO. Shontaye Abegaz, die Leiterin von JGHS, unterstrich, Frauen seien ein Schlüsselelement zur Umsetzung der sechs Pfeiler. Die sechs Pfeiler umfassen soziale Inklusion, Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit, Heilung von Erinnerungen, inklusive Wirtschaft und gute Regierungsführung.

Das Format des Wochenendes war neu. Jeder Morgen begann mit einer Zeit der stillen Reflexion zu verschiedenen Themen, u.a., wie individuelles Handeln im engeren Umfeld und auf globaler Ebene Veränderungen bewirken kann. Später konzentrierte sich jede Diskussionsrunde auf einen der sechs Pfeiler und dessen Link zu den SDGs.

Bei der Veranstaltung zu Heilung von Erinnerungen sprach beispielsweise eine rumänische Teilnehmerin ernst und zurückhaltend über die gefährlichen Verordnungen, die Frauen unter Ceausescu zwangen, mindestens fünf Kinder zu bekommen. Rund 10 000 Frauen verloren ihr Leben durch stümperhafte Abtreibungen. Die anderen Frauen ermutigten sie, darüber zu sprechen und ein Buch über das Thema zu schreiben.

Während der Veranstaltung zu guter Regierungsführung sprach eine ukrainische Teilnehmerin über die Spannungen, die sie im Zusammenhang mit der Umsetzung von Gesetzen, Frieden und Gerechtigkeit in Institutionen ihres Landes erlebt hatte. Eine ruandische Teilnehmerin lieferte einen erschütternden Bericht über ihre Flucht, als das Land unter dem Völkermord zusammenbrach.

In der Diskussion über soziale Inklusion beschrieb Marianne Spreng aus der Schweiz, die das JGHS-Team beratend unterstützt, die aktuelle Ausgrenzung von Flüchtlingen in der Schweiz als "unangetastetes, strukuriertes Vorurteil". Fiona Goggins, Vorsitzende und Moderatorin des Wochenendes, sprach über das Stigma und den Ausschluss HIV-positiver Frauen an der Elfenbeinküste. Angesichts solch grosser Herausforderungen bot Moderatorin Elizabeth Hall aus persönlicher Erfahrung eine mögliche Lösung: "Wie kann ich diese Situation verbessern? Welche kleine Aktion könnte etwas verändern?"

Was nehmen wir nach unserer Abreise mit zu uns nach Hause? Das Wochenende gab den Frauen Zeit, sich auf eine Weise auszutauschen, die während der geschäftigen Konferenzzeit im Sommer nur schwer möglich ist. Sie assen gemeinsam, tauschten sich bei den Veranstaltungen aus und fuhren inspiriert und mit den notwendigen Tools nach Hause, um die Konferenzteilnehmenden der Juli-Konferenz unterstützen zu können.

Shontaye Abegaz dankte allen, die durch ihre finanzielle Unterstützung das Wochenende möglich gemacht hatten und ausserdem die Sommerkonferenz unterstützen.

Sie lobte ausserdem die hochwertige und gründliche Arbeit des JGHS-Teams und der acht UN-Voluntärinnen und -Voluntäre, die die Sommerkonferenz vorbereiten. Ausserdem ist derzeit ein E-Buch über die direkte Verknüpfung zwischen den sechs Pfeilern und den SDGs in Arbeit. Das E-Buch wird beim Sommerforum eingesetzt und einem breiteren Publikum zur Vefügung stehen.

 

Von Cathy Crétier, Kommunikationsteam IofC Schweiz

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