Eröffnung der Konferenz Gelebter Frieden: 25 Jahre Creators of Peace

Gelebter Frieden - trotz Spaltung und Trennung

06/08/2016
Creators of Peace 2017

 

Die Konferenz "Gelebter Frieden" wurde am 6. August 2016 eröffnet. Männer und Frauen aus 43 verschiedenen Ländern nehmen im Caux Palace daran teil und feiern 25 Jahre Creators of Peace. Dabei ist der Blick sowohl auf die Errungenschaften der Vergangenheit als auch auf die Zukunft der Bewegung gerichtet.

“Wir sind hier in der festen Überzeugung zusammengekommen, dass wir etwas bewegen, dass wir die Welt, in der wir leben, positiv verändern können.", sagte Dr. Gill Hicks, Überlebende der Londoner Bombenattentate bei der Eröffnung. 

Zwei bekannte und ausserordentliche Referentinnen sprachen in der Grossen Halle beim Plenum "Gelebter Frieden - trotz Spaltung und Trennung" zu den Teilnehmenden und Besuchern: Dr. Omnia Marzouk, Präsidentin von Initiativen der Veränderung International, und Dr. Gill Hicks, Überlebende der Londoner Bombenanschläge vom 6. Juli 2005 und Gründerin von M.A.D. for Peace. 

"Tu das, wofür du Leidenschafft verspürst und nimm einen Tag nach dem anderen." - Dr. Omnia Marzouk

“Menschen können in ihrer Umgebung etwas verändern, wenn sie in ihrem Alltag dieselben Werte umsetzen.", sagte Dr. Omnia Marzouk, als sie über ihre Erfahrungen als IofC-Präsidentin und Pädiaterin in einem der grössten Londoner Krankenhäuser sprach, wo sie viele bereichernde Begegnungen mit Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Einstellungen machte. Sie zeigte sich vom weltweit solidarischen Netzwerk, das Creators of Peace (CoP) in den vergangenen 25 Jahren aufgebaut hat, beeindruckt und erklärte, Frieden zu schaffen sei nicht nur eine einmalige Entscheidung im Leben, sondern ein tägliches Engagement und eine fortlaufende Reise.

"Frieden leben bedeutet, ein Vorbild zu sein, sich für andere einzusetzen, Leadership zu geben. Gelebter Frieden ist unsere gemeinsame Verantwortung." - Dr. Gill Hicks

Dr. Gill Hicks erzählte die beeindruckende und inspirierende Geschichte, wie ihre Begegnung mit Terrorismus und die dauerhaften Verletzungen, unter denen sie seit den Londoner Bombenattentaten vom 6. Juli 2005 leidet, ihrem Leben eine andere Richtung und Motivation gaben. Ihr Heilungsprozess ermutigte sie, sich für nachhaltigen Frieden einzusetzen. Diese Erfahrung lehrte sie, Menschen nach ihrer Fähigkeit, in bestimmten Situationen positiv oder negativ zu reagieren, einzuschätzen und danach, wie sie richtige Entscheidungen treffen und reagieren, Angst zuversichtlich überwinden und so viel wie möglich Liebe geben und annehmen. Hicks endete ihre ergreifende Rede mit der Frage ans Publikum: "Braucht es eine Tragödie oder ein Unglück, damit wir uns als Menschen, als Spezie, zutiefst miteinander verbunden fühlen?"

Am selben Tag fand eine bereichernde Veranstaltung mit sieben der Gründungsmitglieder von Creators of Peace statt, die 1991 die erste CoP-Konferenz organisierten, an der 700 Menschen teilnahmen. Ahunna Eziakonwa aus Nigeria, Vijaylakshmi Subarmanyan aus Indien, Paige Chargois und Tata Mbugua aus den USA, Amina Dikedi aus Grossbirtannien, Digna Hitzen aus den Niederlanden und Christiane Garin aus der Schweiz sprachen darüber, wie sie auf regionaler und internationaler Ebene Creators of Peace ins Leben riefen,  über die Schwierigkeiten der Anfangszeit, die erste Konferenz, die sie noch ohne Internet und andere Technologien organisierten, Fundraising und vieles andere mehr.

Als wichtigste Botschaft erklärten die Gründerinnen dem Publikum, sie seien trotz Schwierigkeiten und Entmutigung Schritt um Schritt auf dem Wet zum Aufbau der Bewegung gegangen. Wirkliches Zuhören, Dialoge und gegenseitiges Vertrauen sei es, was den Frauen weiterhelfe und das gegenseitige Engagement und Leidenschaft für einen nachhaltigen Frieden in der Welt ermutige sie.

Am Ende der Veranstaltung wurde in einer wunderschönen Würdigung der CoP-Frauen gedacht, die von uns gegangen sind und es war ein rührender Moment, als Kinder jeder der Gründerinnen extra angefertigte Schals umlegten, die diese dann an alle Frauen der Konferenz als Zeichen der Dankbarkeit und symbolische Stabübergabe an die nächste Generation weiterreichten.

Die Konferenz setzt sich mit der Bedeutung eines "gelebten Friedens" auseinander und ist eine Plattform zum Austausch spannender Geschichten von Frauen im Einsatz für den Frieden rund um den Globus.
 

 

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