« Solidarität, Dialog und Toleranz zwischen Nationen : Auf dem Weg zu einer Kultur des Friedens. «

UN-Bibliothek, 16. November 2018

21/01/2019

 

Initiativen der Veränderung, Preisträger des Ousseimi-Preisses für Toleranz 2014 , wurde am Internationalen Tag für Toleranz eingeladen, an einer Podiumsdiskussion der UN-Bibliothek in Genf zum Thema “Solidarität, Dilaog und Toleranz zwischen den Nationen: Auf dem Weg zu einer Kultur des Friedens” teilzunehmen.  

Das Event wurde von Sigrun Habermann von der UN-Bibliothek Genf moderiert und zeigte verschiedene Perspektiven zur Bedeutung des Multilateralismus und des Beitrags der internationalen Solidarität zu einer gerechteren und inklusiveren Welt auf. Anschliessend folgte eine lebhafte Diskussion mit den Podiumsteilnehmenden und dem Publikum über Toleranz und darüber, wie und ob wir diese erreichen können.

Erzbischof  Silvano Tomasi, Autor und ehemaliger ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO in Genf, präsentierte sein Buch “Der Vatikan in der Staatengemeinschaft: Diplomatische Aktionen der UNO und anderer internationalen Organisationen in Genf”. Er hofft, das Buch werde die internationale Gemeinschaft beim “Aufbau von Brücken anstatt Mauern” unterstützen.  

Botschafterin Elayne Whyte Gómez, ständige Vertreterin von Costa Rica bei der UNO in Genf, sprach über Costa Ricas Bemühungen zum Aufbau einer inklusiveren Gesellschaft und wie ihr Land versucht, sich für diejenigen einzusetzen, die meist diskriminiert werden. Sie argumentierte ausserdem, wir sollten uns vom Konzept der Toleranz loslösen und uns um Verständnis und Verstehen bemühen, vor allem in einem Zeitalter, in dem wir stärker miteinander vernetzt seien als früher.

Victor Bampoe, Direktor der UN-Programmes über HIV/AIDS bei UNAIDS, sprach über die intrinsische Notwendigkeit einer internationalen Solidarität im Bereich Gesundheit. “AIDS kennt keine Grenzen. Um AIDS auszurotten, müssen wir zusammenarbeiten.”

Rainer Gude, Vertreter von Initiativen der Veränderung, sprach über die Erfahrungen von IofC und den Einsatz für Toleranz, ohne diese jemals wirklich bewusst in den Mittelpunkt zu stellen. “Menschen – und eine Gesellschaft – die toleranter sind, sind schlicht und einfach das Nebenprodukt inspirierender Menschen, die andere ausrüsten und verbinden, um die Veränderung zu sein, die sie in der Welt sehen möchten.” Er sagte, Toleranz sei wichtig, jedoch mehr als Ausgangspunkt zu sehen, eine Fundierung oder gar ein Sicherheitsnetz. Seiner Meinung jedoch sei es wichtiger, über Toleranz hinauszugehen: “Wer will schon nur toleriert werden? Wir alle wollen wahrscheinlich lieber akzeptiert, verstanden und geliebt werden.”

Die Diskussion war anfangs praktisch orientert, wandte sich jedoch anschliessend sehr philosophischen Konzepten zu, wie der Goldenen Regel, die allen Religionen zu Grunde liegt: “Behandle andere, wie du selbst behandelt werden möchtest.” Sogar die drei bekannten Schlagwörter der französischen Revolution “Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit” wurden diskutiert und die zunehmende Bedeutung von Gleichheit und Freiheit in der Geschichte.

Rainer Gude sprach abschliessend über eine Rückkehr des Konzepts der “Brüderlichkeit”. “Wenn wir wahre Toleranz erreichen wollen, müssen wir darüber hinausgehen. Hier kann Brüderlichkeit helfen. Bisher haben wir gesehen, wie Gleichheit und Freiheit vom Kommunismus und dem Neoliberalismus ins Extrem getrieben wurden und niemand konnte seine Versprechen umsetzen.”

Er erklärte, wenn nur das eine oder das andere angestrebt werde, führe dies immer zu einem gewissen Grad an Unterdrückung und Ausgrenzung. In einer Familie jedoch seien Brüder und Schwestern sowohl gleich als auch frei. Daher sei es Zeit, “Brüderlichkeit zurückzubringen”. Dies könne helfen, zum Aufbau einer toleranteren Welt beizutragen.

Die UNESCO-Prinzipien über Toleranz wurden am 16. November 1995 verabschiedet.  

 

 

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