Iman Al Ghafari: Das Individuum als Ausgangspunkt in Syrien

CDLS-Erfolgsgeschichten

08/05/2019
Iman Al Ghafari

Iman Al Ghafaris Karriere drehte sich lange darum, in Syrien Frieden zu stiften. Sie ist bereits seit einigen Jahren bei Initiativen der Veränderung engagiert und leitet die Creators of Peace-Friedenskreise in ihrem Heimatland Syrien und im Libanon mit der Unterstützung von IofC Kanada und IofC Libanon. Sie lebt in Damaskus, wo sie als Lehrerin arbeitet.

 

Iman hat lange darüber nachgedacht, wie IofC Creators of Peace-Friedensstifterinnen in Syrien tätig werden könnten. 2018 hat sie zum ersten Mal am Caux-Dialog über Land und Sicherheit (CDLS) teilgenommen. Der Fokus auf den Zusammenhang zwischen Frieden und Renaturierung hat Iman inspiriert.

 

Als sie den Rednerinnen und Rednern beim CDLS zuhörte, erinnerte sie sich an eine Frage, die sie sich schon länger stellte: „Warum lässt Gott Kriege und Naturkatastrophen zu?“ Ihre Antwort darauf: Damit wir nach einer Lösung suchen. Denn Imam glaubt, dass wir daran wachsen, Lösungen zu suchen, dabei lernen und Gottes Schöpfung erkennen.

Sie verliess Caux voller Enthusiasmus und Hoffnung und konnte dies an Frauen in Syrien weitergeben, die ihre Friedenskreise besuchten. In diesem Rahmen können Frau zusammenkommen und ihre politischen Differenzen aussen vor lassen. Die Teilnehmerinnen treffen sich als Menschen und Schülerinnen, die ihr eigenes und das Leben anderer verbessern wollen. Und sie wollen dabei auch Spass haben. Am Ende jeden Programms werden die mitgebrachten Speisen gemeinsam gegessen und es gibt Musik. Sie sagt: „Zeit in stiller Reflexion zusammen zu verbringen, ist wichtig. Wir hören tief in uns hinein und teilen ganz frei und offen unsere Gefühle. Das bedeutet viel.“

Ein weiteres Ergebnis des CDLS ist eine Jugendgruppe, die Iman mit einigen Jugendlichen aus Syrien etabliert hat, die sie in Caux getroffen hat. Iman glaubt, dass junge Menschen, wenn sie Sicherheit erfahren und Hoffnung haben, lernen können, wie sie ihre Bildung richtig einsetzen und selbst zu Friedensstiftern werden statt Kriege zu provozieren. Die Gruppe trifft sich ein Mal im Monat und ist von sieben auf vierzehn Mitglieder angewachsen. Bei jedem Treffen widmen sich diejenigen, die in Caux waren, der stillen Reflexion und es kommt zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Hoffnung ist bei der Arbeit von Iman entscheidend. Sie glaubt, dass Hoffnung und Sicherheit in schwierigen geopolitischen Situationen zu Leidenschaft führen kann und den Willen zum Lernen und die Kreativität fördert.

„Es ist schwer, das eigene Land leiden zu sehen“, sagt Iman. „Es bricht mir das Herz. Aber es ist ein Segen und eine Ehre, dass Gott mir die Möglichkeit gegeben hat, Frieden zu stiften. Wir haben die Wahl: Entweder wir schüren Hass und Groll und schicken Menschen in den Krieg oder wir schaffen Frieden. Ich danke Gott jeden Tag, dass ich Menschen heilen, ihnen bei der Suche nach einem sicheren Ort helfen kann, an dem sie einander lieben und ihre Leben wieder aufbauen können. Wenn wir bei dem Einzelnen beginnen und ihn stark machen, können wir Syrien wieder aufbauen. Das ist die Hoffnung, die ich habe.“

 

ILLP möchte die Zusammenhänge zwischen Landverödung und menschlicher Sicherheit aufdecken, das nötige Vertrauen für eine effektive Zusammenarbeit vor Ort sowie für „Partnerschaften für Land und Frieden“ schaffen. Als Teil von Initiativen der Veränderung International inspiriert, befähigt und vernetzt es Menschen, um Lösungen für die Probleme der Welt zu finden. Ausgangspunkt ist dabei jeder einzelner Menschen.

Neben anderen Aktivitäten organisiert ILLP jedes Jahr gemeinsam mit Initiativen der Veränderung, der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) und dem Weltnaturschutzbund (IUCN) im schweizerischen Caux den Caux-Dialog über Land und Sicherheit.

Dabei ist der CDLS mehr als nur ein alljährlicher Dialog. Er ist der Mittelpunkt eines wachsenden Netzwerks von Praktikerinnen und Praktikern, die sich vor Ort für alle Bereiche menschlicher Sicherheit und der Renaturierung von Ökosystemen einsetzen. Die Mitglieder des Netzwerks unterstützen einander, tauschen sich aus und arbeiten zusammen.

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