
SofI 2015: Einblicke in "Quellen der Inspiration"
09/08/2015QUELLEN DER INSPIRATION - EINBLICKE
Während ich von meinem Balkon aus den Sonnenuntergang über dem Genfersee und den Bergen beobachte, spüre ich ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. Meinem Leben.
Bevor ich im Caux-Palace ankam, war ich ein wenig skeptisch. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde bei meinem ersten Besuch. An einem Ort mit atemberaubendem Ausblick und anscheinend unendlicher Natur verspürte ich Platzangst. Ich wollte weg. Ich fühlte mich unbehaglich, wusste aber nicht wieso. Die Menschen, die ich kennenlernte, waren anders. Normalerweise hätte ich sie als komisch oder seltsam eingestuft. Am folgenden Tag, nach unserer ersten Plenarsitzung, wurden wir aufgefordert, uns eine neue Sichtweise anzueignen, die Wertungen in Neugierde umzuwandelt. Ich fragte mich, wieso ich mich so fühlte und warum ich so dachte.
Bald erkannte ich aber, dass die anderen um mich herum nicht seltsam oder komisch waren. Sie waren eigentlich nur offene, liebvolle, menschliche Individuen. Sie hatten keine Angst, sich selbst zu sein. Das beängstigte mich und löste Neid in mir aus. Ich unterhielt mich mit Menschen – alt und jung – unterschiedlichster Herkunft. Sie akzeptierten sich selbst ganz offen: ihre Identität, ihre Herausforderungen im Leben. Sie waren bereit, über sich zu sprechen und sich verletzlich zu zeigen.
Dies zu beobachten, berührte in mir etwas sehr Tiefes und teils auch etwas Schmerzhaftes. Ich fragte mich: Hab ich Angst, ich selbst zu sein? Was bedeutet es überhaupt, dieses „ich zu sein“? Damit fing für mich eine Reise voller Neugier an, darüber nachzudenken, wer ich eigentlich wirklich bin und wer ich sein will. Ich wurde ermutigt, in mir selbst etwas zu verändern - viel zu verändern - damit ich endlich mein volles Potenzial ausschöpfen kann und aufhöre, mich von meiner Angst gefangennehmen zu lassen. Eine Angst, die oberflächlich betrachtet, zu Wertungen über andere und mich selbst geführt hatte.
Yasmine Kamel
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Die CATS-Konferenz setzte sich am Freitag mit zwei moralischen Dilemmen bei der Umsetzung von Kinderrechten auseinander, die sich bei der Diskussion mit den Teilnehmenden herauskristallisiert hatten. Das erste Dilemma befasste sich Mithilfe im Haushalt und Schulaufgaben in Afrika, das zweite Problem bezog sich auf Strafen für Kinder, die sich zu viel engagieren.

Nachdem regionale Zeitachsen zusammengestellt wurden, ergriffen sowohl Erwachsene wie auch Kinder das Wort und präsentierten die Rechte von Kindern in ihren Ländern oder Regionen. Einige waren entsetzt darüber, dass körperliche Züchtigung in vielen Teilen der Welt vor noch nicht allzu langer Zeit erlaubt war. In 19 US-Staaten ist sie immer noch nicht verboten. Gerison Lansdown, international aktive Beraterin für Kinderpartizipation und Leiterin des Workshops «General Comment on Adelescents», sprach in ihrem Beitrag über die Notwendigkeit einer weltweiten Abschaffung körperlicher Bestrafung. Sie betonte, die meisten Länder hätten Rechte, Kinder gegen solche Misshandlungen zu schützen. Allerdings mangele es an Massnahmen, diese Regelungen umzusetzen.
Das Konzept der «menschlichen Bibliothek» beinhaltet die Verwandlung von Menschen in «Bücher», die ihre persönliche Geschichten erzählen. Die Zuhörer bilden die «Leser», die den Erzählungen folgen. Mit dem Austausch persönlichen Geschichten entsteht eine tiefere Verbindung zwischen den Teilnehmenden. Aus der Geschichte entsteht eine gemeinsame Energie und ein Gefühl der Solidarität.
