CDLS 2015: Beziehungen und die Kunst, Vertrauen aufzubauen
14/07/2015Der vierte Tag des „Caux-Dialogs über Land und Sicherheit“ beschäftigte sich mit dem Thema „Vertrauen aufbauen für Zusammenarbeit – eine Voraussetzung für verstärkte Renaturierung“. Die Hauptfrage, die sich während der Plenarsitzung stellte, war: „Was kann durch die Festigung von Beziehung, die für Regierungsführung und Frieden notwendig sind, erreicht werden?“ Die Redner der Sitzung befassten sich verstärkt mit der sozialen Dimension von Renaturierung und nachhaltigem Landmanagement.
Hauptredner der Sitzung war Joseph Montville, Direktor des Programms zur Heilung geschichtsbedingter Erinnerungen am Institut für Konfliktanalyse und -resolution an der George Mason-Universität. Er erklärte den Nutzen der politischen Psychologie in der Auseinandersetzung mit Beziehungen bei Land- und Sicherheitsfragen. Laut Montville liegt einer der Hauptvorteile für unterschiedliche Gruppierungen, die Verlust erlebt haben, in einer engen Zusammenarbeit bei Land-, Wasser- und Nahrungsprojekten. Diese seien für alle, auch für ihre Kinder, von grossem Vorteil und ein echter Anreiz, sich für psychologischen, spirituellen und finanziellen Erfolg einzusetzen.
Nach seiner Rede folgte eine Podiumsdiskussion. Youssif El Tayib, Exekutivdirektor der „Darfur Development and Reconstruction Agency“ (DDRA), berichtete, wie in Darfur „viele Gruppen örtliche Umweltkommissionen gegründet haben. Sie haben für ihre Arbeit Vertrauen geschaffen und setzen sich jetzt auch für andere Belange ein.“ Daphrose Ntaratazi von Creators of Peace-Friedensstifterinnen International und der englische Pfarrer Jeremy Ive sprach über ihre Erfahrungen bei gemeindezentrierten Friedensinitiativen in Burundi und Südafrika. Suhas Wani, Direktor am ICIRSAT-Entwicklungszentrum, betonte am Ende der Plenarsitzung die Notwendigkeit zum Aufbau von Vertrauen zwischen alle Sektoren.
Die Plenarsitzung am Morgen wurde mit einer Buchpremiere abgeschlossen. Ilan Chabay vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, stellte das neue Buch „Land Restoration: Reclaiming Landscapes for a Sustainable Future“ (Renaturierung: Land für eine nachhaltige Zukunft wiederaufforsten) vor. Das Buch entstand aus einer Diskussion, die im Rahmen eines früheren „Caux-Dialogs über Land und Sicherheit“ stattgefunden hatte und Mitglieder des Organisationsteams hatten bei der Zusammenstellung des Buches mitgearbeitet.
Am Abend fanden zwei Aufführungen statt. Der „Caux-Dialog über Land und Sicherheit“ und das Caux-Künstlerprogramm inszenierten das Musical „The Apple Tree“, eine lustige Nacherzählung der Geschichte von Adam und Eva, die auf einer sentimentalen Note endete. Nach dem Musical erfolgte die Weltpremiere des Films „Ethiopia Rising“. Die Vorführung fand am 30. Jahrestag des Live Aid-Konzertes statt, das damals Spenden für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien gesammelt hatte. Der Film sprach viele Zuschauer an und viele kauften zur Unterstützung der Filmemacher im Anschluss die DVD.
































Nach der Plenarsitzung folgte ein besonderer Workshop mit Martin Frick, Direktor der Abteilung Energie, Klimawandel und Pacht der FAO. Er erklärte den Teilnehmenden, angesichts der gegenwärtigen Lebensmittelproduktion könnten „250 Millionen Amerikaner weitere 250 Millionen Menschen ernähren“. Mit dieser Aussage unterstrich er die fundamentalen Probleme von Versorgungsketten. Während John Schluter, Geschäftsleiter von Café Africa International, auf öffentlich-private Partnerschaften und die Signifikanz von „Vertrauen und gegenseitiger Rechenschaftspflicht“ einging, veranschaulichte Martin Keulertz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Environmental Governance Research Group an der Humboldt-Universität in Berlin, wie Wasser Wert zugetragen werden kann.


















Armenier und Türken kamen zusammen, um gemeinsam die Überwindung der Feindseligkeit zwischen ihren Völkern, die aufgrund ihrer schwierigen Geschichte entstanden waren, zu diskutieren. Der Dialog war intensiv und ein nächstes Treffen in der Türkei wurde geplant. Die Vorführung eines Films, der sich mit dem Krieg im Osten der Ukraine befasst, führte zu einer bewegenden Entschuldigung durch den bekannten russischen Historiker Andrei Zubov an die ukrainischen Teilnehmenden. Professor Zubov wurde vom Moskauer Institut für Internationale Beziehungen entlassen, nachdem er einen Artikel veröffentlichte hatte, der die russische Besetzung der Krim verurteilte.


Der somalische Unterhausabgeordnete Mohammud Gure erklärte, Frieden sei das wertvollste Gut der Menschheit und teilte seine eigenen Erfahrungen aus Verhandlungen zwischen rivalisierenden Gruppierungen in Somalia: „Vertrauensbildung fängt schon lange vor den Verhandlungen an.“
