Gedenktag für Atomwaffenopfer 2026: Wenn Atomwaffenopfer die Welt warnen, muss die Welt zuhören

Ein Blog von Ignacio Packer, Geschäftsführer von Caux Initiativen der Veränderung

06/03/2026
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Ein Blog von Ignacio Packer, Geschäftsführer von Caux Initiativen der Veränderung

 

Jedes Jahr am 1. März begehen die Marshallinseln den Gedenktag für Atomwaffenopfer, um jener Menschen zu gedenken, die zwischen 1946 und 1958 von Atomtests betroffen waren. In diesem Jahr veranstaltete die Ständige Vertretung der Republik Marshallinseln zusammen mit der Stiftung Caux und dem Ökumenischen Rat der Kirchen am 6. März 2026 im Maison de la Paix in Genf eine Gedenkfeier.

Anlässlich des 72. Jahrestags des Castle Bravo-Atomtests – der stärksten jemals von den Vereinigten Staaten gezündeten Atomwaffe – wurden bei der Veranstaltung in Genf die anhaltenden Folgen der 67 Atomtests auf den Marshallinseln für Mensch, Umwelt und nachfolgende Generationen hervorgehoben. Unter dem Motto „Añin Jitbon Mar” (Spiritueller Ruf unserer Inseln) rief die Gedenkfeier zu globaler Solidarität bei der Bewältigung der Folgen der Atomtests und der Verfolgung nuklearer Gerechtigkeit auf.

Im Anschluss an die Veranstaltung schrieb Ignacio Packer, Geschäftsführer der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung, über seine Gedanken über die eindringliche Warnung der Überlebenden der Atomtests und deren Bedeutung für die heutige Welt:

 

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Heute habe ich mehr zugehört als gesprochen.

Es war der Gedenktag für die Opfer von Atomwaffen, bei der Gedenkfeier in Genf am 6. März. Der Raum war nicht mit politischer Rhetorik gefüllt, sondern mit Stimmen, die Erinnerungen transportierten – Erinnerungen an die Atomtests auf den Marshallinseln und an die Generationen, die noch immer mit deren Folgen leben.

Es gibt Momente im internationalen Genf, in denen man erkennt, dass Diplomatie und Menschlichkeit auf sehr persönliche Weise miteinander verflochten sind. Für mich war dies einer dieser Momente.

Zwischen 1946 und 1958 wurden auf den Marshallinseln 67 Atomwaffen gezündet. Für viele von uns gehören diese Zahlen in die Geschichtsbücher. Für die Marshalles.inn.en gehören sie zu ihren Familiengeschichten – zu Krankheiten, zu Ländern, in die sie nie zurückkehren konnten, und zu einer Beziehung zum Meer und zum Land, die tiefgreifend gestört wurde.

Heute haben wir diesen Stimmen zugehört. Und sie sprachen nicht nur über die Vergangenheit.

Sie warnten die Welt.

Es gibt Momente (...), in denen man erkennt, dass Diplomatie und Menschlichkeit auf sehr persönliche Weise zusammenkommen.

Nuclear Victims Remembrance Day 2026
Ignacio Packer bei der Veranstaltung in Genf (Foto: E. Brenot)

 

Ich wurde 1962 geboren, auf dem Höhepunkt der Spannungen um die Berliner Mauer und die Kubakrise, als der Kalte Krieg die Menschheit erschreckend nahe an eine nukleare Katastrophe brachte. Für meine Generation war die nukleare Bedrohung Teil des Hintergrundrauschens unserer Kindheit – etwas, von dem wir hofften, dass es mit dem Ende des Kalten Krieges allmählich verblassen würde.

Eine Zeit lang schien es so, als wäre dies der Fall.

Jüngste Einschätzungen der Vereinten Nationen und führender Forschungsinstitute warnen jedoch davor, dass die Welt möglicherweise in die gefährlichste nukleare Phase seit Jahrzehnten eintritt. Konflikte verschärfen sich, Rüstungskontrollvereinbarungen werden geschwächt und Atomwaffenarsenale weiter ausgebaut.

Allein in der vergangenen Woche haben sich Kriege dramatisch verschärft. Die globalen Spannungen nehmen weiter zu. Die Sprache der Atomwaffen ist in den internationalen Diskurs zurückgekehrt.

Als ich heute den Überlebenden zuhörte, musste ich unweigerlich an die Welt denken, die jüngere und zukünftige Generationen erben werden. Ich bin Vater von drei wunderbaren jungen Erwachsenen, die heute zwischen 27 und 32 Jahre alt sind. Wie viele Eltern hoffe ich, dass sie in einer Welt leben werden, in der die Lehren der Vergangenheit gelernt und nicht vergessen wurden.

Aber Hoffnung allein reicht nicht aus.

Was mich bei der heutigen Gedenkfeier am meisten beeindruckt hat, war die Würde, mit der die Überlebenden gesprochen haben. In ihren Worten lag keine Wut. Stattdessen war Entschlossenheit zu spüren – eine stille Mahnung, dass Atomwaffen keine abstrakten geopolitischen Instrumente sind. Sie sind Instrumente, die Menschen und ganze Ökosysteme unermessliches Leid zufügen können.

Die Überlebenden verstehen diese Realität besser als jeder andere. Und wenn Überlebende sprechen, wird die Menschheit nicht nur dazu aufgefordert, sich zu erinnern, sondern auch daraus zu lernen.

Wenn Überlebende sprechen, wird die Menschheit nicht nur dazu aufgefordert, sich zu erinnern, sondern auch daraus zu lernen.

Nuclear Victims Remembrance Day 2026
Von links nach rechts: Selina Leem, Aktivistin, Nukleare Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit I John Taukave, Pazifische Kulturwissenschaften, Doktorand, Universität Amsterdam I Botschafterin Doreen de Brum, Vertreterin der Marshallinseln in Genf (Fotos: E. Brenot)

 

Ich bin mir zudem bewusst, dass ich diese Worte aus einem privilegierten Teil der Welt schreibe, in dem Frieden und Stabilität oft als selbstverständlich angesehen werden. Doch im Laufe der Jahre hatte ich als humanitärer Helfer das Privileg, Menschen aus vielen Teilen der Welt zu treffen – Gemeinschaften, die Konflikte, Vertreibung, Ungerechtigkeit und aussergewöhnliche Widerstandsfähigkeit erleben.

Diese Begegnungen verändern die Sicht auf die Welt. Sie erinnern daran, dass unser Planet in hohem Masse voneinander abhängig ist. Das Leid einer Region ist niemals wirklich isoliert vom Rest der Menschheit.

Heute, da sich im Nahen Osten ein verheerender Krieg abspielt und an anderen Orten geopolitische Spannungen zunehmen, ist die Warnung der Überlebenden des Atomkriegs schmerzlich aktuell. Ihre Botschaft ist nicht ideologisch. Sie ist zutiefst menschlich.

Erinnert euch daran, was geschehen ist. Versteht die Konsequenzen. Wählt einen anderen Weg.

Bei der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung glauben wir, dass Frieden mit dem Mut zum Zuhören beginnt – insbesondere wenn die Geschichten, die wir hören, unsere Komfortzone herausfordern.

Letzten Sommer haben wir in Caux oberhalb von Montreux, im historischen Caux Palace, eine Ausstellung mit Zeichnungen von Kindern aus dem Pazifik gezeigt, die von Atomtests betroffen sind. Mehr als 800 Besucher.innen kamen, um die Ausstellung zu sehen. Viele erfuhren zum ersten Mal von der Geschichte der Marshallinseln.

Kinder drücken die Wahrheit oft mit bemerkenswerter Klarheit aus. Ihre Zeichnungen sprachen von Verlust, aber auch von Hoffnung. Sie erinnerten uns daran, dass Erinnerung zu einer Kraft für Verantwortung werden kann.

Wir glauben, dass Frieden mit dem Mut zum Zuhören beginnt – insbesondere wenn die Geschichten, die wir hören, unsere Komfortzone herausfordern.

Nuclear Victims Remembrance Day 2026 expo Caux 2025
Auszüge aus Bildern von marshallischen Kindern bei der Ausstellung in Caux im Jahr 2025

 

In diesem Jahr feiert die Stiftung Caux ihr das 80-jährige Bestehen und Caux als Ort, der sich der Vertrauensbildung und Versöhnung widmet. In diesen acht Jahrzehnten haben sich Menschen aus aller Welt dort versammelt, um sich mit schwierigen Erlebnissen auseinanderzusetzen und Vertrauen über Grenzen hinweg wiederaufzubauen.

Die Stimmen, die wir heute gehört haben, gehören zu derselben Reise. Es sind keine Stimmen der Anklage. Es sind Stimmen der Warnung – und der Hoffnung.

In einer Welt, in der immer wieder Kriege ausbrechen und das Misstrauen zwischen den Nationen wächst, erinnern uns die Zeugnisse der Überlebenden von Atomwaffen an etwas Wesentliches: Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Krieg. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, die wir individuell und gemeinsam treffen.

Die Entscheidung, zuzuhören. Die Entscheidung, sich zu erinnern. Die Entscheidung, verantwortungsbewusst gegenüber zukünftigen Generationen zu handeln.

Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Krieg. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, die wir individuell und gemeinsam treffen.

Nuclear Victims Remembrance Day 2026
Jennifer Philpot Nissen, Menschenrechte und Abrüstung, vom Ökumenischen Rat der Kirchen (Foto: E. Brenot)

 

Als Vater, als Humanist und einfach als Bürger dieses fragilen Planeten kann ich diese Stimmen nicht hören, ohne mir eine einfache Frage zu stellen: In einer Welt, in der Kriege um sich greifen, nukleare Risiken steigen und das Misstrauen zwischen den Nationen wächst - was muss jede.r von uns ijetzt tun, um die Zukunft unserer Kinder zu schützen?

Die Überlebenden der Marshallinseln fordern uns auf, ehrlich über diese Frage nachzudenken. Ihr Appell richtet sich nicht nur an Regierungen.

Er richtet sich an uns alle.

Lesen Sie Ignacios Rede vom 6. März 2026

 

Die Stimmen der Überlebenden fordern uns nicht nur auf, über die Zukunft nachzudenken, die wir gestalten. Sie erinnern uns auch daran, dass Demokratie, Frieden und menschliche Sicherheit Mut, Dialog und Verantwortung erfordern. In diesem Sommer wird das Caux Forum für Demokratie (22. bis 26. Juni) Menschen aus der ganzen Welt in Caux zusammenbringen, um sich mit der Frage von Hoffnung, Heilung und menschlicher Sicherheit auseinanderzusetzen.

Machen Sie mit und seien Sie mit dabei – erfahren Sie mehr und melden Sie sich jetzt an.

 

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Ignacio Packer ist Geschäftsführer der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung, einer Schweizer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung von Vertrauen, ethischem Leadership, nachhaltigem Leben und menschlicher Sicherheit einsetzt. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der humanitären und Entwicklungsarbeit war er bei der Europäischen Bank für Lateinamerika und anschliessend bei KPMG tätig, bevor er über 25 Jahre lang eine anerkannte Führungsrolle in NGOs und internationalen Allianzen übernahm. Als Experte für Menschenrechte und soziale Fragen setzt er sich insbesondere für den Schutz von Migrant.inn.en und Flüchtlingen, vor allem von Kindern und Jugendlichen, ein.

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Gedenktag für Atomwaffenopfer 2025: Aufruf zu Gerechtigkeit und Zusammenarbeit

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Gerecht führen: Wo soziale Gerechtigkeit beginnt

Ein Blog von Ignacio Packer, Geschäftsführer Caux Initiativen der Veränderung

19/02/2026
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Ein Blog von Ignacio Packer, Geschäftsführer Caux Initiativen der Veränderung

 

In der heutigen Welt bedeutet führen, sich in einer Welt der Unsicherheit, des raschen Wandels und steigender menschlicher Erwartungen zurechtzufinden. Zwischen wirtschaftlicher Leistung und sozialer Verantwortung spüren viele Führungskräfte eine neue, oft stille, aber sehr reale Spannung. Anlässlich des Internationalen Tages der sozialen Gerechtigkeit und im Anschluss an jüngste Gespräche mit Unternehmensleiter.inne.n in Caux reflektiert Ignacio Packer, Geschäftsführer der Stiftung Caux, darüber, was es in unserer Zeit bedeutet, gerecht zu führen. Eine Einladung, die Rolle von Leadership in einer sich wandelnden Welt aus einer gewissen Distanz zu betrachten.

Am 13. Februar sprachen wir im Caux Palace mit Führungskräften von Unternehmen über ein Paradoxon, das fast schon alltäglich geworden ist: Ihre Unternehmen halten noch durch... aber ihre Teams sind erschöpft.

Am Anfang sprach niemand über KI.

Wir sprachen über schwierige Vorstandssitzungen. Über kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwar nicht kündigen, aber auch keine Vorschläge mehr machen. Über wirtschaftlich richtige Entscheidungen, die ein diffuses Unbehagen hinterlassen.

Und irgendwann fasste ein Geschäftsführer zusammen, was viele dachten: „Ich muss mein Unternehmen umgestalten, aber ich möchte nicht derjenige sein, der Menschen verletzt. »

Dieser Satz steht für mich im Mittelpunkt des Welttags der sozialen Gerechtigkeit, den wir am 20. Februar begehen. Heute spielt sich soziale Gerechtigkeit nicht mehr nur in Gesetzen oder Umverteilung ab. Sie spielt sich in den täglichen Entscheidungen Tausender Führungskräfte ab. Sie spielt sich in ganz konkreten Entscheidungen ab: umstrukturieren, automatisieren, Stellen abbauen, zusätzliche Anstrengungen verlangen ... oder abwarten.

Heute spielt sich soziale Gerechtigkeit in den täglichen Entscheidungen der Führungskräfte ab.

Blog Ignacio social justice 13 fév 2026
Ignacio Packer (rechts) am 13. Februar mit Führungskräften von KMU im Caux Palace

 

Eine neue stille Verantwortung

Heute erleben viele Führungskräfte dieselbe Spannung. Auf der einen Seite: Kosten, Fachkräftemangel, Marktinstabilität, KI. Auf der anderen Seite: menschliche Erschöpfung, Sinnverlust, brüchiges Engagement. Schweizer Versicherungen bestätigen dies: Erschöpfung ist zu einer der Hauptursachen für Langzeitabwesenheiten geworden.

Aber Führungskräfte haben nicht den Luxus, abzuwarten. Und genau hier vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel.

Unternehmen sindnicht mehr nur mit einer Wirtschaftskrise konfrontiert, sondern befinden sich am Scheideweg technologischer, sozialer, ökologischer und menschlicher Veränderungen. In diesem Zusammenhang bedeutet Leadership nicht mehr nur, eine Organisation zu optimieren. Es geht darum, in Zeiten der Unsicherheit Kurs zu halten, ohne dabei Menschen auf der Strecke zu lassen.

 

KI verändert weniger die Arbeit ... als die Rolle der Führungskräfte

Es wird viel darüber gesprochen, was KI ersetzen wird. Aber die eigentliche Frage lautet: Wer trägt die menschliche Verantwortung für die von Maschinen optimierten Entscheidungen? KI wird besser analysieren. Sie wird oft schneller und wirtschaftlich gerechter entscheiden. Aber eine Frage bleibt menschlich:

Ist diese Entscheidung für die betroffenen Personen gerecht?

Die Rolle von Führungskräften wandelt sich damit vom Leistungsmanager bzw. der -managerin zum Architekten oder der Architektin menschlicher Lebenswege.

Führen bedeutet nicht mehr nur, eine Organisation zu optimieren. Es geht darum, in Zeiten der Unsicherheit Kurs zu halten, ohne dabei Menschen auf der Strecke zu lassen.

Blog Ignacio social justice 13 fév 2026
Ignacio Packer (rechts) im Gespräch mit Teilnehmenden der KMU-Veranstaltung

 

Was wir in Caux verstanden haben

Nach mehreren Gesprächen mit Führungskräften wurde eines deutlich: Das Problem ist nicht in erster Linie technischer Natur. Es ist innerlich.

Viele wissen, was zu tun ist, zögern aber, wie sie es tun sollen, ohne Vertrauen zu zerstören. Was fehlt, ist kein Werkzeug. Es ist ein Raum, um klar zu denken. Ein Raum, in dem man aus dem Notfallmodus herauskommen und wieder voll verantwortlich werden kann.

 

Eine Erfahrung, keine Schulung

Aus diesem Grund haben wir mit Chemin 28 ein Immersionsprogramm in Caux vom 28. bis 30. Oktober 2026 konzipiert, um uns mit der Frage zu befassen, wie man im Zeitalter der künstlichen Intelligenz mit Menschlichkeit führen kann.

Diese Entscheidung steht in einer langen Tradition: Seit 1946 ist der Caux Palace ein internationaler Ort des Dialogs und der Reflexion über Ethik, Verantwortung und die Rolle von Entscheidungstragenden. Von den Grundsätzen für Unternehmen, die 1994 vom Runden Tisch von Caux ins Leben gerufen wurden, bis hin zu den aktuellen Programmen zu ethischem Leadership und menschenzentrierter Wirtschaft begleitet dieser Ansatz seit Jahrzehnten diejenigen, die den Menschen als Schlüssel zu nachhaltiger Leistung sehen.

Es geht nicht darum, sich KI anzueignen, sondern zu lernen, wie man Entscheidungen trifft in einem Kontext ständiger Veränderung. Eine Zeit, um wieder zu seinem inneren Kompass zu finden, zu verstehen, was sich weiterentwickeln muss und was geschützt werden muss, Leistung und Würde in Einklang zu bringen und zu transformieren, ohne zu verraten.

Führungskräfte bei diesem Event kommen nicht, um Rezepte zu suchen. Sie kommen, um wieder sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Denn im Grunde beruht nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit heute auf einer seltenen Eigenschaft: der Fähigkeit, eine Organisation weiterzuentwickeln, ohne Ungerechtigkeit zu schaffen.

 

Blog Ignacio social justice 13 fév 2026
Die reiche Geschichte des Caux Palace als Ort der Begegnung weitergeben: Ignacio Packer (links) mit Sarah Noble, Olivier Chambovay und einer Teilnehmerin der KMU-Veranstaltung

 

Soziale Gerechtigkeit in der Praxis

Soziale Gerechtigkeit ist kein abstraktes Konzept mehr. Sie kommt zum Tragen, wenn eine Führungskraft Veränderungen ankündigt, ohne zu demütigen, zu automatisieren, ohne aufzugeben, zu reduzieren, zu zersören und ohne zu manipulieren.

In einer Welt, die von vielfältigen Krisen und KI geprägt ist, sollte das Unternehmen ein Ort sozialer Stabilität sein. Und jede Managemententscheidung wird zu einer gesellschaftlichen Entscheidung.

In Caux möchten wir Führungskräften die Möglichkeit geben, Folgendes zu erleben:

  • die Sicherheit eines vertrauensvollen Raums,
  • die Klarheit tiefgründiger Überlegungen,
  • die Hoffnung, die ein klarer Kurs mit sich bringt
  • und die Fähigkeit, konkret zu handeln.

Dann kann Veränderung geschehen.

Es geht nicht darum, netter zu sein, sondern gerechter. Denn es ist dieser innere Anspruch, der es ermöglicht, Unternehmen zu verändern, ohne ihre Leistung oder die Menschen zu opfern.

Eine Überzeugung

Wir treten in eine Zeit ein, in der Maschinen Entscheidungen optimieren werden. Aber der soziale Zusammenhalt wird von jenen abhängen, die ihnen einen Sinn geben. Leadership wird in Zukunft nicht in erster Linie eine technische Kompetenz sein, sondern eine menschliche Verantwortung.

Und vielleicht letztendlich eine zutiefst soziale Verantwortung.

Unsere Veranstaltung „Mit Menschlichkeit führen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz” interessiert Sie? Tauchen Sie ein in die grandiose Naturkulisse des Caux Palace und erkunden Sie mit uns, wie technologische Übergänge bewusst, demokratisch und respektvoll begleitet werden können.

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Es geht nicht darum, netter zu sein, sondern gerechter. Denn es ist dieser innere Anspruch, der es ermöglicht, Unternehmen zu verändern, ohne ihre Leistung oder die Menschen zu opfern.

Ignacio Packer

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Ignacio Packer ist Geschäftsführer der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung, einer Schweizer Wohltätigkeitsstiftung, die sich für die Förderung von Vertrauen, ethischem Leadership, nachhaltiger Lebensweise und menschlicher Sicherheit einsetzt. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im humanitären Bereich und in der Entwicklungszusammenarbeit arbeitete er zunächst bei der Europäischen Bank für Lateinamerika und anschliessend bei KPMG, bevor er seit mehr als 25 Jahren als anerkannter Leiter von NGOs und internationalen Allianzen tätig ist. Als Experte für Menschenrechte und soziale Fragen engagiert er sich insbesondere für den Schutz von Migrant.inn.en und Flüchtlingen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.

 

Fotos: Olivia Chollet & Christophe Koninckx

 

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Geschlechtergleichstellung und Inklusion: Engagement in die Praxis umsetzen

10/02/2026
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„Inklusion geschieht nicht zufällig. Unsere Gender Accountability Champions sorgen dafür, dass sie bewusst umgesetzt wird.“

Mit diesen Worten bekräftigt Ignacio Packer, Geschäftsführer von Caux Initiativen der Veränderung, sein persönliches und organisatorisches Engagement für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter. Als International Gender Champion engagiert sich Ignacio nicht nur persönlich, sondern auch im Namen der Stiftung Caux und sorgt zudem dafür, dass die Geschlechtergleichstellung in die Planung, Umsetzung und Bewertung der Arbeit der Stiftung einfliesst.

 

Von der Absicht zur breiteren Umsetzung

Im Jahr 2026 wird dieses Engagement entscheidend von ersten Schritten zu einer tieferen, organisationsweiten Praxis übergehen.

Durch geschulte Gender Accountability Champions und einen geschlechtergerechten Moderations - und Facilitationsrahmen werden die Caux Forum-EVents und alle von der Caux Foundation organisierten Veranstaltungen konkrete Gender-Ziele, inklusive Moderationsstandards sowie strukturierte Reflexion und Berichterstattung integrieren.

Die Gleichstellung der Geschlechter sollte kein Zusatz sein, sondern ein Kernelement der Organisationskultur und der gemeinsamen Verantwortung.

Ignacio Packer, Geschäftsführer von Caux Initiativen der Veränderung

Allen eine Stimme geben – Teilnehmerinnen einer Veranstaltung im Caux Palace

 

Auf starken Fundamenten aufbauen

Diese Verpflichtungen für 2026 bauen auf den wichtigen Fortschritten des Jahres 2025 zwei zentralen organisatorischen Engagements auf:

 

Verpflichtung 1: Gender Accountability Champions in jedem Forum und bei allen Events

Im Jahr 2026 werden die Gender Accountability Champions innerhalb unserer Organisationsteams eine zentrale Rolle bei der Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter in der Programmgestaltung und -durchführung spielen.

Diese Champions werden:

  • eine gezielte Schulung in geschlechtersensibler Programmgestaltung, Moderation und Berichterstattung erhalten
  • sicherstellen, dass jede Veranstaltung mindestens ein konkretes Ziel zur Gleichstellung der Geschlechter enthält
  • nach jedem Caux Forum oder jedem Event einen kurzen Reflexionsbericht zur Geschlechterinklusion vorlegen, der direkt in die Wirkungsanalysen der Organisation einfliesst

Dieses Führungsmodell verlagert die Verantwortung von einem oder einer einzigen Ansprechpartner.in auf eine gemeinsame Teamverantwortung und unterstützt so eine tiefgreifendere und nachhaltigere organisatorische Transformation.

 

Verpflichtung 2: Ein geschlechtergerechter Moderations - und Facilitationsrahmen

Parallel dazu wird Caux Initiatives of Change weiterhin einen geschlechtergerechten Moderationsrahmen bei allen grösseren Veranstaltungen umsetzen, die im Caux Palace und anderswo in der Schweiz (mit)organisiert oder organisiert werden.

Im Jahr 2026 wird dieser Rahmen Folgendes gewährleisten:

  • Mindestens 50 % geschlechtergerechte Vertretung unter den Moderator.inn.en und Facilitator.inn.en
  • Klare Richtlinien für eine inklusive Sprache
  • Eine strukturierte Feedbackschleife zu den Erfahrungen der Teilnehmenden in Bezug auf geschlechtsspezifische Sicherheit, Teilhabe und Repräsentation

Dieser Rahmen stellt sicher, dass Inklusion sichtbar, messbar und konsequent angewendet wird, was sowohl die Erfahrung der Teilnehmenden als auch die Rechenschaftspflicht der Organisation stärkt.

 

Gender Pledge Geneva 2024
Zusammenarbeit als Netzwerk für mehr Geschlechtergleichstellung: Genfer Erklärung für geschlechtergerechte Klimaschutzmassnahmen 2024

 

Eine gemeinsame Verantwortung für Inklusion

Bei der Stiftung Caux betrachten wir Geschlechtergleichstellung nicht als Nebeninitiative, sondern als Kernbestandteil unserer Arbeitsweise und als praktischen Motor für sinnvolle Veränderungen.

Jeder Schritt zählt. Durch die Führungsrolle unserer Geschäftsleitung, geschulte Gender Accountability Champions und organisationsweite Standards setzen wir uns dafür ein, die Gleichstellung der Geschlechter zu einem gemeinsamen Wert und Standard zu machen, der die Art und Weise prägt, wie wir - gemeinsam - zusammenkommen, führen und mehr Inklusion fördern!

 

Erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten und Events 2026

 

 

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Der lange Weg zurück zum Vertrauen: Lehren aus Davos

Ein Blog von Ignacio Packer, Geschäftsführer von Caux Initiativen der Veränderung

26/01/2026
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Ein Blog von Ignacio Packer, Geschäftsführer von Caux Initiativen der Veränderung

 

Ignacio Packer in Davos January 2026
Ignacio Packer in Davos

Nach seiner Teilnahme an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos am 22. Januar 2026 reflektiert Ignacio Packer, Geschäftsführer der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung, über eine Frage, die ihn am meisten beschäftigt hat: „Kann Vertrauen in der heutigen fragmentierten Welt noch Bestand haben?“ In seinem Blogbeitrag untersucht er, was der Verlust von Vertrauen für Demokratie, Zusammenarbeit und Leadership bedeutet – und wo eine Erneuerung beginnen könnte.

"Ich schreibe dies im Zug auf dem Rückweg vom Weltwirtschaftsforum in Davos, und vor allem ein Wort hallt in meinem Kopf wider: Vertrauen.

Ich bin dieses Jahr aus drei Gründen nach Davos gereist. Erstens ziehe ich Energie aus der schieren Dichte der Gespräche – dem Aufeinandertreffen von Ideen, Erfahrungen und Disziplinen, das anderswo kaum zu finden ist. Ein besonderes Highlight war eine vom Geneva Graduate Institute organisierte Mittagsdiskussion zum Thema Vertrauen, die einem allzu oft leichtfertig verwendeten Begriff eine seltene Tiefe und Ehrlichkeit verlieh.

Zweitens bringt mich Davos mit Menschen zusammen, die ein ganz anderes Leben führen und von anderen Annahmen und Prioritäten geprägt sind. Das erweitert meine Fähigkeit, aufmerksam zuzuhören und Perspektiven zu verstehen, die ich von Natur aus nicht teile.

Drittens wollte ich bei wichtigen Gesprächen über Ernährungssysteme dabei sein, zumal ich gerade dem Global Advisory Committee für den Global Conscious Food Systems Summit beigetreten bin, der später in diesem Jahr in Bhutan unter der Leitung von UNDP-COFSA stattfindet. In einer Zeit zunehmender ökologischer und sozialer Belastungen sind Ernährungssysteme der Bereich, in dem Vertrauen, Macht und menschliche Sicherheit am deutlichsten aufeinandertreffen.

In all diesen Gesprächen gab es ein Thema, das überall präsent war – und nirgendwo als selbstverständlich angesehen wurde: Vertrauen.

Menschen in Führungspositionen äusserten sich in deutlich unterschiedlichen Tonlagen. Einige verwendeten eine unverblümte, sogar respektlose Rhetorik, andere wählten eine ausgewogene Zurückhaltung, um eine Welt zu beschreiben, die von Fragmentierung, geopolitischen Spannungen, technologischen Umbrüchen und demokratischen Belastungen geprägt ist. Was mich am meisten beeindruckte, war nicht nur, was über Vertrauen gesagt wurde, sondern auch, wie sich Führungskräfte verhalten, wenn es fehlt.

Vertrauen wird zunehmend nicht mehr als selbstverständlich angesehen. Es wird gemanagt.

Mächtige Akteure und Akteurinnen setzen auf Einfluss, Druck und transaktionale Rahmenbedingungen, um Zusammenarbeit zu erhalten. Allianzen werden eher durch Sicherheitsvorkehrungen und Redundanz als durch Vertrauen aufrechterhalten. Europa spricht von Einheit, strebt aber stillschweigend nach grösserer Autonomie. Die Wirtschaft wird aufgefordert, als Stabilisator zu fungieren, obwohl das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Institutionen weiter schwindet.

Diese Arrangements mögen kurzfristig das Funktionieren der Systeme aufrechterhalten, aber sie erneuern nicht ihre Legitimität.

Systeme, die in erster Linie durch Druck, Regeln und Transaktionsvereinbarungen zusammengehalten werden, können kein Vertrauen wiederherstellen. Ohne Legitimität wird der Frieden fragil und die Demokratie wird zu einer reinen Formalität. Die Menschen mögen sich fügen, aber sie glauben nicht mehr daran. Mit der Zeit führt dieser Verlust an Vertrauen zu einer Polarisierung, schwächt die Institutionen und erhöht das Konfliktpotenzial.

Aus diesem Grund kann die Frage des Vertrauens nicht als Kommunikationsproblem oder als kleine Anpassung der Regierungsführung behandelt werden. Es ist im Grunde genommen eine menschliche Frage.

Systeme, die in erster Linie durch Druck, Regeln und Transaktionsvereinbarungen zusammengehalten werden, können kein Vertrauen wiederherstellen.

Davos

 

Ein Aufruf zum Handeln – und ein Aufruf zur inneren Entwicklung

Dies ist ein Aufruf an alle, die Einfluss ausüben – einschliesslich der aktuellen US-Regierung und anderer globaler Machtzentren –, mit Integrität zu führen, die Wahrheit auszusprechen, um das zu reparieren, was beschädigt wurde, und den Dialog der Dominanz vorzuziehen. In einer Welt unter Druck ist das strategisch wichtigste Kapital nicht Macht. Es ist Vertrauen.

Der Wiederaufbau von Vertrauen erfordert mehr als institutionelle Reformen. Er erfordert innere Entwicklung – die Fähigkeit zur Selbstreflexion, Verantwortung und moralischem Mut. Ohne diese innere Arbeit greifen externe Systeme unweigerlich auf Kontrolle, Zwang und Leistung zurück.

Hier kommt die Arbeit der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung heute besonders zum Tragen.

 

Vertrauen als menschlicher und relationaler Prozess

Seit Jahrzehnten betrachten wir in Caux Vertrauen nicht als Slogan oder Reputationsgut, sondern als einen menschlichen und relationalen Prozess. Wir bieten einen neutralen Boden, auf dem politische, wirtschaftliche und kulturelle Differenzen ehrlich angegangen werden können und wo Zusammenarbeit mit persönlicher Verantwortung und Integrität beginnt (Mehr dazu hier).

In einer Welt, die sich in Richtung einer von manchen als „gesteuerte Interdependenz” bezeichneten Entwicklung bewegt, gewinnen solche Räume immer mehr an Bedeutung. Orte wie derCaux Palace, unser Zentrum für Dialog und Friedensförderung, ermöglichen es den Menschen, sich von Einstellungen und Druck zu lösen, sich über Grenzen hinweg zu begegnen und Beziehungen wieder aufzubauen, die eine echte Zusammenarbeit ermöglichen.

Demokratie scheitert schliesslich nicht nur, wenn Institutionen schwächer werden. Sie scheitert, wenn das Vertrauen zwischen Bürger.inne.n, Führungskräften und Systemen verloren geht.

In einer Welt unter Druck ist das strategisch wichtigste Kapital nicht Macht. Es ist Vertrauen.

Caux Palace Adrien Giovannelli
Der Caux Palace oberhalb von Montreux (Foto: Adrien Giovannelli)

 

Caux als Treffpunkt, um Vertrauen wiederaufzubauen

Aus diesem Grund veranstaltet die Stiftung Caux vom 22. bis 26. Juni 2026 ihr jährliches Caux Forum für Demokratie, das mit einer feierlichen Zeremonie im Maison de la Paix in Genf eröffnet wird. Das Forum schafft einen Raum, um Demokratie wiederzubeleben, Hoffnung zu erneuern, Heilung zu fördern und menschliche Sicherheit über Sektoren und Generationen hinweg zu stärken.

Da Vertrauen ein zutiefst menschliches Gut ist, wird Caux vom 13. bis 17. Juli 2026 zudem auch das Caux Forum für innere Entwicklungsziele unter dem Motto „Die Alchemie der Vergebung” veranstalten. Dieses Forum stellt bewusst Vergebung und innere Entwicklung in den Mittelpunkt von Leadership und Systemwandel, um die persönlichen Grundlagen für Frieden, Resilienz und demokratische Kultur zu stärken. Es unterstützt den schwierigen, aber notwendigen Übergang von Konformität zu Gewissenhaftigkeit, von Polarisierung zu Wiedergutmachung und von performativer Zusammenarbeit zu dauerhafter Legitimität.

Die Frage, die ich Davos hinterlasse, lautet also nicht nur: Kann Vertrauen noch Bestand haben? Sie lautet: Was sind wir bereit zu tun, um es wieder aufzubauen?

Vertrauen kehrt nicht allein durch Erklärungen oder Foren zurück. Es kehrt zurück, wenn Führungskräfte, Institutionen, Unternehmen und Bürger.innen bereit sind, Zeit, Mut und Offenheit zu investieren, um Beziehungen wiederaufzubauen, über Gräben hinweg einander zuzuhören und Macht mit Verantwortung in Einklang zu bringen.

 

Zusammengehörigkeit bedeutet Arbeit

Dies ist eine Einladung, aus einer kontrollierten Koexistenz herauszutreten und in eine bewusste Zusammengehörigkeit einzutreten. Caux bietet einen Ort, an dem genau das möglich ist – nicht als Zuschauer.in, sondern als Teilnehmer.in. Nicht um den Niedergang zu bewältigen, sondern um Legitimität zu erneuern.

Die Arbeit des Wiederaufbaus von Vertrauen kann nicht aufgeschoben werden, und sie kann nicht alleine geleistet werden. Sie beginnt überall dort, wo wir uns entschliessen, präsent zu sein, uns ehrlich zu engagieren und Verantwortung für eine Zukunft zu übernehmen, die wir gemeinsam gestalten.

Sie alle sind in Caux herzlich willkommen.

Vertrauen kehrt nicht allein durch Erklärungen oder Foren zurück. Es kehrt zurück, wenn wir bereit sind, Zeit, Mut und Offenheit zu investieren, um Beziehungen wiederaufzubauen, über Gräben hinweg einander zuzuhören und Macht mit Verantwortung in Einklang zu bringen.

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Aline Zingaro wuchs unweit von Lausanne auf und lebt seit zwölf Jahren an der Waadtländer Riviera, einer Region, die sie besonders liebt. Sie hat es schon immer genossen, administrative Arbeit mit sozialem Engagement zu verbinden, und ist daher mit Freude dem Team der Stiftung Caux beigetreten, die Werte vertritt, die ihr am Herzen liegen. Menschliche Beziehungen und die Qualität der Arbeit stehen für sie im Mittelpunkt.

Olivia Chollet

Olivia Chollet hat einen Bachelor-Abschluss in Internationalen Beziehungen der Universität Genf, einen Master-Abschluss in Asien-Pazifik-Studien der Universität London (SOAS) und ein Zertifikat für höhere Studien in Politikwissenschaft der Australian National University. Derzeit absolviert sie nebenberuflich einen Master in Grundlagen und Praktiken der Nachhaltigkeit an der Universität Lausanne.

„Ich hoffe, andere dazu inspirieren zu können, mutig ihren Weg zu gehen.“

Interview mit der Künstlerin Farah Erfani, Émergences musicales 2024

26/11/2025
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Interview mit der Künstlerin Farah Erfani, Émergences musicales 2024

 

Farah Erfani
Farah Erfani

Kurz vor der dritten Ausgabe der Émergences musicales Montreux-Riviera, die von der Fondation de la Saison Culturelle de Montreux in Zusammenarbeit mit der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung organisiert wird, bereitet sich das Caux Palace – ein symbolträchtiger Ort oberhalb von Montreux zwischen Himmel, Bergen und Genfer See – darauf vor, erneut zu einem aussergewöhnlichen kreativen Laboratorium zu werden.

Als kleine Schwester der berühmten „Rencontres d'Astaffort”, die vor mehr als dreissig Jahren von Francis Cabrel in seinem Heimatdorf im Südwesten Frankreichs gegründet wurden, setzen die Émergences musicales und ihre Künstlerresidenz denselben Geist fort: neue französischsprachige Talente zu entdecken, zu begleiten und zu inspirieren.

Jedes Jahr werden neun junge frankophone Künstler.innen ausgewählt, um neben anerkannten Profis in einem inspirierenden Umfeld ihr Songwriting, ihre Kompositionen und ihre Bühnenpräsenz zu perfektionieren. Dieses Umfeld durchbricht die Einsamkeit der Anfänge als Künstler.in und fördert Begegnungen, insbesondere durch intime Konzerte, aber auch durch kulturelle Vermittlungsaktionen.

In diesem Rahmen der Belle Époque machte die junge Schweizer Künsterlin Farah Erfani im Dezember 2024 eine prägende Erfahrung. Die 25-jährige Gitarristin, Autorin, Komponistin und Interpretin blickt mit uns auf ihre Erfahrungen bei den Émergences musicales 2024 und ihren künstlerischen Werdegang zurück - zwischen familiärem Erbe, Suche nach Authentizität und einer unerwarteten Verbindung zum Caux Palace.

 

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Farah, erzähl uns von deinem musikalischen Werdegang und wie er deine künstlerische Identität geprägt hat.

Farah: Ich habe mit 10 Jahren angefangen, klassische Gitarre zu spielen, und habe sie in Luzern studiert, obwohl ich auch E-Gitarre und Barockgitarre spiele. Mit 14 schrieb ich meine ersten Songs auf Englisch, aber erst mit 22 begann ich, auf Französisch zu schreiben - unächst um mir die Zeit im Zug zu vertreiben, wenn ich nicht an meinem Instrument üben konnte. Ehrlich gesagt nahm ich das nicht wirklich ernst, aber ich merkte schnell, dass diese Songs gefielen und Anklang fanden.

Vor zwei Jahren habe ich zu Beginn meines Masterstudiums ein Jahr Pause gemacht, weil ich an meiner Gitarrentechnik arbeiten und sie verbessern wollte. Gleichzeitig dachte ich, dass es Spass machen würde, mein Songwriting zu vertiefen. Nach und nach, ohne dass ich es wirklich bemerkte, habe ich mich in diese Richtung professionalisiert. Anfang 2024, nach einer Trennung, beschloss ich, mein erstes Solo-Konzert „Gainsbourg et moi” vorzubereiten, und begann, Songs von Serge Gainsbourg zu komponieren und zu arrangieren.

 

Farah Erfani Emergences musicales 2024
Auf der Bühne des Caux Palace im Dezember 2024 (Foto: Gregor Eisenhuth)

 

Deine Familie hat eine tiefe Verbindung zu Caux. Kannst du uns davon erzählen?

Farah: Ja, und es ist eine ziemlich verrückte Geschichte, die vor dem Zweiten Weltkrieg beginnt und zwei Generationen umfasst. Alles begann in England mit meiner Grossmutter und ihrem ersten Ehemann, John Howard, dem Bruder von Peter Howard, der eine Persönlichkeit der Bewegung „Initiativen der Veränderung” in den 60er Jahren war. Als John während des Krieges in den Niederlanden starb, schrieb die niederländische Familie, die ihn beherbergt hatte, meiner Grossmutter. Sie beschloss, in die Niederlande zu reisen und traf dort den ältesten Sohn dieser Familie... der mein Grossvater wurde, und wie man so schön sagt: „Der Rest ist Geschichte”. Ein noch unglaublicheres Detail: Mein Grossvater wurde genau am selben Tag wie John Howard geboren.

Jahrzehnte später entdeckte meine Mutter ein Buch über Peter Howard. Fasziniert kontaktierte sie Initiativen der Veränderung in London und wurde zu einer Konferenz nach Caux eingeladen. Dort traf sie meinen Vater, und ihre Liebesgeschichte begann auf den Stufen vor dem Theater des Caux Palace. Sie heirateten 1985. Caux ist also schon vor meiner Geburt Teil meiner Geschichte.

 

Wie war es für dich, mit dieser Familiengeschichte, aber auch als Künstlerin in den Caux Palace zu kommen?

Farah: Es hatte etwas Magisches, den Ort zu entdecken, an dem sich meine Eltern kennengelernt hatten. Es war ein bisschen mythisch, denn ich hatte seit meiner frühesten Kindheit von Caux gehört, ohne jemals dort gewesen zu sein. Ich habe ihre Begegnung nachverfolgt, indem ich mir die Bänke, Flure und Zimmer des Caux Palace angesehen habe.

Als Künstlerin wollte ich ihrer Geschichte Tribut zollen; deshalb schreibe ich gerade einen Song, der von ihrer Begegnung erzählt, aber er ist noch in Arbeit.

Caux ist der Ort, an dem sich meine Eltern kennengelernt haben. Mit meinem Aufenthalt in Caux ging ich ihrer Geschichte auf die Spur.

Farah Erfani Emergences musicales 2024
Farahs Eltern in Caux – 1983 als Konferenzteilnehmende und 2024 während der Émergences musicales

 

2024 wurdest du als junge französischsprachige Nachwuchskünstlerin ausgewählt, nach Caux zu kommen. Welche Momente der Émergences musicales 2024 haben dich am meisten beeindruckt?

Farah: Es ist schwer, sich zu entscheiden, weil es so viele gab, aber der stärkste Moment war, als ich vor 400 Menschen ohne Gitarre, nur begleitet von einer Band, das Lied „les maisons” als Leadsängerin gesungen habe. Ich begleite mich fast immer selbst. Dank dieser Erfahrung habe ich entdeckt, dass ich es liebe, nur zu singen – und das Publikum mag es anscheinend auch.

 

Inwiefern hat die Künstlerresidenz dein Songwriting oder deine Sicht auf deine Karriere geprägt?

Farah: Ich habe das Gefühl, dass diese Künstlerresidenz mir geholfen hat, meinen Stil zu finden, denn ich musste mich mit anderen künstlerischen Welten auseinandersetzen, wodurch ich meine Arbeit relativieren konnte.

Was meine „Karriere” angeht, so hat mir die Begegnung und der Austausch mit anderen Menschen, die dasselbe wollen, klar gemacht, wo ich stand und welche Wege mir offenstanden.

 

Gibt es ein bestimmtes Projekt, das in Caux entstanden ist oder sich dort verändert hat?

Farah: Ja, das Lied „les maisons” hat mich menschlich sehr geprägt. Ich habe auch eine wichtige Begegnung gemacht: Samir Flynn. Wir kommen aus sehr unterschiedlichen Welten, er aus dem Rap, ich aus der klassischen Musik, aber „les maisons” hat uns zusammengebracht. Dieses Lied handelt von Umbrüchen, Begegnungen und Abschieden im Leben.

Dieser Aufenthalt hat mir geholfen, meinen Stil zu finden, denn ich musste mich mit anderen künstlerischen Welten auseinandersetzen, wodurch ich meine Arbeit relativieren konnte.

Farah Erfani Emergences musicales 2024
Mit den Emergent.e.s, Anne Sila (Mitte) und Aliose (rechts) (Foto: Lou Barthélemy)

 

Wenn wir über deine Vision als Künstlerin sprechen, welche Werte leiten deine Musik und wie spiegeln sich diese in deinen Kompositionen oder Auftritten wider?

Farah: Ich glaube, dass ich grundsätzlich mit der Gegenwart unzufrieden bin, sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Auf der Suche nach einem Heilmittel für diese Leere wende ich mich der Vergangenheit und möglichen Zukünften zu. Vielleicht bin ich chronisch unzufrieden mit mir selbst und meiner Umgebung – aber nicht aus Negativität, sondern eher aus Idealismus. Daher sind meine Songs oft von einer Nostalgie für eine Zeit geprägt, die ich nicht gekannt habe. Ich suche nach Orientierungspunkten, einer Richtung, Hoffnung... Und inmitten all dessen taucht plötzlich die Liebe auf.

 

Du kommst aus einer multikulturellen Familie. Inwiefern haben diese Wurzeln deine Musik und deine Weltanschauung beeinflusst?

Farah: Manchmal habe ich das Gefühl, von überall und nirgendwo zu kommen. Meine Mutter ist Engländerin, mein Vater Iraner, und ich bin in der Nähe von Lausanne aufgewachsen, bevor ich mit 19 Jahren in die Deutschschweiz gezogen bin.

Diese Vielfalt an Kulturen und Sprachen hat mir bewusst gemacht, dass unsere Sichtweisen auf die Welt nicht absolut sind. Im Gegenteil, wenn man immer in derselben Seifenblase bleibt, verliert man oft seine Aufgeschlossenheit. Das Gleiche gilt für die Musik! Die Einflüsse verschiedener Stile, in meinem Fall Klassik, Chanson und Rock, ergänzen sich und spiegeln sich wider. Und vielleicht gelangt man gerade durch die Aneinanderreihung von Kontrasten zur Selbstfindung.

 

Können Kunst und Musik deiner Meinung nach zu sozialen oder kulturellen Veränderungen beitragen?

Farah: Ja, auf jeden Fall, denn Kunst spiegelt die vorherrschenden Energien und Ideen wider. Wenn man Songs schreibt, fasst man Gefühle in Worte.

Allerdings denke ich, dass manche Dinge engagierter sind als andere. Ich für meinen Teil schreibe sehr oft, ohne mir Fragen zu stellen und ohne zu planen, worum es in meinem Song gehen soll: Ich arbeite sozusagen „aus Inspiration”.

Bei dem Lied „Déconnexion” habe ich eine Ausnahme gemacht. Es ist ein Song, der mein Unbehagen gegenüber einer Welt ohne Verbindungen zum Ausdruck bringt, denn dieses Thema beschäftigt und beunruhigt mich. Das ist ein ganz anderer Schreibprozess, aber genauso bereichernd, denn man muss die Inspiration des Augenblicks für die Idee finden und nicht die Idee des Augenblicks für die Inspiration.

Ich bin überzeugt, dass Kunst etwas bewirken kann, unabhängig davon, woher ihre Inspiration stammt.

Farah bei den Émergences musicales 2024

 

Was möchtest du deinem Publikum vermitteln?

Farah: Ich hoffe, ihnen einen Moment der Ruhe zu bieten, der sie anspricht und in dem sie sich wiederfinden. Ich hoffe, ihren Zweifeln und Ängsten, seien sie persönlicher oder gesellschaftlicher Natur, mit Empathie zu begegnen und ihnen auf sanfte Weise meine Verletzlichkeit zu zeigen, damit sie wissen, dass sie nicht allein sind und dass wir in Wirklichkeit durch dieses Gefühl der Einsamkeit verbunden sind.

Letztendlich hoffe ich, andere zu inspirieren, mutig ihren Weg zu gehen. Das erinnert mich an einen Satz von Giacometti: „Ich denke, der beste Weg für einen Künstler oder eine Künstlerin, revolutionär zu sein, ist, seine bzw ihre Arbeit so gut wie möglich zu machen.“

Ich hoffe, andere dazu zu inspirieren, mutig ihren Weg zu gehen.

Sprechen wir über die Zukunft... Was sind deine Pläne als Künstlerin und wie könnten Orte wie Caux oder Veranstaltungen wie dieÉmergences musicales dazu beitragen?

Farah: Ich bin derzeit in Verhandlungen mit einem Label, und die Zusammenarbeit mit ihm würde mir eine gute Betreuung sowie verschiedene berufliche Möglichkeiten bieten. Vor einigen Wochen habe ich meine Band gegründet und freue mich schon sehr darauf, mit ihnen zu spielen!

Im Frühjahr machen wir eine einwöchige Künstlerresidenz in der Toskana, um die Arrangements meiner Songs vorzubereiten. Danach wollen wir natürlich ins Studio gehen, um eine erste Platte aufzunehmen. Ich werde oft gefragt, warum ich noch nicht auf Streaming-Plattformen vertreten bin: Ich möchte die Dinge gut machen, deshalb bereite ich mich vor und nehme mir die nötige Zeit.

Caux hat eine ganz magische Energie und ich würde gerne für ein Musikprojekt dorthin zurückkehren, wenn sich die Gelegenheit ergibt! Was Les Émergences betrifft, bin ich sehr dankbar, Teil dieser Familie zu sein; es wäre mir eine Ehre, einen Beitrag dazu leisten zu können.

 

Welchen Rat würdest nach du der Erfahrung mit Les Émergences musicales jungen Künstler.inne.n mitgeben ?

Farah: Traut euch. Seid mutig. Man hat oft nicht viel zu verlieren, wenn man etwas probiert, und man sollte Ablehnung nicht persönlich nehmen. Schickt Nachrichten an Leute, die ihr nicht kennt, um zusammenzuarbeiten, organisiert selbst Konzerte oder Künstlerresidenzen (was ich letzten Sommer gemacht habe), meldet euch auf verschiedenen Plattformen an... Kurz gesagt: Knüpft Kontakte zum Publikum und zu anderen Künstler.inne.n. Das ist es, was euch voranbringt, euch hilft, Chancen zu finden und sie sogar zu schaffen!

 

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Schon gewusst? Der Caux Palace öffnet seine Türen für Künstler.innen und Kulturorganisationen für kreative Künstlerresidenzen. Mit seiner aussergewöhnlichen Lage ist es der ideale Ort, um Kreativität anzuregen und fernab vom Trubel des Alltags neue Energie zu tanken.

Interessiert? Kontaktieren Sie uns

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Projekt zur Restaurierung der Stützmauer des Caux Palace

23/10/2025
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Update: 24. September 2026

 

Die Stiftung Caux Initiativen der Veränderung freut sich, den ersten Phasen der Restaurierung der Stützmauer des Caux Palace bekannt zu geben – ein bedeutendes Kulturerbe-Projekt, das sich über die nächsten drei Jahre erstrecken wird.

Das Caux Palace ist neben Sehenswürdigkeiten wie dem Château de Chillon und der Kathedrale von Lausanne als historisches Denkmal von nationaler Bedeutung anerkannt und nimmt einen besonderen Platz im architektonischen Erbe der Schweiz ein. Anlässlich des Beginns der Arbeiten berichtete das Schweizer Fernsehen RTS in einer Folge seiner Regionalnachrichtensendung Couleurs Locales über das Projekt.

🎥 Sehen Sie sich den RTS-Beitrag hier an

 

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Schaffung eines Durchgangs für die Maschinen (links) und erste Arbeiten an der Mauer

Die Sanierungsarbeiten an der Mauer werden von verschiedenen Fachfirmen ausgeführt. Zu den wichtigsten beteiligten Unternehmen gehören Medusoil (Biozementierung), Camandona (Maurerarbeiten), Roth (Gerüstbau) und Schnetzler (Schmiedearbeiten).

Die Planung und Bauleitung liegen bei spezialisierten Fachplanenden und Beauftragten: kalk architecture (Projektleitung), mawi Kälin (Bauingenieurwesen) und Roger Simond (Mauerwerksgutachten).

 

Erste Phase: 2025

Die ersten Schritte des Projekts – die Phasen 0 und 1, die von September bis November 2025 liefen – konzentrierten sich auf den südlichen Abschnitt der Mauer. 

Wo Innovation auf Tradition trifft

Zwei Schlüsselbereiche prägen diese Phase:

  • Stabilisierung und Verstärkung der Fundamente mit einer innovativen, umweltfreundlichen Biozement-Lösung, die von dem preisgekrönten lokalen Unternehmen Medusoil entwickelt wurde. Diese Wahl verkörpert unser Engagement, Denkmalpflege mit nachhaltigen Praktiken zu verbinden.

🎥 Sehen Sie sich das kurze Video zu dieser innovativen Lösung an

 

  • Restaurierung des historischen Mauerwerks unter Verwendung von Techniken und Materialien aus dem frühen 20. Jahrhundert, um das authentische Aussehen der Mauer zu erhalten. Die Arbeiten werden von einem Planungsbüro unter der Leitung von Roger Simond begleitet, das auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisiert ist und über Fachkenntnisse im Bereich Mörtel verfügt. aussergewöhnliches Fachwissen im Bereich traditioneller Mörtel und Steinmetzarbeiten verfügt. Diese erste Massnahme dienten dazu, die Reparatur- und Konsolidierungsmethoden zu testen und zu validieren, die für die gesamte Restaurierung massgeblich sein werden.
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Von links nach rechts: Aufbau des Gerüsts / Zustand der Mauer vor den Renovierungsarbeiten / Originalverkleidungl sowie neue Verkleidung nach Beginn der Arbeiten 

 

2026: Phase 2 – Beginn der umfangreichen Arbeiten im südlichen Bereich

Nach Abschluss der Konsolidierungsarbeiten und der Validierung der Restaurierungsmethoden im Jahr 2025 ist nun die Hauptphase der Bauarbeiten angelaufen.

Da die Baugenehmigung bereits erteilt wurde, haben die Restaurierungsarbeiten an den Mauerverkleidungen und der Austausch der am stärksten beschädigten Steinblöcke bereits begonnen, beginnend mit dem Stützpfeiler Nr. 2.

Das Ziel für 2026 ist erreicht: Die Restaurierung des gesamten südlichen Abschnitts der Mauer bis zum Eisenbahntunnel, also etwa 200 Meter des Bauwerks, wurde abgeschlossen.

Diese Phase umfasste insbesondere:

  • die Sanierung der Mauerverkleidungen;
  • die Instandsetzung der Stützpfeiler und Gewölbe;
  • den Austausch der am stärksten beschädigten Steinblöcke, sofern dies erforderlich ist;
  • den vollständigen Wiederaufbau der historischen Platte der Promenade;
  • die Restaurierung und Wiederaufstellung des ursprünglichen Geländers aus dem Jahr 1900;
  • den Schutz der Bäume, die die Promenade säumen, während der gesamten Bauzeit.

Eine der grössten Herausforderungen besteht darin, diese umfangreichen Arbeiten direkt vor dem Caux Palace durchzuführen und dabei die Beeinträchtigungen für den Betrieb der Stiftung und der Hotelfachschule so gering wie möglich zu halten.

 

Caux Palace retaining wall
Baubeginn zur Verstärkung der Mauer

 

2027: Phase 3 – Fortsetzung der Restaurierung

Vorbehaltlich der Beschaffung der erforderlichen Finanzmittel wird diese Phase die Fortsetzung der Restaurierung im Nordostteil der Mauer ermöglichen.

Sobald die gesamte Mauer restauriert ist, wird das Projekt auch die Wiederherstellung der Beleuchtung der Promenade umfassen. Derzeit läuft eine spezielle Studie, um die historischen Laternen so originalgetreu wie möglich nach ihrem Vorbild aus dem Jahr 1902 nachzubilden, basierend auf einer begrenzten Anzahl von Fotografien und alten Postkarten.

 

Engagement für Nachhaltigkeit und Kulturerbe

Über seine strukturellen Ziele hinaus spiegelt dieses Projekt die Mission der Stiftung wider, das Kulturerbe durch nachhaltiges Handeln zu bewahren. Umweltbewusstes Management, effiziente Ressourcennutzung und Respekt vor traditioneller Handwerkskunst stehen im Mittelpunkt dieses Vorhabens.

Wir bedanken uns herzlich bei der Loterie Romande, Pro Patria, Ernst Göhner Stiftung, Baer SA, IofC Norden und unseren privaten Spender.inne.n für ihre grosszügige Unterstützung, die diese erste Phase ermöglicht hat.

 

Helfen Sie mit, das Erbe des Caux Palace zu bewahren – Ihre Unterstützung macht den Unterschied

Jede Unterstützung – ob gross oder klein – bringt uns unserem Ziel näher, dass dieses historische Wahrzeichen auch künftige Generationen inspirieren kann.

🔗 Erfahren Sie mehr über das Projekt und wie Sie sich beteiligen können

 

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Kunst und Fantasie als Wege zum Frieden – Highlights von der Genfer Friedenswoche 2025

22/10/2025
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Die 12. Ausgabe der Genfer Friedenswoche (13.–17. Oktober) brachte Tausende von Friedensschaffenden, Diplomat.inn.en, Künstler.inne.n und Changemakern unter dem Motto „Frieden in Aktion“ zusammen. In diesem Jahr präsentierte Caux Initiativen der Veränderung drei Veranstaltungen, in denen untersucht wurde, wie Kreativität, Achtsamkeit und Kunst zu mitfühlenderen und widerstandsfähigeren Formen der Friedensstiftung inspirieren können.

 
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Maruee Pahuja und Ines Mokdadi beim Kunstworkshop "Frieden in der Praxis"

 

Workshop „Frieden in der Praxis“: Kunst und Achtsamkeit für eine bessere Welt

Am 14. Oktober veranstaltete Caux Initiativen der Veränderung einen transformativen, kunstbasierten Workshop unter der Leitung der Beraterin für expressive Kunst und bildenden Künstlerin Maruee Pahuja (Indien) und Ines Mokdadi (Tunesien), Koordinatorin für globale Engagement-Veranstaltungen bei der Stiftung Caux. Beide sind zudem Teil unserer von jungen Menschen geleiteten Initiative Kreatives Leadership, die Kreativität und Empathie in den Mittelpunkt der Friedensförderung stellt.

Durch Bewegung, Stille, Zeichnen und kreatives Schreiben erforschten die Teilnehmenden, wie Fantasie und Ausdruckskunst helfen können, mehr Mitgefühl für uns selbst und andere zu entwickeln. Von Aufwärmübungen mit Tiefgang wie „Wie würde dein.e beste.r Freund.in dich beschreiben?“ bis hin zu Übungen mit Licht, Fotografie und Poesie bot der Workshop einen Raum zum Innehalten, Nachdenken und Wiederentdecken des eigenen kreativen Potenzials, das im Zentrum der Friedensförderung steht.

Maruee erinnerte die Teilnehmenden: „Entscheiden Sie sich dafür, das Leben als Medium für Friedensarbeit zu nutzen: Wir beginnen mit Fantasie, wir beginnen mit Licht, wir beginnen mit dem kleinsten Lebewesen – denn selbst aus dem Kleinen kann eine Revolution entstehen.”

Der Workshop verdeutlichte, wie kreativer Ausdruck Hoffnung, Achtsamkeit und Resilienz fördert und uns hilft, Polarisierung zu überwinden und neu Empathie zu entwickeln.

 
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Eindrücke von der Wanderung mit Dr. Gad Harmat und Sarah Noble

 

Frieden in Bewegung: Erkundung geopolitischer Intersektionalität und öffentlicher Räume in Genf

Am Freitag, dem 17. Oktober, leiteten Dr. Gal Harmat (Swisspeace) und Sarah Noble (Leiterin Global Engagement bei Caux Initiativen der Veränderung) einen geopolitischen Intersektionalitäts- und Friedensspaziergang durch Genf, bei dem untersucht wurde, wie öffentliche Räume unser Verständnis von Frieden, Geschlecht und Identität widerspiegeln und prägen.

Von Monika Sosnowskas «Façade» am Genfer Graduate Institute über den Broken Chair, den Brunnen auf der Place des Nations bis hin zu den Denkmälern für Srebrenica und den Völkermord an den Tutsi reflektierten die Teilnehmenden über Fragen wie:

  • Wer ist in der öffentlichen Kunst vertreten – und wer fehlt?
  • An wessen Leiden und Widerstandsfähigkeit wird erinnert?
  • Wie beeinflussen Geschlechterrollen und soziale Normen unsere Stadtlandschaften?

Dr. Harmat wies zudem darauf hin, dass 96 % der öffentlichen Skulpturen in Westeuropa und Nordamerika Männer darstellen, während Frauen und queere Figuren oft gesichtslos oder passiv sind – ein Ungleichgewicht, das unsere Wahrnehmung von Kunst und Frieden prägt.

„Frieden ist klein, zerbrechlich und muss erneuert werden – und vielleicht ist es unsere Verantwortung, uns darum zu kümmern“, schloss sie.

Die Tour ermutigte die Teilnehmenden, Städte – und den Frieden selbst – mit neuem Bewusstsein, neuer Neugier und Sorgfalt zu betrachten.

 

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Von links nach rechts: Sarah Noble, Léa Baroudi, Alvaro Quiroz, Maruee Pahuja, Barbara Aebischer, Botschafterin Sabine Bakyono Kanzie
 

Abschlusszeremonie: Begegnungen zwischen Kunst und Frieden – Brückenbau durch Kunst

Die Abschlusszeremonie der Genfer Friedenswoche 2025, organisiert von der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung in Zusammenarbeit mit der Genfer Friedensplattform, brachte Künstler.innen, Friedensschaffende, Diplomat.inn.en und Changemaker zusammen, um über die Rolle der Künste in der Friedensförderung nachzudenken.

Die Veranstaltung begann mit einer bewegenden Spoken-Word-Performance von Maryam Bukar Hassan, deren Gedichte den Mut und die Vorstellungskraft verkörpern, die das Herzstück des Friedens bilden.

Moderatorin Sarah Noble (Caux Initiativen der Veränderung) betonte, Kreativität und Kultur seien Lebensadern, die heilen und Frieden neu denken lassen.

Zu den Mitwirkenden zählten:

Léa Baroudi (MARCH Libanon) berichtete, wie ehemalige Feinde in Tripolis durch Gemeinschaftstheater vom Konflikt zur Kreativität gelangten und damit zeigten, dass Kunst Barrieren überwinden kann, Menschen ihre Verletzlichkeit zulassen und sich wieder mit ihrer Menschlichkeit verbinden können. Mehr als 700 junge Männer haben diese Programme schon durchlaufen und viele sind heute Friedensschaffende in ihren eigenen Gemeinschaften.

Der Künstler Álvaro Sebastián Quiroz Bolaños (Brigada 12 | Mexiko) hob Kunst als Mittel zur Würde und Erinnerung hervor, von der Organisation von Kunstauktionen bis zur Schaffung von „Echoes of Reality” zu Ehren von Menschenrechtsaktivist.inne.n. Er zeigte, wie Kunst dazu beiträgt, den Vergessenen Sichtbarkeit und Würde zu verleihen und Räume für Hoffnung zu schaffen.

Die indische bildende Künstlerin Maruee Pahuja reflektierte darüber, wie Kunst den Teilnehmenden der Kreatives Leadership-Programme ermöglicht haben, Führung neu zu definieren – mit Empathie, Neugier und Verspieltheit statt mit Hierarchie und Burnout: „Kunst gibt uns eine Sprache, wenn Worte nicht ausreichen.”

Barbara Aebischer (Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit/EDA) berichtete, wie Kultur Menschen ein neutrales, kreatives Umfeld bietet, das Raum für Diskussionen, Verantwortlichkeit und den Aufbau von Verständnis schafft. Anhand eines Beispiels aus Mosambik beschrieb sie, wie Musik ein wirkungsvolles Mittel sein kann, um Resilienz auszudrücken, Traumata zu verarbeiten und Hoffnungen und Träume zu teilen, wodurch Gräben zwischen Gemeinschaften überbrückt werden können.

I.E. Botschafterin Sabine Bakyono Kanzie (Burkina Faso) erklärte, wie kulturelle Traditionen, wie parenté à plaisanterie («scherzende Verwandtschaft»), Spaltungen mildern, Vertrauen aufbauen und eine gemeinsame Sprache in der Diplomatie schaffen.

Die Zeremonie endete mit Naël Melerds Slam-Gedicht „Cœur et Esprit / Herz und Geist”, das eindringlich daran erinnert, dass Frieden nicht nur von Vernunft, sondern auch vom Herzen geleitet werden muss.

In ihrer Abschlussrede reflektierte Dr. Annyssa Bellal, Geschäftsführerin der Genfer Friedensplattform, über die Energie und Wirkung der diesjährigen Friedenswoche und verwies auf die Teilnahme von über 5000 Besuchenden, mehr als 200 Referent.inn.en und 135 Organisationen bei über 100 Aktivitäten. Sie dankte den Vorstandsmitgliedern, Konsortialpartnern, Freiwilligen, Mitarbeitenden und Sponsor.inn.en, deren Engagement diese inspirierende Woche ermöglicht hat.

 

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Der Beitrag von Naël Melerd und das Gedicht von Maryam Bukar Hasan waren die künstlerischen Höhepunkte der Abschlusszeremonie 2025
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Die Reise fortsetzen

Durch kreative Reflexion, achtsame Bewegung und künstlerischen Dialog haben die Veranstaltungen der Stiftung Caux Initiativen der Veränderung während der Genfer Friedenswoche gezeigt, wie Fantasie und Zusammenarbeit Frieden in Aktion zum Leben erwecken können. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, diesen Geist weiterzutragen – und an den Begegnungen von Caux zu Kunst und Frieden (CAPE) 2026 (10.–13. Mai 2026) teilzunehmen, um Kreativität, Mitgefühl und Dialog weiter auf den Grund zu gehen.

 

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Kunstkreationen vom Workshop "Frieden in der Praxis"

 

Fotos: Eve Brenot, Tina Clifton and Mélanie Lam

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APE GPW 2024 square DE

Die Zukunft neu "denken": Begegnungen zu Kunst und Frieden

Die Begegnungen zu Kunst und Frieden im Rahmen der Genfer Friedenswoche 2024, die am 18. Oktober 2024 stattfanden, nahmen uns mit auf eine eindringliche Reise durch verschiedene Formen des künstlerisc...

GPW 2024 square TBB DE

Friedensförderung und Vertrauen in komplexen Situationen

Welche Strategien sind wirksam, um Vertrauen zwischen Konfliktparteien aufzubauen, und welche Rolle spielt Vertrauen bei Heilung und Versöhnung, um nachhaltigen Frieden zu schaffen? Der Friedensworksh...

GPW 2024 Kofi Annan Peace Address square DE

Aufstrebende Friedensschaffende: Die Menschen auf den Frieden vorbereiten

„Angesichts der zunehmenden Krisen brauchen wir dringend ein mutiges und ethisches Leadership!“, sagte Moderator Ahmad Fawai in seinen einleitenden Worten zur Friedensansprache mit dem Titel ‚Rising P...

GPW 2024 Maruee Pahuja arts and peace square DE

Die Kraft des kreativen Ausdrucks bei der Heilung durch Konflikte gespaltener Gemeinschaften

Am 15. Oktober 2024 war Maruee Pahuja Podiumsteilnehmerin bei der diesjährigen Kofi-Annan-Friedensansprache, wo sie mit Mary Robinson, der ersten Präsidentin Irlands, ehemaligen UN-Hochkommissarin für...

Geneva Peace Week 2023 workshop 2 November Ignacio Packer blog square DE

Haben wir den Weg zum Frieden vergessen?

Es war uns eine Ehre, an der 10. Jubiläumsausgabe der Genfer Friedenswoche teilzunehmen. Doch nun, da der Vorhang gefallen und die Woche vorbei ist - wie geht es jetzt weiter? Vor dem Hintergrund der ...

GPW 2021 FDFA and CDES event square

Frieden schaffen durch verbesserte Landbewirtschaftung in Westafrika

Im Rahmen ihrer Partnerschaft und der Genfer Friedenswoche 2021 organisierten Initiativen der Veränderung Schweiz (IofC) und die Abteilung Frieden und Menschenrechte des Eidgenössischen Departements f...

Summer Academy 2020 Geneva fountain lake, credit: Leela Channer

Ökologische Friedensförderung als Definition unseres Zeitalters

Das Thema der Genfer Friedenswoche 2020 lautete: "Vertrauen nach einem Vertrauensbruch neu aufbauen: Wege zu einer Neuausrichtung der internationalen Zusammenarbeit". Am 6. November veranstalteten Ini...

Geneva Peace Week T4C square teaser

Mutiges Zuhören: Eigenes Unbehagen ertragen

Am 5. November 2020 leitete Initiativen der Veränderung Schweiz im Rahmen der Genfer Friedenswoche 2020 einen Online-Workshop zum Thema Zuhören. ...

Geneva Peace Week Human Library 2019

Genfer Friedenswoche 2019: Vertrauensbildung in Genf und in Europa

Genf ist voll von Organisationen, die sich für Frieden, Menschenrechte und Wohlstand einsetzen, aber selten zusammenkommen. Jedes Jahr versucht die Genfer Friedenswoche, festgefahrene Muster zwischen ...

Geneva Peace Week logo

Geneva Peace Week: Human Library

Beyond Prevention: 5 Alternative Ways to Peace - Geneva Peace Week 2018 - When: 7 Nov, 2017 - 12.30 - 14.00 - Where: UNOG Library...

Geneva News: IofC International becomes Observer to IOM Council

Neuigkeiten aus Genf: IofC International wird Beobachter im Rat der IOM

Am Montag, dem 5. Dezember 2016, erhielt IofC International gemeinsam mit 17 weiteren NGOs den Beobachterstatus für den Rat der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Rainer Gude, Chargé de...

Jens J. Wilhelmsen

Eine Toolbox für den Frieden

Frieden wird oft als ein komplexer Prozess angesehen, bei dem es darum geht, gesellschaftliche Möglichkeiten im Umgang mit Konflikten neu zu schaffen und institutionelle Funktionen zu stärken. Er ersc...


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