Friedensschaffende auf dem Weg
Learning to be a Peacemaker 2021
11/08/2021
„Ich bin sehr froh, dass ich an dem Kurs Learning to be a Peacemaker teilgenommen habe – wir haben die wahren Farben des Islam kennengelernt", schreibt die 18-jährige Abiturientin Nma Dahir aus Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Region im Nordirak. „Nachdem ich den Kurs besucht habe, bin ich völlig in das Thema eingetaucht und möchte noch mehr lernen, damit ich es in mein Leben einbringen und anderen darüber erzählen kann!"
Der Kurs, auf den sie sich bezog, war Teil des Programms des Caux Forum Online 2021 und wurde von dem britischen Imam und Rundfunksprecher Ajmal Masroor konzipiert. Er vermittelt auf schnelle und interaktive Weise eine Vielzahl von Aspekten des Friedensstiftens aus den heiligen Schriften des Islam.
Der Inhalt des Kurses zeigte mir, wie einfach es für uns ist, unser Leben in Frieden zu leben.
Für Nadeem Jahangir, einen Software-Ingenieur aus Lahore in Pakistan, war der Kurs der beste, an dem er je teilgenommen hat. „Der Trainer war ein grossartiger Lehrer und Ratgeber, der deutlich machte, dass der Islam ganz klar zum Frieden auffordert. Der Inhalt des Kurses zeigte mir, wie einfach es für uns ist, unser Leben in Frieden zu leben."
Auf die Frage, was sie aus dem Kurs gelernt habe, antwortete Nigar Sultana, die vor kurzem ihren Abschluss in englischer Literatur gemacht hat und ursprünglich aus Bangladesch stammt, kurz und bündig: „Erstens: Unsere Überzeugungen machen uns nicht zu einem besseren Menschen, aber unser Verhalten schon. Zweitens kann Frieden nicht mit Gewalt aufrechterhalten, sondern nur durch gegenseitiges Verständnis erreicht werden. Und drittens sollten wir, bevor wir uns über Religion streiten, die Religion richtig kennen.“
Unsere Überzeugungen machen uns nicht zu einem besseren Menschen, aber unser Verhalten schon.
Tareq Layka, Zahnarzt und Friedensaktivist in Syrien, hob mehrere Elemente hervor, die der Kurs ihm vermittelt habe. "Erstens: die Dreierbeziehung, die im Mittelpunkt der islamischen Lehre steht – mit Gott, mit uns selbst und mit anderen. Zweitens: die „wunderbare tolerante Haltung, die der Kurs fördert und die wir dringend brauchen, um unsere Unterschiede zu respektieren und andere zu akzeptieren“.
Dies liege ihm persönlich besonders am Herzen, da er einen Konflikt erlebt habe, dessen Ursache „viele Menschen auf religiöse Intoleranz zurückführen“ würden. Drittens: „Wie wichtig es ist, Frieden in uns selbst zu schaffen, um ihn an andere weitergeben zu können.“ Und viertens, „wie man genügsam sein kann, in der Religion und im Leben“. „Letztendlich", so sagte er, „hat mir der Kurs ein völlig neues, umfassendes Verständnis von Leben, Gerechtigkeit, Frieden und vielem anderem mehr vermittelt!“
Der Kurs hat mir ein völlig neues, umfassendes Verständnis von Leben, Gerechtigkeit, Frieden und vielem anderem mehr vermittelt!“
Ein somalischen Teilnehmer, der anonym bleiben möchte, erklärte, ihm sei klar geworden, dass Friedensstiftung und Konfliktlösung Grundpfeiler der islamischen Lehren und Praktiken seien. Er habe gedacht, dass sie nur von westlichen Ländern gefördert würden.
Für Nishat Aunjum, Studentin der Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Dhaka in Bangladesch, hat der Kurs die tief verwurzelten Ursachen für falsche Vorstellungen über den Islam aufgezeigt und sie „auf den Weg gebracht, um meine Gemeinschaft aus der Dunkelheit der Irrtümer zu befreien und eine Gesellschaft mit mehr Wissen aufzubauen“.
Der Kurs hat definitiv meinen Horizont (...) erweitert und dazu beigetragen, dass wir erst in uns selbst etwas verändern müssen, bevor wir uns um andere kümmern können.
Murad Elmaryami, ein libyscher Medizinstudent, der in Malaysia lebt, erzählte mutig, er habe durch das Modul „Innerer Frieden“ neue Dinge über sich selbst gelernt: dass es Konflikte in seinem Inneren gäbe, die gelöst werden müssen, bevor er sich um die Sorgen oder Probleme anderer kümmern könne. Er sagte: „Der Kurs hat definitiv meinen Horizont in Bezug auf diese Themen erweitert und dazu beigetragen, dass wir erst in uns selbst etwas verändern müssen, bevor wir uns um andere kümmern können.“ Seine Schlussfolgerung lautete: „Um diese Phase des inneren Friedens zu erreichen, muss ich mich mehr über Umgang mit Wut, Vergebung und emotionale Intelligenz lernen.“
Taylor Garrett, US-Amerikanerin und frischgebackene Master-Absolventin für Internationale Beziehungen und Diplomatie an der Universität Leiden (Niederlande), brachte eine nicht-muslimische Perspektive ein. Sie schätze Imam Ajmals Gabe, „die Teilnehmenden dazu zu bringen, die Grundwerte des Islam zu überdenken und zu erkennen, inwiefern sie für unser aller Leben, ob muslimisch oder nicht-muslimisch, relevant sind“.
Wir sitzen wirklich alle in demselben Boot!
Alle Teilnehmenden genossen die Vielfalt der Gruppe und das „echte, authentische Engagement von Friedensschaffenden aus der ganzen Welt, die versuchen, inneren und äusseren Frieden in ihren eigenen lokalen Gemeinschaften zu erweitern", so Taylor.
„Wir sitzen wirklich alle in demselben Boot“, schloss sie.
- Mehr über Learning to be a Peacemaker
- Entdecken Sie alle Events des Caux Forum Online 2021
- Sie möchten mehr über unsere Veranstaltungen und unsere Arbeit erfahren? Abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
Zusammengestellt von Peter Riddell, Koordinator bei Learning to be a Peacemaker
Ein gemeinsames Abenteuer der Schweiz und Afrikas für einen nachhaltigen Frieden
Jubiläumsveranstaltung : 15 Jahre Partnerschaft zwischen Initiativen der Veränderung Schweiz und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)
11/08/2021
Dieses wunderbare virtuelle Treffen würdigte die Verbindungen zwischen dem Caux Forum und der Schweiz anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Stiftung Initiative der Veränderung Schweiz (IofC) und der 15-jährigen Partnerschaft mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Dieses Treffen hatte eine Vorgeschichte. Die Beziehungen zwischen der Stiftung IofC Schweiz und dem EDA bestehen seit langem, wurden aber dadurch verstärkt, dass das Caux Forum in den letzten Jahren durch die Abteilung Frieden und Menschenrechte des EDA unterstützt wurde.
Die Konferenzen des Caux Forums, die sich jeden Sommer mit gerechter Regierungsführung und menschlicher Sicherheit befassen, oder der Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit veranschaulichen diese Partnerschaft ebenso wie die regelmässigen Aktivitäten, die das EDA im ehemaligen Caux Palace organisiert, der gute Voraussetzungen für Friedensbegegnungen und -aktivitäten bietet.
Das Jubiläumsjahr bot ausserdem die Gelegenheit zu unterstreichen, wie sehr die Friedensaktivitäten der Stiftung IofC Schweiz Teil der zahlreichen Institutionen des internationalen Genfs sind, die mit den Vereinten Nationen und deren europäischem Sitz in Genf zusammenarbeiten.
Das Treffen knüpfte an die offiziellen Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen von IofC Schweiz am 5. Juli 2021 an (siehe das hochrangige Plenum). Beide Veranstaltungen verdeutlichten die gemeinsamen Werte rund um die Friedensförderung und menschliche Sicherheit sowie die Verbundenheit der Schweiz mit der Symbolik des Konferenzzentrums von IofC Schweiz in Caux auf internationaler Ebene. In einem Interview aus dem Jahr 2018 wurde diese Verbundenheit bereits gewürdigt.
Das besondere Band jedoch, das die beiden Institutionen im Laufe der Jahre zusammengehalten hat, bleibt vor allem die gemeinsame Verbundenheit mit dem afrikanischen Kontinent, die mit diesem Treffen gewürdigt werden sollte.
Das Programm des Tages war auf zwei Schlüsselmomente ausgerichtet. Es begann mit einer Podiumsdiskussion, an der drei afrikanische Persönlichkeiten (siehe unten) teilnahmen. Moderiert wurde das Event von Rainer Gude, der bis Anfang dieses Jahres sieben Jahre lang Co-Direktor von IofC Schweiz war. Anschliessend folgten vier angeleitete Gesprächsrunden.
Das Programm sollte zeigen, wie die Stimme der Schweiz (angetrieben durch die Notwendigkeit, Sicherheit angesichts von Gewalt neu zu überdenken, sowie den Wunsch nach Frieden und Prävention) und das Engagement zweier Schweizer Institutionen (vertreten durch IofC Schweiz und das EDA) in Caux auf Stimmen vom afrikanischen Kontinent trafen, die sich gemeinsam für einen nachhaltigen Frieden engagieren wollten.
Auf dem Programm standen auch die in Caux erlebten Geschichten derjenigen, die den Berg zum Begegnungszentrum bestiegen hatten, nachdem sie Tausende von Kilometern vom afrikanischen Kontinent angereist waren: Die besondere Atmosphäre dieses Ortes mag einerseits auf die Ruhe zurückzuführen sein, die von seiner einzigartigen Geografie ausgeht und die zur Meditation anregt, sowie auf das Bild einer Schweiz, die sich für die Verteidigung menschlicher Werte einsetzt. Vor allem jedoch ist dieser Ort von den menschlichen Begegnungen geprägt, die dort seit fast acht Jahrzehnten jedes Jahr stattfinden und die dazu beitragen, Frauen und Männer des Friedens zu formen.
Schliesslich hat auch die persönliche Geschichte zwischen Caux, der Schweiz und Afrika dazu beigetragen, die internationalen Verbindungen und insbesonders die frankophone Koalition der weltweiten Bewegung Initiativen der Veränderung zu stärken. Die Sitzung wurde in französischer Sprache abgehalten, um diesen Aspekt zu unterstreichen. Sie musste zwar online abgehalten werden, wurde aber durch ein Team vor Ort in Caux organisiert. Caux war daher bei seinem Jubiläum mit dabei!
Einige Höhepunkte des Tages
Die Tagung wurde mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Sicherheit und Gewaltprävention neu überdenken: ein Weg zwischen Caux, der Schweiz und Afrika“ eröffnet.
Sie wurde von Christine Beerli, Präsidentin von IofC Schweiz, eröffnet und von Rainer Gude, Exekutivkoordinator der Genfer Plattform für Friedenskonsolidierung, moderiert. Die Podiumsgäste waren:
- Abdoulaye Mohamadou, Exekutivsekretär des ständigen zwischenstaatlichen Ausschusses für die Dürrebekämpfung in der Sahelzone – CILSS, Burkina Faso
- Daphrose Barampama, Creators of Peace Burundi, Burundi/Schweiz
- Dr. Christian Pout, Präsident, Afrikanisches Zentrum für internationale, diplomatische, wirtschaftliche und strategische Studien – CEIDES, Kamerun
In ihrer Antwort auf die erste Frage („Was sind die wichtigsten Veränderungen, die Sie in Bezug auf Konflikte und Gewalt wahrnehmen, und welche Massnahmen sollten ergriffen werden?“) zeigten sich die Diskussionsteilnehmenden besorgt über die Verharmlosung von Gewalt und Hassreden in unseren Gesellschaften, auch wenn positive Fortschritte zu verzeichnen seien, wie beispielsweise in Burundi.
Auf die zweite Frage („Was hat Ihnen Caux gebracht?“) begannen die Augen der Podiumsgäste zu leuchten: aussergewöhnliche Begegnungen, ein starker Ort der Meditation, die Bedeutung der Stille für den Frieden und ein Ort für persönliches Engagement, Selbstbesinnung und für das Zuhören. Eine Diskussionsteilnehmerin fasste die Atmosphäre von Caux in vier Worten zusammen: Geschichte, Erinnerung, Pflicht und Hoffnung.
Die nächsten Fragen betrafen die Rolle, die Caux und die Schweiz bei der Förderung des Friedens in der Zukunft spielen könnten. Die Podiumsteilnehmenden waren sich einige, dass die Unterstützung der Friedensagierenden – ob auf staatlicher, ziviler oder privater, nationaler oder lokaler Ebene – für diese Dynamik von wesentlicher Bedeutung sei. Dasselbe gelte für die Jugend, die in ihrem Bedürfnis, am Leben ihres Landes teilzunehmen, geschätzt und unterstützt werden müsse.
Caux und die Schweiz, so die Botschaft, müssten ihr Engagement für den politischen und persönlichen Dialog, den Austausch, das Zuhören und die Weiterverfolgung der ergriffenen Massnahmen fortsetzen und sogar noch verstärken. Aufgeben käme daher nicht in Frage. Die Welt habe Vertrauen in die Schweiz, die keine koloniale Vergangenheit habe, die Werte des Humanismus vertrete und als Staat andere Länder beim Aufbau unterstützen könne, sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Mediation und der Gewaltprävention.
Anschliessend wurden die Teilnehmenden in vier parallel stattfindende angeleitete Gesprächsrunden eingeteilt:
■ „Erfahrungen aus dem Caux Peace and Leadership Programm“, moderiert von Désiré Tuyishemeze aus Burundi, der die Diskussion dieser Gruppe zusammenfasste und betonte, wie wichtig es sei, in Caux französischsprachige Menschen zu treffen und sich von Spannungen, ja sogar Hass zu befreien, wenn man eine Führungsposition innehabe.
Es ist schön und gut, die Welt verändern zu wollen -– aber jede Veränderung muss bei einem selbst beginnen.
■ „Momente der Nostalgie und der Inspiration für die Zukunft teilen: Was mir Caux gegeben hat.“, moderiert von Angelo Barampama aus Burundi, der über die Dankbarkeit der Teilnehmenden berichtete, die Caux alle „besänftigt“ verlassen hätten.
Unsere Kinder waren mit uns in Caux und die Magie wirkte auch bei ihnen. Wenn man Kinder in eine Umgebung einbezieht, in der sie lernen, anderen Menschen zuzuhören, bereitet man sie darauf vor, auch Friedensstiftende zu sein.
■ „Überlegungen zur Schweiz und Afrika: Welche Rolle spielt Caux morgen?“: Stéphanie Buri von Initiativen der Veränderung Schweiz berichtete über die Schlüsselrolle, die Caux dabei gespielt hat, bei mehreren Gelegenheiten Staatsangehörige von Ländern an einen Tisch zu bringen, die zu Hause nicht miteinander sprechen konnten (diejenigen, die in Caux waren, sollten wieder eingeladen werden, um ihren Dialog zu vertiefen). Sie sprach auch darüber, wie das Ignorieren von Titeln und Funktionen der Teilnehmenden des Forums die Begegnungen und das persönliche Kennenlernen erleichtert hätten.
Mehr Begegnungen zwischen Konfliktparteien, mehr direkte Mediation. Stärkere Beteiligung der Schweizer Behörden an der Finanzierung der Stiftung, der Bundes-, Kantons- und Gemeindebehörden. Wir haben hier ein gutes Beispiel für eine starke Dezentralisierung.
"Friedenskreise - Ein Erfahrungsaustausch": Marienne Tene Makoudem aus Kamerun beschrieb die sehr konkreten Ergebnisse dieser Friedensrunden (u.a. die Erstellung eines Handbuchs), lobte deren Auswirkungen auf den familiären und generationsübergreifenden Dialog und betonte die Bedeutung des Austauschs in einer gemeinsamen Sprache (in diesem Fall Französisch).
Caux hat die Friedensstifterin in mir zum Vorschein gebracht.
Das Treffen endete mit einem Schlusswort von Frédéric Chavanne aus Frankreich, der an die Bedeutung von IofC Schweiz und des EDA im politischen Dialog in Burundi erinnerte. Dieser habe gezeigt, wie wichtig es sei zuzuhören und keine Lösungen von aussen vorzuschlagen. Zum Abschluss ermutigte Frédéric Chavanne Caux und die Schweiz dazu, mit anderen Ländern des globalen Nordens zusammenzuarbeiten.
Es ist wichtig, Herz und Kopf wieder miteinander zu verbinden – die Reise nach Caux hilft uns dabei, daher müssen wir weitermachen.
_____________________________________________________________________________________________________________
Sehen Sie das Replay hier.
Fotos: Adrien Giovannelli, IofC Schweiz
Ein Weg zu Frieden und Wohlstand in West- und Zentralafrika
Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit 2021
11/08/2021
Im Rahmen ihrer Partnerschaft organisierten Initiativen der Veränderung Schweiz (IofC) und die Abteilung Frieden und Menschenrechte des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein Webinar zum Thema „Förderung politischer und gemeinschaftsbasierter Lösungen für die Landbewirtschaftung in West- und Zentralafrika: ein Weg zu Frieden und Wohlstand“.
Das Webinar fand am 21. Juli 2021 im Rahmen des Caux Forum Online 2021 statt und schloss sich an die vorangegangenen Webinare vom 10. Juli 2020 zum Thema „Land und Sicherheit in der afrikanischen Subsahara“ (Zusammenfassung, Video) und vom 2. Dezember 2020 zum Thema „Bodenpolitik in der Sahelzone" (Zusammenfassug Video) an.
Unter dem Vorsitz von Luc Gnacadja (Benin), Gründer und Präsident des Think Tanks GPS-Dev (Governance & Policies for Sustainable Development), ehemaliger Exekutivsekretär der UNCCD (2007-2013) und ehemaliger Minister für Umwelt und Stadtentwicklung von Benin (2004-2007), brachte das Webinar mehrere Personen zusammen, die sich intensiv mit der Sicherung von Land und Frieden in der Sahelzone befassen:
- Boubacar Ba, Direktor des Centre d'Analyse sur la Gouvernance et la Sécurité au Sahel/NGO Éveil, Mali.
- Ousseyni Kalilou, Ko-Vorsitzender der Forest Interest Group (FIG), Environmental Peacebuilding Association (EnPAX), Niger/USA.
- Salima Mahamoudou, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Global Restoration Initiative, World Resources Institute, Washington DC, USA/Niger
- Abdoulaye Mohamadou, Exekutivsekretär, Ständiges zwischenstaatliches Komitee zur Bekämpfung der Dürre in der Sahelzone (CILSS), Burkina Faso.
Der Workshop betonte die enge Verknüpfung zwischen den verschiedenen Bedrohungen, mit denen West- und Zentralafrika konfrontiert ist: Ernährungsunsicherheit, Armut, Umweltzerstörung, Klimawandel, schwache Regierungsführung, gewalttätiger Extremismus, bewaffnete Konflikte und die immer noch kaum verstandenen Folgen der Covid-19-Pandemie.
In einer Region, in der die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung von Regenfeldbau und Naturweidewirtschaft abhängt, stellt sich vor allem eine Frage: Verstärkt die Landbewirtschaftung die Unsicherheit der Bevölkerung oder können ihre Erfolge und Misserfolge Anlass zu tiefgreifenden Überlegungen über die notwendigen politischen Veränderungen in einer Zeit sein, in der gewalttätiger Extremismus vor allem auf Gebiete abzielt, die reich an natürlichen Ressourcen sind? Wie können wir der Gewalt vorbeugen?
In seiner Einführung in das Webinar erinnerte Luc Gnacadja an die Erklärung von Bamako vom Februar 2019, in der sowohl die afrikanischen Staaten als auch die Zivilgesellschaft dazu aufriefen, entschieden auf die Bodendegradation und die Auswirkungen des Klimawandels in der Sahelzone zu reagieren. Die nachhaltige Bewirtschaftung agrarökologischer Systeme von Kleinbäuerinnen, Kleinbauern sowie Viehzüchterinnen und Viehzüchtern bilde die Grundlage für eine wirksame Strategie zur Verhinderung und „Verringerung von Konflikten im Zusammenhang mit der Ressourcennutzung“, heisst es in der Erklärung. Da in der Region bereits zahlreiche Methoden zur Renaturierung des Bodens angewandt würden, sei es von wesentlicher Bedeutung, sich auf regionaler Ebene zusammenzuschliessen, um Konzepte zu entwickeln und Massnahmen anzuregen, die neue Perspektiven für eine nachhaltige Landbewirtschaftung eröffneten
Boubakar Ba ist der Ansicht, dass die Komplexität der Bodenpolitik nur durch ein genaues Verständnis der lokalen und regionalen Gegebenheiten wirksam angegangen werden könne. Am Beispiel des inneren Nigerdeltas in der Region Mopti in Mali verdeutlichte er, wie die Ungleichgewichte in der Koexistenz von Weide- und Landwirtschaft und die weit in die Vergangenheit zurückreichenden Landkonflikte heute entweder zu Lösungen führen oder die Gewalt anheizen könnten, je nachdem, wie sie gehandhabt würden. In einer Situation von Landraub und bewaffneten Konflikten nannte Boubakar Ba – aus seiner persönlichen Erfahrung heraus – den Dialog mit den „neuen Herren“ als notwendigen Schritt ist, um einen Konsens über die Methode der Konfliktlösung und die endogene Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zu erreichen und den Menschen zu ermöglichen, auf das Land zurückzukehren und es zu nutzen.
Ousseiny Kalilou wies auf die Bedeutung der Gummi arabicum-Produktion in der Sahelzone hin, die unter den Bedingungen von Umweltstress ein Faktor sowohl für den Klimaschutz (die Akazie bindet Stickstoff im Boden) als auch für die Bewältigung der Ursachen von Gewaltkonflikten durch lokale Gemeinschaften sein könne. Da Gummi arabicum eine Quelle der wirtschaftlichen Existenz und eine von multinationalen Organisationen begehrte natürliche Ressource sei, biete die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaften und mit externen Akteurinnen und Akteure zur Regulierung des Sektors die Möglichkeit, den sozialen Zusammenhalt rund um diesen Akazienbaum zu stärken. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stünden also im Mittelpunkt dieser Tätigkeit, auch in Spannungsgebieten.
Salima Mahamoudou betrachtete die Wiederherstellung von Land aus einer wirtschaftlichen Perspektive: Jedes Land habe einen Marktwert, und seine Wiederherstellung könne sowohl unmittelbare Vorteile als auch ungesunden Wettbewerb oder andere negative Auswirkungen haben. Landbesitzende, die das von ihren Pachtenden wiederhergestellte Land zurückforderten, vertrieben die Pachtenden ohne angemessene Entschädigung. Es sei wichtig, dass gewohnheitsrechtliche Vereinbarungen eingehalten würden, da gerade die schwächsten Bevölkerungsgruppen (Frauen und Jugendliche) von solchen Praktiken am meisten betroffen seien. Gesprächsforen auf lokaler und nationaler Ebene seien für die Schaffung kohärenter Programme zur Landrückgabe daher unerlässlich.
Schliesslich zeichnete Abdoulaye Mohamadou ein umfassendes Bild der verschiedenen Schwierigkeiten, mit denen die Länder konfrontiert seien, wenn sie versuchten, den immensen Reichtum der natürlichen Ressourcen der Sahelzone zu schützen, zu kontrollieren und voll auszuschöpfen. Die grösste Sorge bereite den Regierungen die Grenzgebiete, in denen sie mit unterschiedlichen Rechtssystemen zurechtkommen müssten. Diese Situation erfordere unbedingt eine regionale Koordinierung und eine Politik des Dialogs auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung, insbesondere unter Einbeziehung der Akteurinnen und Akteure vor Ort. Nur eine gross angelegte Bürgermobilisierung unter Einsatz modernster Technologien und auf der Grundlage konkreter und erfolgreicher Experimente würde den Bedürfnissen gerecht werden können. „Wir müssen dringend einen afrikanischen IPCC (zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) schaffen“, schloss er.
In der anschliessenden Diskussion betonten die Diskussionsteilnehmenden die Notwendigkeit, die angesprochenen Probleme gezielt und konkret anzugehen und die lokalen Gemeinschaften aktiv in die Lösungsfindung einzubeziehen. Darüber hinaus seien nicht so sehr die Umweltbedingungen selbst entscheidend für Frieden und Sicherheit, sondern deren Steuerung. Da überall Machtverhältnisse bestünden (auch in Spannungsgebieten), sei es wichtig, sie zu flexibilisieren und, wo immer dies möglich ist, in den Dialog zu treten: dort, wo der Staat präsent sei, dort, wo er es nicht sei, dort, wo der Privatsektor aktiv sei (vor allem durch Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe), dort, wo traditionelle Strukturen zum Nutzen der Gemeinschaft wirkten, dort, wo Konflikte drohten und dort, wo sie bereits ausgebrochen seien.
Nur wenn man sich des Zusammenhangs zwischen der Landbewirtschaftung und der Gefahr von Krieg oder Frieden bewusst sei und alle betroffenen Akteurinnen und Akteure einbeziehe, könne man Fortschritte erzielen.
Alle betonten, dass diejenigen, die von der Gesellschaft zurückgelassen würden (insbesondere Frauen und Jugendliche), integriert werden müssten, da sie es seien, die mit dem Land verwurzelt seien und für dessen Fortbestand sorgten, egal was passiere.
Diese Menschen und das Land, das sie bewirtschaften, seien der Ausgangspunkt, von dem aus die notwendige Ausweitung der bewährten Praktiken angegangen werden könne – von den Nationen und mit der Unterstützung aller.
Organisation des Events
Dr. Alan Channer, Spezialist für Friedensförderung, Umwelt und Kommunikation (UK/Frankreich), ist einer der Organisatoren der Caux-Dialoge über Umwelt und Sicherheit seit deren Beginn und intiierte ausserdem die Sommerakademie zu Land, Sicherheit und Klima im Jahr 2019 in Partnerschaft mit dem Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP).
Carol Mottet, Beraterin in der Abteilung Frieden und Menschenrechte des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), ist für ein Programm zur Prävention von gewalttätigem Extremismus zuständig. Da Landfragen zu den Hauptursachen von Gewalt gehören, trägt dieses Programm dazu bei, Umwelt-, Sicherheits- und Friedensspezialisten bei der Suche nach einer gemeinsamen Lösung miteinander zu vernetzen.
Den Bericht in französischer Sprache herunterladen
_____________________________________________________________________________________________________________
Sehen Sie hier das Replay in französischer Sprache.
- Mehr über den Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit
- Entdecken Sie alle Events des Caux Forum Online 2021
- Abonnieren Sie hier unseren Newsletter für weitere Events
Foto: Noah Elhardt via WikiCommons
Musical Stories aus Caux
Ein Konzert mit dem Caux Vintage Chorus
10/08/2021
"Was für eine wunderbare Präsentation aus Geschichten und Musik", kommentierte ein Teilnehmer der Präsenz-Veranstaltung des diesjährigen Caux Forum Online, die auf Einladung am 1. August 2021 in der Haupthalle des Caux Konferenz- und Seminarzentrums stattfand. Das Konzert „Musical Stories“ mit dem Caux Vintage Chorus war Teil des Tages der Dankbarkeit, mit dem das 75-jährige Bestehen des Konferenzzentrums in Caux gefeiert wurde und der den Abschluss des Caux Forum Online 2021 bildete.
Mehr als 80 Personen aus der Region und darüber hinaus – Familienangehörige, Freunde und Freundinnen der Musizierenden – nahmen daran teil. Das Konzert mit dem Caux Vintage Chorus wurde per Livestream in die ganze Welt übertragen und war so erfolgreich, dass das Publikum in Caux und vor den Bildschirmen die Musizierenden nicht gehen lassen wollte und mehrere Zugaben forderte.
Das Konzert ging auf die Initiative der Schweizer Musikerin und Chorleiterin Claire Martin-Fiaux zurück, die einige der grossartigen Werke, die in den Anfangsjahren für das Konferenzzentrum in Caux komponiert worden waren, wieder zur Aufführung bringen wollte. Die Veranstaltung begann mit der Präsentation eines Fotos, das sie und ihren Bruder Jean Fiaux als Kinder in demselben Saal am 1. August 1946 mit Frank Buchman, dem Gründer von Initiativen der Veränderung (damals noch Moralische Aufrüstung genannt), zeigt.
Der Caux Vintage Chorus, ein Ad-hoc-Chor aus 14 Sängerinnen und Sängern, trug 11 „Klassiker“ aus den 1930er bis 1960er Jahren in Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch vor. Aufgrund der weltweiten Pandemie war es Musizierenden aus anderen Ländern, die an diesem Abenteuer teilnehmen wollten, nicht möglich, in die Schweiz zu kommen und mitzusingen. So rekrutierten die Sängerinnen und Sänger, die in Caux und Umgebung leben, im Freundes- und Verwandtenkreis und in der Nachbarschaft (von denen einige noch nie in einem Chor gesungen hatten) und begannen mit den Proben.
Andrew und Eliane Stallybrass aus Caux, die beide seit vielen Jahren mit Initiativen der Veränderung zusammenarbeiten, stellten die Lieder vor und erläuterten deren geschichtlichen Kontext. Dazu wurden Archivfotos projiziert. Die Liedtexte wurden in einem gedruckten Programm an die Anwesenden im Saal verteilt und für alle, die die Veranstaltung online verfolgten, als Untertitel eingeblendet.
Es kamen drei Lieder von Paul Misraki zur Aufführung, einem französischen Volkslied- und Filmmusik-Komponisten jüdischer Abstammung. Ausserdem wurden eindrucksvolle Fotos von ihm am Klavier mit dem Chor von Caux präsentiert. Ein anderes Bild zeigte ihn beim Dirigieren des Orchestre de la Suisse Romande in der Victoria Hall in Genf, wo er die Tonspur für die Musical-Show The Good Road aufnahm, die 1948 durch Deutschland tourte (siehe hier die Geschichte dazu).
Im Publikum sassen zwei Schweizerinnen, die als Teenagerinnen geholfen hatten, den verlassenen Caux Palace für die ersten Konferenzen im Jahr 1946 vorzubereiten, nachdem er von Schweizer Familien und Einzelpersonen gekauft worden war, um „der Welt ein Zuhause“ zu bieten.
Das Lied When I point my finger at my neighbours von Cecil Broadhurst aus dem Musical Jotham Valley ist wahrscheinlich eines der am häufigsten aufgeführten Lieder innerhalb von Initiativen der Veränderung. Seine Botschaft lautet, dass wir jedes Mal, wenn wir eine andere Person beschuldigen oder ihr die Schuld geben, daran denken sollten, dass wir Teil des Problems sein könnten. Wenn wir mit dem Finger auf jemanden zeigen, zeigen drei unserer Finger auf uns zurück.
Das Lied wurde bei dem Konzert am 1. August aufgeführt und hatte einen so grossen Erfolg, dass einige Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Dorf Caux am nächsten Tag als Running Gag immer aufeinander zeigten, wenn sie sich sahen.
Was das Publikum sagte
„Den ganzen Abend lang habe ich mir vorgestellt, wie die 130-köpfige deutsche Delegation 1947 in Caux mit einem sehr gewagten Text begrüsst wurde. Wer hat das geschrieben, ich hatte den Text früher nie verstanden.“
Teilnehmer aus Frankreich
„Was für ein grossartiges Ereignis das war. Es war wunderbar, alle im Saal wiederzusehen. Und bewegend, diese Lieder zu hören – der Text von Es muss alles anders werden ist unglaublich, wenn man bedenkt, zu welcher Zeit er gesungen wurde!“
Teilnehmerin aus Grossbritannien
„Vielen Dank für die wirklich tolle Show gestern! Sie war sowohl informativ als auch sehr unterhaltsam. Ich muss zugeben, dass ich nicht sicher war, was mich erwarten würde, da ich mich mit der Musik aus dieser Zeit nicht so gut auskenne. Aber ich war sehr beeindruckt. Also nochmals vielen Dank an alle Beteiligten.“
Teilnehmer aus dem Dorf Caux
„Es war in der Tat eine GROSSARTIGE Demonstration, wie Musik und Geschichte miteinander in Verbindung stehen. Wir haben es beide sehr genossen. Wir haben sogar mit euch gesungen! Bitte sagt dem Team, das diese Veranstaltung organisiert hat, wie dankbar wir sind. Die Texte auf der Leinwand zu sehen war wirklich schön. Es wurde an alle Details gedacht, damit das Konzert auch für alle, die online zugeschaltet waren, eine wunderbare Erfahrung war. Menschen, echte Menschen in der Haupthalle zu sehen, war auch ein Zeichen der Hoffnung!“
Teilnehmer aus Uruguay
„Was für eine wunderbare Präsentation aus Geschichten und Musik.“
Teilnehmer aus Südafrika
„Ich möchte mich ganz herzlich für das grossartige Konzert in Caux bedanken, das ihr gegeben habt. Der Gesang war so schön und die ganze Aufführung so professionell! Ich habe es sehr genossen. Auch die Solostimmen waren sehr gut. Vielen Dank für die Stunden, Tage und Wochen des Übens, die dem vorausgegangen sein müssen. Es war so schön, sich für eine Stunde oder so als Teil von Caux zu fühlen, auch wenn wir weit weg in unseren Häusern waren. Besonders berührt hat mich das Lied Es muss alles anders werden. Die Melodie und die Harmonie waren wunderschön und der Text so herzerwärmend, wenn man an die Deutschen kurz nach dem Krieg denkt.“
Teilnehmerin aus Grossbritannien
„Ich weiss nicht, ob ich das Begrüssungslied für die erste deutsche Delegation in Caux schon einmal gehört habe, oder ob ich mich nicht an die Übersetzung erinnern konnte. Es war so kraftvoll und bewegend, sich den Moment vorzustellen, in dem es für diese Gruppe gesungen wurde – wow!“
Teilnehmerin aus Boston, USA
„Grossartig! Ich fand es auch toll und habe meinen Laptop angeschrien, dass ich unbedingt eine Zugabe von diesem Polarstern-Lied hören wollte, und ihr habt mich gehört!!! Die Einbindung der Geschichte war für mich auch sehr wichtig ... wirklich sehr gut gemacht!!!“
Teilnehmer aus Moldovien
„Die Auswahl und Präsentation der Lieder, die Bilder, die Untertitel, der Gesang ... die viele Liebe zum Detail! Ich denke, es war ein echter Erfolg, und ich bin so glücklich, dass ihr dieses Konzert möglich gemacht habt!“
Teilnehmerin aus Rumänien
__________________________________________________________________________________________
Sie können das Replay des Konzerts hier einsehen.
__________________________________________________________________________________________
Hören Sie eine Originalaufnahme von Es muss alles anders werden aus den Jahren 1947/48 und entdecken Sie den Text. Dieses Lied wurde ursprünglich geschrieben, um die ersten Deutschen zu begrüßen, die 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg in Caux ankamen. Sie finden dieses Lied auf dem Video ab 24"15.
Land der sanften grünen Hügel, Land der weiten blauen See,
Land der hohen Waldgebirge, Gipfel weiß bedeckt mit Schnee,
Land des Zwiespalts, Lande der Einheit,
Zwischen Ost und West das Band,
Vorbestimmt dein Herz zu geben,
Deutschland, Gott-geliebtes Land,
Deutschland, Gott-geliebtes Land.
Einmal mehr ruft dich dein Meister, Vater Himmels und der Erden.
Leere Hände, Leere Herzen, Es muss alles anders werden.
Gestern traurig und geschlagen, Heute wachsen aus Beschwerden.
Neue Herzen, neue Menschen, Es kann alles anders werden.
Land der schönen alten Städte, mitten in Europas Herz,
Deine hochgebauten Dome zeigen alle himmelwärts,
Land des großen alten Meister, Bachs Musik und Dürers Hand,
Große Denker, Große Geister,
Deutschland, Gott-geliebtes Land,
Deutschland, Gott-geliebtes Land.
(Text: Jörg Widmer)
- Fotos von Mark Henley
- Video produziert von Visualive Productions
- Es muss alles anders werden: Initiativen der Veränderung










































































