"Danke, dass ihr Caux zu uns nach Hause gebracht habt"
Eine Creative Leadership-Geschichte
23/07/2021
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Eine Creative Leadership-Geschichte
Betty Nabuto Mulyalya ist Facilitatorin bei Creators of Peace in Uganda. Sie is ausserdem Mitglied des ugandischen IofC-Teams und arbeitet als Personalleiterin.
Ich halte eine Führungsposition inne, weshalb ich sehr neugierig war, wie die Konferenz Kreatives Leadership mir dabei helfen würde, eine bessere Führungskraft zu werden.
Die Konferenz hat meine Erwartungen weit übertroffen. Ich habe an allen Sitzungen teilgenommen und war sehr inspiriert von Marias Initiative, eine Bibliothek in einer abgelegenen Gegend aufzubauen. Ich habe daraufhin darüber nachgedacht, welche Rolle ich bei der Bekämpfung des Analphabetismus, der in meinem Umfeld sehr verbreitet ist, spielen kann.
Berührt hat mich auch Tonys Webinar zum Thema „Die Bedeutung von Networking". Er hob die Tatsache hervor, dass wir nicht alles alleine machen können. Seine Tipps, wie man sich beim Networking weiter öffnen kann, waren sehr hilfreich und zeigten, wie wichtig auch soziale Kompetenzen für Führungskräften sind. Ich habe gelernt, dass ich, um eine effektive Führungskraft zu sein, sichergehen muss, dass ich den Teams, die ich führe, immer wieder neue Energie gebe, statt sie ihnen zu rauben. Ich bin dafür da, ihre Akkus wiederaufzuladen.
Ich stellte fest, dass wir ähnliche Bestrebungen und das Bedürfnis nach Geduld, Demut, der Fähigkeit zuzuhören, Vergebung und Einfühlungsvermögen haben, um Leadership effektiv zu gestalten.
Unsere Gespräche in kleiner Runde waren für mich besonders wertvoll; es kam mir vor, als wären wir eine Familie. Rachel, Andrea, Daniel und Lorena gaben mir das Gefühl, zu Hause zu sein. Ihr ehrlicher Austausch darüber, was sie erreichen wollen, wo sie gerade stehen und wie die Reise weitergehen soll, war bemerkenswert und erfüllte mich mit tiefer Demut. Ich stellte fest, dass wir ähnliche Bestrebungen und das Bedürfnis nach Geduld, Demut, der Fähigkeit zuzuhören, Vergebung und Einfühlungsvermögen haben, um Leadership effektiv zu gestalten. Ich habe ausserdem erkannt, dass ich nicht immer eine gute Zuhörerin bin und manchmal ein bisschen ungeduldig sein kann.
Webinar bei Kreatives Leadership 2020
Gegen Ende der Konferenz entschuldigte sich einer der Organisatoren, Daniel Clements, dafür, dass er uns nicht nach Caux hatte einladen können. Er brachte jedoch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Konferenz Caux zu uns gebracht habe. In der Tat, ich hatte die ganze Zeit über genau das gespürt. Das Bild von Caux, das während der Veranstaltungen als Hintergrund diente, gab mir das Gefühl, als wäre ich in Caux. Ich war auf Grund von Visaproblemen noch nie in Caux. Als ich also eine E-Mail erhielt, in der ich gefragt wurde, was die Konferenz in meinem Leben bewirkt hatte, schrieb ich als Teil meiner Antwort: „Danke, dass ihr Caux zu uns nach Hause gebracht habt".
Und das meinte ich auch so.
Das Bild von Caux, das während der Veranstaltungen als Hintergrund diente, gab mir das Gefühl, als wäre ich in Caux.
Wenn Sie vor der Anmeldung (oder nachdem Sie sich angemeldet haben) mehr über Kreatives Leadership erfahren möchten, nehmen Sie an unserer Online-OPEN HOUSE-Veranstaltung am Sonntag, den 27. Juni um 15:00 - 16:00 Uhr GMT teil und melden Sie sich hier an.
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Zielsetzung nachhaltiger Unternehmen jenseits des Profits
Initiatives of Change Business & Economy 2021
22/07/2021
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Initiatives of Change Business & Economy 2021
Von Michael Smith
„Unternehmen brauchen eine Zielsetzung, die über Profit hinausgeht“, so Sunil Mathur, Geschäftsführer und Chief Executive von Siemens Indien und Südasien. „Die Ziele der Unternehmen sind entscheidend“, sagt er. Sie sollten die Verpflichtung für die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die Bewältigung ökologischer Herausforderungen, Vielfalt in der Belegschaft und ethische Werte umfassen.
Sunil Mathur
Moralischer Kompass für Unternehmen
Mathur eröffnete mit seiner Rede im Rahmen einer Podiumsdiskussion die erste Konferenz des Caux Forum Online 2021, das dieses Jahr zusätzlich das 75-jährige Bestehen des Konferenzzentrums für Initiativen der Veränderung in der Schweiz feierte. Das zweitägige Wirtschaftsforum, das vom 12. bis 13. Juli stattfand, stand unter der Überschrift „Unternehmensführung im 21. Jahrhundert – Antworten für systemische Krisen“ und wurde vom Programm Initiatives of Change Business & Economy organisiert, das ausserdem monatliche Treffen zu den Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf die Wirtschaft veranstaltet.
Mathur leitet ein 1,2 Milliarden Pfund schweres Ingenieur- und Infrastrukturunternehmen mit fast 10.000 Angestellten. Er räumte ein, dass „Erwartungen der Aktionärinnen und Aktionäre zu einer immer grösseren Herausforderung werden“, wenn sie mit den langfristigen Zielen des Vorstands kollidieren. „Die Börse ist rücksichtslos“, so Mathur.
Unternehmen können nur dann nachhaltig sein, wenn sie sich einem höheren Ziel verpflichtet fühlen
„Wachstum ist nur dann nachhaltig, wenn es alle Akteurinnen und Akteure betrifft“, so Mathur weiter. „Wachstum, mit dem ein höherer Zweck verfolgt wird, wird immer wichtiger. Unternehmen können nur dann nachhaltig sein, wenn sie sich einem höheren Ziel verpflichtet fühlen.“
Er forderte, man müsse Worten auch Taten folgen lassen: „Orientiert man sich im Unternehmen an einem moralischen Kompass? Kommuniziert man diesen gegenüber allen Mitarbeitenden?“
Siemens operiere jetzt unter dem Akronym DEGREE:
Dekarbonisierung;
Ethik – eine Kultur der Integrität;
Governance;
Ressourcen – Müllvermeidung;
Egalität – Gerechtigkeit und Inklusivität;
Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit – für alle Mitarbeitenden.
2006 überstand Siemens, das seinen Sitz in Deutschland hat, einen Bestechungsskandal. Damals wurde ein geheimer Fonds in Höhe von 40 bis 50 Millionen Dollar aufgedeckt, mit dem Aufträge in afrikanischen Ländern gewonnen wurden. Daraufhin trat der Vorstand zurück, ein neuer Vorstand und eine neue Geschäftsführung wurden eingesetzt und man erklärte, dass „nur saubere Geschäfte Siemens-Geschäfte sind“. Das Unternehmen wurde so umstrukturiert, dass der Dow Jones Siemens als das ethischste Unternehmen der Welt einstufte.
Mathur gab zu, es gäbe ethische Konflikte, wie zum Beispiel bei der Beschäftigung von Kindern als Teejunge oder Teemädchen. Das Kind habe zwar ein Recht auf Bildung, gleichzeitig könne es aber der einzige Ernährer bzw. die einzige Ernährerin der Familie sein.
Professor Isabella Bunn
Menschlichkeit im Zentrum unternehmerischer Praktiken
Isabella Bunn, Professorin für Wirtschaftsethik am Regents Park College der University of Oxford und Mitglied des Leitungsgremiums von Oxford Analytica, konzentrierte sich ebenfalls auf Werte und die Zielsetzung von Unternehmen. Diese sollten einen „Multi-Stakeholder-Ansatz“ verfolgen, der ökologische und soziale Verantwortung, Corporate Governance und die SDGs umfasse. Der Nutzen, den Unternehmen für die Gesellschaft bringen, gäbe ihnen eine „soziale Lizenz für den Geschäftsbetrieb“, sagte sie. „Vorstände müssen die Wertekultur des Unternehmens etablieren und diese Kultur als Unternehmenswert ansehen“.
Der Unterschied in Bezug auf die Zielsetzung besteht nun darin, wie man den Menschen in den Mittelpunkt der Unternehmenspraxis stellt.
Bunn, die sich auf ethische Aspekte des Wirtschaftsrechts spezialisiert hat, nannte Organisationen, die sich für einen Zweck jenseits des Profits einsetzen. Dazu gehörten der Caux Round Table for Moral Capitalism, Oxford Analytica, das British Academy Future of the Corporation Programme und der UN Global Compact.
Sie sagte, Unternehmen sollten ihren Zweck strategisch angehen – dies müsse ein konstantes und nachhaltiges Prinzip für den gesamten Betrieb sein. Weil der Zweck nun stärker in den Fokus rücke, müsse man auch darüber nachdenken, „wie man Menschlichkeit in den Mittelpunkt der Unternehmenspraxis stellt“.
Elise Groulx
Alle Stakeholder mit einbeziehen
Die Menschenrechtsanwältin und Mediatorin Elise Groulx Diggs, die an der Georgetown University in Washington D. C. tätig ist, berät Unternehmen zu Menschenrechtsrisiken bei ihren strategischen Zielen und Lieferketten. Sie sagte, es sei notwendig, mit allen Akteurinnen und Akteuren über Menschenrechte zu sprechen. Dazu gehöre auch, „Menschenrechtsverletzungen und Klimaschäden“ zu thematisieren und anzugehen.
Groulx unterschied zwischen der „Kunst, Gutes zu tun“, was durch die Corporate Social Responsibility" (CSR) unterstützt werde, und der „Kunst, keinen Schaden anzurichten“, was durch „Wirtschaft und Menschenrechte“, einem neuen Bereich der Rechtssprechung, vorangetrieben werde.
Sie bezog das Bewusstsein für die „vorgelagerte Lieferkette“ in ihren Ansatz, alle Stakeholder zu berücksichtigen, mit ein und nannte das Beispiel der Rana-Plaza-Tragödie in Dhaka, Bangladesch. Als das Gebäude im April 2013 einstürzte, kamen über 1.100 Arbeiterinnen der Textilindustrie ums Leben. Sie stellten Kleidung für westliche Modehäuser in einem Gebäude her, das als unsicher eingestuft worden war, nachdem Risse in den Betonpfeilern aufgetreten waren. Das bangladeschische Gesetz, so Groulx, habe Gewerkschaften verboten, die sich für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeitern eingesetzt hätten.
Sie wies ausserdem auf Versäumnisse bei sozialen Investitionen von Bergbauunternehmen hin, wo von Peru bis Australien und Papua-Neuguinea Entscheidungen aus einer Entfernung von 5.000 Meilen getroffen würden, ohne dass es eine angemessene Konsultation oder Beteiligung auf lokaler Ebene gäbe.
Man muss optimistisch sein, damit sich Dinge ändern können.
Dennoch „muss man optimistisch sein“, damit sich Dinge ändern können. Die Principles for Responsible Management Education (PRME) der UN beziehen 800 Business- und Managementhochschulen in die Vermittlung von Unternehmenswerten und Nachhaltigkeit ein.
Groulx stellte kurz ihr Modell der „Galaxie der Normen“ vor, das hilft, das sich global entwickelnde neue Rechtsuniversum zu verstehen. Darin träfe durch fünf Haftungsringe hartes Recht auf weiches Recht : Berichterstattung (einschliesslich des Drei-Säulen-Modells der nachhaltigen Entwicklung von Menschen, Planet und Profit); eine gesetzliche Sorgfaltspflicht für Mitarbeitende, Lieferantinnen, Lieferanten und andere Stakeholder; freiwillige Prinzipien und Industriestandards; Verträge und Verhaltenskodizes und das sogenannte weiche Recht (wie die UN Guiding Principles on Business and Human Rights, die OECD-Richtlinien, die ILO-Kernkonventionen, die SDGs und der UN Global Compact).
Gemeinschaft des Vertrauens
Während der Online-Diskussion betonten die Teilnehmenden, potenzielle Mitarbeitenden suchten Unternehmen, die als ethisch fundiert angesehen werden, auch in Bezug auf die Auseinandersetzung mit Themen wie dem Klimawandel.
Mathur appellierte an „vertrauensvolle Beziehungen“ zwischen Wirtschaft, Regierungen und Zivilgesellschaft. Unterstützt wurde er von dem nordirischen Geschäftsmann Peter Brew in seinem Appell, Initiativen der Veränderung solle „als Scharnier für den Aufbau von Vertrauen“ zwischen der Geschäftswelt, den Regierungen und der Zivilgesellschaft dienen. Es brauche einen „sicheren Raum“ für den Austausch, so Bunn, oder, wie Groulx es ausdrückte, eine „Gemeinschaft des Vertrauens“.
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1978: Heinz und Gisela Krieg – Zum Beispiel Deutschland
Von Monica und Folker Mittag
22/07/2021
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Von Monica und Folker Mittag
Unter den 450 Personen, die an der Winterkonferenz 1978/1979 in Caux teilnahmen, befand sich eine grosse Gruppe aus Deutschland. Sie war dort, um ein ungewöhnliches Theaterstück, Zum Beispiel Deutschland, aufzuführen, das von Gisela und Heinz Krieg verfasst worden war.
Heinz Krieg
Gisela Krieg
Bei einem früheren Besuch in Caux hatten Heinz, ein Künstler und Lehrer, und Gisela, eine ehemalige Schauspielerin, junge Deutsche getroffen, welche die Geschichte ihres Landes nicht akzeptieren konnten und sich selbst eher als Europäerinnen und Europäer denn als Deutsche bezeichneten.
Gisela begann, ein Bühnenstück mit Beispielen aus der deutschen Geschichte zu schreiben, auf das die jungen Leute stolz sein konnten. Sie fügte einige pointierte Verse über deutsche Stereotypen hinzu: der Bürokrat, der nur die Regeln befolgt; die Touristin, die mit ihrem Handtuch den besten Platz am Meer ergattert und einige mehr. Heinz bastelte schöne Masken für sie.
Das Stück wurde 1977 und 1978 in Caux, 1978 in Berlin und Freudenstadt und, mit französischer Übersetzung, 1979 in Orléans aufgeführt. Keiner der Schauspielerinnen und Schauspieler war Profi.
Die Theatertruppe von Zum Beispiel Deutschland
Jede Aufführung war ein Wunder, denn es gab nie genug Zeit zum Proben. Viele der Schauspielerinnen und Schauspieler und das Publikum fanden ein neues Verständnis für Deutschland und seine Vergangenheit - und eine Hoffnung für seine Zukunft.
Ein zweites Stück, Der Zug, das 1983 in Caux aufgeführt wurde, ging noch einen Schritt weiter - von der Selbstaufarbeitung zur Versöhnung mit anderen.
Eine Szene aus Zum Beispiel Deutschland
Heinz hatte in seinem Leben eine erstaunliche Reise hinter sich. Als Junge war er ein überzeugtes Mitglied der NS-Jugendorganisation gewesen. Er hatte an der russischen Front gekämpft und war schwer verwundet worden. Als er 1949 zum ersten Mal nach Caux kam, hatte sich seine Weltanschauung bereits verändert und er engagierte sich für den Aufbau einer Welt des Friedens und der Gerechtigkeit, in der die Bedürfnisse aller erfüllt werden, ohne darauf zu bestehen, die eigene Gier zu befriedigen.
Wir liessen beide unseren Hass los.
Es erschütterte ihn zutiefst, als er in Caux hörte, wie sich ein junger Tscheche jüdischer Herkunft für seinen Hass auf die Deutschen entschuldigte. Er war vor dem Krieg in die USA geflohen, hatte in der US-Armee gekämpft und ein Bein verloren. Heinz war am Ende des Krieges in Prag gewesen. Nach dem Treffen unterhielten sich die beiden Männer. "Er hörte sich alles an, was ich über die Rache der Tschechen an den Deutschen erwähnte," sagte Heinz. "Wir liessen beide unseren Hass los."
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Von links nach rechts: Gisela und Heinz Krieg mit Philippe Lasserre, Charis Waddy und Peter Everington in Caux, 1977
Dies war die erste von vielen Begegnungen. Jahre später, bei einem Abend mit jüdischen Freunden in Berlin, hatte Heinz das Gefühl, erklären zu müssen, dass er nicht, wie sie annahmen, Antifaschist gewesen war. "Es herrschte absolute Stille, als ich sagte, wie sehr ich das Leid bereute, das sie wegen der Gleichgültigkeit und Blindheit von Leuten wie mir durchgemacht hatten. Dann sagte einer von ihnen: Das ist die Grundlage für unsere Freundschaft." Später, als Heinz im Altersheim war, besuchte er die örtlichen Schulen, um den Kindern aus seinem Leben, dem Geheimnis und Empfangen der Vergebung zu erzählen.
Später, als Heinz im Altersheim war, besuchte er die örtlichen Schulen, um den Kindern aus seinem Leben, dem Geheimnis und Empfangen der Vergebung zu erzählen.
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Von links nach rechts: Ute Unterlöhner, Udo Brehmer, Heinz und Gisela Krieg, Philippe Lasserre, Caux, 1977
Menschen aus aller Welt gingen im Haus der Kriegs in Berlin ein und aus, wo die Besucherinnen und Besucher erlebten, was es in den Tagen des Kalten Krieges bedeutete, in einer geteilten Stadt zu wohnen. Ein fester Bestandteil waren die Dienstagstreffen. Viele Jahre lang kamen bis zu 25 Leute zusammen, um Giselas leckere Suppe zu geniessen und dann gemeinsam Zeit in Stille zu verbringen, ihre Gedanken auszutauschen, Freundschaften zu schliessen und zu beten.
Die Kriegs in ihrem Garten
Als eines ihrer fünf Kinder anfing, Drogen zu nehmen, half Gisela, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, in der Eltern von Süchtigen sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen konnten. "Damals fühlten sich die Eltern von Süchtigen isoliert," sagt Gisela. "Jahrelang brannte die Suppe an, während ich am Telefon mit den Eltern sprach." Es entstand ein Netzwerk von Gruppen in ganz Westdeutschland, und Gisela und zwei ihrer Kolleginnen und Kollegen wurden für ihre Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Als Heinz sich aus dem Schuldienst zurückzog, gab auch Gisela ihren vielseitigen ehrenamtlichen Einsatz auf. Sie konnten nun gemeinsam reisen, unter anderem in das Konferenzzentrum von Initiativen der Veränderung in Indien, wo sie vom Podium aus mit einem französischen Ehepaar darüber sprachen, wie nach dem Zweiten Weltkrieg Brücken zwischen den beiden Ländern gebaut worden waren.
Klicken Sie hier, um das Interview von Hanno Krieg mit seinem Vater über dessen Leben zu sehen: Life Was Suddenly More Beautiful.
Einige der Puppen, die Heinz für Zum Beispiel Deutschland schuf
Heinz Krieg besuchte die Familie Mittag nie, ohne eine Karikatur in deren Gästebuch zu zeichnen: 'Auch bei Schnee und Eis geniesst man bei euch warmherzige Gastfreundschaft. Herzlichen Dank.
Die deutsche Sprache und Deutschland waren zwei grosse Leidenschaften meines Vaters. Bill Stallybrass studierte vor dem Krieg in Deutschland und zog ernsthaft den Selbstmord in Betracht, als der Krieg zwischen seinem Land, Grossbritannien, und Deutschland ausbrach. Er konnte sich nicht vorstellen, gegen das Volk, das er liebte, kämpfen zu müssen. Freunde der Moralischen Aufrüstung (heute Initiativen der Veränderung) halfen ihm zu erkennen, dass im Faschismus ein Übel steckte, das bekämpft werden musste, dass er aber die Deutschen nicht zu hassen brauchte. Also nutzte er seine Sprachkenntnisse im militärischen Geheimdienst.
1983 übernahm er eine Rolle bei einer Aufführung von Heinz und Gisela Kriegs Theaterstück Der Zug in Caux. Er schrieb: "Ich konnte mich nicht mit meiner Rolle eines ehemaligen RAF-Piloten identifizieren, der am Angriff auf Dresden teilgenommen hatte und (im Zug) mit einem deutschen Mädchen konfrontiert wurde, dessen Grossmutter den Angriff überlebt und einen tiefen Hass auf alle Briten und Amerikaner beibehalten hatte."
Dank der Atmosphäre, die durch die Kriegs geschaffen wurde, erlebten wir Versöhnung zwischen Menschen aus Österreich und Italien, Deutschland und Grossbritannien, Amerika und Deutschland, Deutschland und der Schweiz.
Bei einer Mahlzeit traf er Heinz und seine Schwester Hannelore, die beim Stück Regie führte. "Ich sprach frei über die Vergangenheit, über den Tod meines Vaters und über die Schuld, die ich immer noch über den Selbstmord von zweien meiner vier Brüder in mir trug, die ich alle in ihrer Stunde der Not im Stich gelassen hatte. Ich verliess den Tisch mit neuer Hoffnung und erlebte am nächsten Morgen ein Gefühl der Vergebung und der Freiheit, das im Laufe der Jahre noch gewachsen ist.
Da wir aus zehn verschiedenen Nationen kamen, war es für uns Laienschauspielerinnen und -schauspieler nicht immer leicht, miteinander auszukommen. Aber dank der Atmosphäre, die durch die Kriegs geschaffen wurde, erlebten wir Versöhnung zwischen Menschen aus Österreich und Italien, Deutschland und Grossbritannien, Amerika und Deutschland, Deutschland und der Schweiz."
Diese Geschichte ist Teil unserer Serie "75 Jahre der Geschichten" über Einzelpersonen, die durch Caux eine neue Richtung und Inspiration für ihr Leben gefunden haben - eine Geschichte für jedes Jahr von 1946 bis 2021. Wenn Sie eine Geschichte kennen, die sich für diese Serie eignet, leiten Sie Ihre Ideen bitte per E-Mail an John Bond oder Yara Zhgeib. weiter. Wenn Sie mehr über die Anfangsjahre von Initiativen der Veränderung und das Konferenzzentrum in Caux erfahren möchten, klicken Sie bitte hier und besuchen Sie die Plattform For A New World.
Fotos: Initiativen der Veränderung (ausser der Karikatur, Foto im Garten und Löwenwelpe)
Foto im Garten: Ivo Krieg
Karikatur: Monica und Folker Mittag
Löwenwelpe (erster von links in der Puppengalerie): Monica und Folker Mittag
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21/07/2021
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Dieser Bericht, verfasst von Alan Channer und ermöglicht durch die Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, blickt auf ein Jahrzehnt der Caux-Dialoge über Umwelt und Sicherheit zurück und zeigt die wichtigsten Auswirkungen, Empfehlungen und Hinweise für die Zukunft auf.
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Chau Tang-Duncan, Mitbegründerin und leitende Geschäftsführerin von Earthbanc, kommt seit 2010 regelmässig nach Caux. Dort lernte sie zum ersten Mal jene Rolle kennen, die sie selbst bei der Verbindun...
Botschafter Thomas Guerber, Direktor des Geneva Centre for Security Sector Government (DCAF), beglückwünschte IofC Schweiz zur Aufrechterhaltung „eines Prinzips, das heute noch genauso stark ist wie 1946: nämlich dass persönliche Veränderung einen Beitrag zur Schaffung von Frieden innerhalb und zwischen Ländern leisten kann“. Dieser Grundsatz habe nichts von seiner Überzeugungskraft verloren, "ebenso wenig wie die Vision einer gerechten, friedlichen und nachhaltigen Welt, in der Menschen Verantwortung übernehmen und auf der Basis globaler Abhängigkeiten und Verflechtungen handeln.“
Veränderung auf persönlicher Ebene kann einen grossen Beitrag zur Schaffung von Frieden innerhalb und zwischen Ländern leisten.
BotschafterThomas Guerber, Director des Geneva Centre for Security Sector Government (DCAF)
Menschen aus 60 Ländern hatten sich für die Online-Veranstaltung angemeldet, die aus der Haupthalle in Caux gestreamt wurde. Botschafterin Patricia Danzi,Direktorin der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), und Christine Beerli, Präsidentin von Initiativen der Veränderung Schweiz, nahmen gemeinsam mit Botschafter Guerber an der Podiumsdiskussion teil, die von Rainer Gude, Exekutivkoordinator der Geneva Peacebuilding Platform, moderiert wurde.
Christine Beerli, Präsidentin von Initiativen der Veränderung Schweiz
Das Engagement der Schweiz in der internationalen Friedensförderung sei relativ jung, erklärte Botschafterin Danzi. In früheren Jahren habe die enge Auslegung von Neutralität dazu geführt, dass sich die Schweiz eher enthalten habe als sich zu engagieren. Die Schweiz war 2002 den Vereinten Nationen beigetreten und hofft, 2023-24 ein nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats zu werden. „Dafür sind wir sehr gut gerüstet und Caux hat uns definitiv geholfen, diesen wichtigen Schritt zu erreichen.“
„Die Notwendigkeit des Dialogs und der Vertrauensbildung ist in den letzten Jahren nicht geringer geworden“, sagte Botschafter Guerber. Konflikte nähmen überall auf der Welt zu und „die meisten multilateralen Friedensinitiativen waren nicht erfolgreich“. Es gäbe Hinweise darauf, dass inklusivere Friedensprozesse dauerhafter seien. „Friedensprozesse müssen so gestaltet werden, dass sich verschiedene Teile und Gruppen der Gesellschaft Gehör verschaffen können. Wann immer diese Prinzipien angewandt wurden, hat der Friedensprozess funktioniert.“
„Es gibt ein Konzept, das immer funktioniert“, sagte Botschafter Danzi. „Stellen Sie die Menschen in den Mittelpunkt, fragen Sie sie, was die Gemeinschaft, die Gesellschaft und das Land wollen, und nehmen Sie dies als Grundlage.“
Stellen Sie die Menschen in den Mittelpunkt, fragen Sie sie, was die Gemeinschaft, die Gesellschaft und das Land wollen, und nehmen Sie dies als Grundlage.
Ambassador Patricia Danzi, Direktorin der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), nahm online an der Eröffnungsfeier teil.
Die Rednerinnen und Redner waren sich einig, dass die Schweiz mit ihrer langen Tradition der direkten Demokratie gut aufgestellt sei, um inklusivere Friedensprozesse zu unterstützen. Doch Christine Beerli warnte vor Selbstgefälligkeit: „Wir unterliegen auch dem Risiko, unsere lange Tradition des Aufeinanderzugehens, des Diskutierens und der Schaffung von Plattformen zur Lösungsfindung zu verlieren. Wir müssen auch innerhalb der Schweiz aktiv sein.“
Botschafterin Danzi begrüsste ein Umdenken in vielen internationalen Finanzinstitutionen hin zu der Erkenntnis, dass Frieden und Entwicklung untrennbar miteinander verbunden seien. „Die Horizonte haben sich erweitert und dies ist eine Chance", sagte sie.
Botschafter Guerber stimmte ihr zu: „In den meisten Fällen finden Friedensprozesse in einem fragilen Umfeld statt. Es dauert Jahre und Jahrzehnte, um stabile und solide Strukturen aufzubauen, innerhalb derer ein Land nachhaltige Lösungen finden kann. Daher befinden sich Entwicklungs-, humanitäre und Friedensstakeholder in derselben Situation. Es muss eine konsequentere, kohärentere Koordination zwischen ihnen geben.“
Botschafterin Danzi sprach über die Vision, es müsse Zentren wie das Caux Konferenz- und Seminarzentrum überall auf der Welt geben. „Was Sie tun, um Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen und uns alle zu zwingen, diese zusätzlichen Schritte aufeinander zuzugehen, schafft Vertrauen. Die Welt braucht mehr Initiativen wie diese.“ Die Pandemie habe das Risiko erhöht, in alten Denkweisen gefangen zu bleiben und Dinge nur aus eigener Perspektive zu betrachten.
Rainer Gude, Exekutivkoordinator der Geneva Peacebuilding Platform, moderierte das Event
„Alle, die in der Schweizer Regierung und im internationalen Genf in den Bereichen Frieden, Sicherheit und Entwicklung tätig sind, schätzen den Mehrwert jenes Rahmens, den IofC zur Verfügung stellt, sehr“, erklärte Botschafter Guerber.
Was Sie tun, um Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen und uns alle zu zwingen, diese zusätzlichen Schritte auf den anderen zuzugehen, schafft Vertrauen. Die Welt braucht mehr Initiativen wie diese.
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1977: Alec Smith and Arthur Kanodereka – „Jetzt ist er mein Bruder.“
Von Michael Smith
19/07/2021
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Von Michael Smith
Zwei Kollegen, die 1977 aus Rhodesien (heute Simbabwe) nach Caux kamen, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Der eine war Alec Smith, der abtrünnige Sohn des weissen Premierministers Ian Smith, der andere der schwarze Nationalistenführer Reverend Arthur Kanodereka. Kanodereka war Schatzmeister des United African National Congress und gegen alles, wofür Ian Smith stand.
Arthur und Alec hatten sich erstmals 1975 auf einer internationalen multirassischen Konferenz in der Hauptstadt Salisbury (heute Harare) getroffen. Dort entschuldigte sich Alec für die überlegene Haltung der Weissen gegenüber den Schwarzen. Arthur war erstaunt und lud Alec ein, in seiner Kirche in der schwarzen Township von Harare zu sprechen. Es war ein mutiger Schritt, den Sohn eines bei der schwarzen Bevölkerung so verhassten Premierministers in ein Gebiet einzuladen, in dem die Polizei gerade 13 Randalierende erschossen hatte.
Arthur und Alec
Arthur sagte der Gemeinde: „Brüder und Schwestern, ich möchte euch den Sohn des Mannes vorstellen, den ich am meisten gehasst habe. Jetzt ist er mein Bruder.“ Alec sprach zu den Menschen, wie er es bei der Konferenz zuvor schon getan hatte.
Er war erstaunt über die Reaktion. Als er die Kirche betrat, hatte er sich in Gedanken den nächstgelegenen Ausgang notiert, für den Fall, dass es gewalttätig werden würde. „Aber die Gemeinde nahm mich beim Wort. Sie kamen auf mich zu, jeder von ihnen, und schüttelten mir die Hand.“
Ich möchte euch den Sohn des Mannes vorstellen, den ich am meisten gehasst habe. Jetzt ist er mein Bruder.
Arthur und Gladys Kanodereka in Caux, 1975
In den nächsten Jahren sprachen Arthur und Alec zusammen im ganzen Land, sowie auch in Südafrika und Europa, einschliesslich Caux.
„Ich erkannte, dass es meine Verbitterung selbst war, die mich gefangen hielt“, erzählte Arthur seinem Publikum. "Als meine Verbitterung weg war, war auch jede Unterwerfung oder Minderwertigkeit verschwunden. Jetzt bin ich kein Sklave mehr, weder schwarz noch weiss. Ich bin ein freier Mann.“
Auch Alec hatte innere Befreiung erfahren. Als Teenager war er in seiner Rebellion gegen den Vater in den Alkohol- und Drogenmissbrauch abgerutscht. Er wurde von der Universität in Südafrika verwiesen und an der Grenze zu Mosambik wegen Drogenhandels verhaftet und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Als er eines Tages 1972 durch Salisbury fuhr, hörte er eine Stimme, die sagte: „Fahr nach Hause und lies das Neue Testament.“ Es war so real für ihn, dass er das Auto anhielt, um zu sehen, wer gesprochen hatte. Aber es war niemand da. Mit dem Lesen der Bibel begann eine Veränderung, die ihn von Drogen und Alkohol befreite und ihm die Augen für den Rassismus in seinem Land öffnete. „Ich wurde mir der täglichen Erniedrigung und Demütigung der Schwarzen und der arroganten, gedankenlosen Haltung vieler Weisser bewusst“, schrieb er.
Ich wurde mir der täglichen Erniedrigung und Demütigung der Schwarzen und der arroganten, gedankenlosen Haltung vieler Weisser bewusst.
Alec (vorne zweiter von links) bei der Eröffnung einer MRA-Konferenz in Simbabwe 1975. Redner: Elliott Gabellah, Vizepräsident des Afrikanischen Nationalkongresses
Diese Realitäten hatten einen bewaffneten Konflikt im Land provoziert, als Guerillakräfte für den Sturz der weissen Minderheitsherrschaft kämpften. Arthur und Alec waren Teil einer informellen Gruppe von hochrangigen Schwarzen und Weissen, dem sogenannten „Kabinett des Gewissens“, das sich für eine Lösung einsetzte. Arthur stand ausserdem in Kontakt mit den Kämpfenden. Er kannte die Gefahren, glaubte aber, dass er helfen könnte, die Bedingungen für echte Verhandlungen zu schaffen. Achtzehn Monate nach dem Besuch in Caux wurde er ermordet.
Alec trauerte, arbeitete aber weiter. Er und seine Kolleginnen und Kollegen arrangierten 1980 am Vorabend der Unabhängigkeit des Lande ein entscheidendes Treffen zwischen Ian Smith und Robert Mugabe. Die beiden Männer unterhielten sich mehrere Stunden lang und kamen zu einer gewissen Verständigung. Mugabes anschliessender Ton der Versöhnung verblüffte die Welt, und ein von den Weissen geführter Militärputsch wurde abgewendet.
20 Jahre lang herrschte unter Mugabes Herrschaft ein bemerkenswertes Mass an Harmonie zwischen schwarzen und weissen Simbabwerinnen und Simbabwern und das Land blühte auf. Dies brach im Jahr 2000 zusammen, als Mugabe ein Referendum zur Wahl zum Präsidenten auf Lebenszeit verlor und rücksichtslos seine Kontrolle durchsetzte.
Alec lernte seine norwegische Frau Elisabeth in Caux kennen. Sie heirateten 1979 und bekamen drei Kinder. Als er 2006 an einem Herzinfarkt starb, hiess es in seinem Nachruf in der britischen Tageszeitung The Independent: "Man könnte sagen, dass der Anfang vom Ende der weissen Herrschaft bei einer Tasse Tee begann, als Smith Kanodereka nach Hause brachte, um seinen Vater kennenzulernen."
Im Juni 1978 predigte Arthur Kanodereka im deutschen Freudenstadt auf einer internationalen Konferenz anlässlich des 100. Geburtstages von Frank Buchman, dem Gründer der Moralischen Aufrüstung (heute Initiativen der Veränderung). Buchman war 1961 in Freudenstadt gestorben.
Folker and Monica Mittag
Die Kirche, in der 1.700 Menschen Platz fanden, war überfüllt. "Ich habe gelernt, dass man einen Menschen nicht ändern kann, wenn man ihn hasst", sagte Kanodereka, "Man macht ihn nur noch schlimmer. Aber mit der Liebe, die Gott schenkt, kann man jedem begegnen und ihn gewinnen."
Wir hatten uns beide eine Auszeit von der Arbeit genommen, um bei der Konferenz zu helfen, trafen uns aber erst einige Jahre später wieder. Monica war als Übersetzerin und Dolmetscherin tätig, und Folker gehörte zum Organisationsteam.
Aus der ganzen Welt trafen Nachrichten ein, unter anderem von Helmut Schmidt, dem damaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er schrieb: "Frank Buchman war überzeugt, dass Politik eine moralische Grundlage haben und das Böse durch ein leidenschaftliches Streben nach dem Guten überwunden werden sollte. Diese Ziele haben nichts von ihrer Bedeutung verloren."
Diese Geschichte ist Teil unserer Serie "75 Jahre der Geschichten" über Einzelpersonen, die durch Caux eine neue Richtung und Inspiration für ihr Leben gefunden haben - eine Geschichte für jedes Jahr von 1946 bis 2021. Wenn Sie eine Geschichte kennen, die sich für diese Serie eignet, leiten Sie Ihre Ideen bitte per E-Mail an John Bond oder Yara Zhgeib. weiter. Wenn Sie mehr über die Anfangsjahre von Initiativen der Veränderung und das Konferenzzentrum in Caux erfahren möchten, klicken Sie bitte hier und besuchen Sie die Plattform For A New World.
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Zusammenhänge zwischen Umwelt und Sicherheit aufdecken
Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit 2020
19/07/2021
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Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit 2020
Ernährungssicherheit sei ein Schlüssel zum Verständnis des komplexen Zusammenhangs zwischen Klima und Sicherheit, erklärt Dhanasree Jayaram, Assistenzprofessorin für Geopolitik und Internationale Beziehungen an der Manipal Academy of Higher Education (MAHE), beim diesjährigen Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit (CDES). Jayaram ist ausserdem Co-Koordinatorin des MAHE-Zentrums für Klimastudien und nahm 2019 an der ersten Sommerakademie über Land, Sicherheit und Klima teil. Dieses Jahr sprach sie bei einer Online-Plenarveranstaltung zum Thema "Klimafinanzierung: Katalysator für ganzheitliche Lösungen".
Umweltveränderungen hätten oft die stärksten Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die stark von der Landwirtschaft abhängig sei, erklärte Dhanasree Jayaram und fügte hinzu: "Ernährungssicherheit ist eng mit der Existenzsicherung und Beschäftigungssicherheit der Bäuerinnen und Bauern verbunden." So lege das öffentliche System in Nepal in seinen Strategien zur Nahrungsmittelversorgung beispielsweise zu viel Wert auf Reis. Reis sei eine wasserreiche Kulturpflanze und der Versuch, ihn als primäre Nahrungsquelle zu nutzen, führe zu einer übermässigen Wasserentnahme. Dies wiederum habe dürreähnliche Situationen und eine "einseitigen" Politik in ohnehin anfälligen Bevölkerung zur Folge.
Einer der Gründe dafür, warum Probleme der Ernährungssicherheit schwer zu lösen seien, so Jayaram, sei der Mangel an Verständnis und akademischer Forschung zu diesem Thema. Eine weitere Wissenslücke sei der Einfluss von Gewaltkonflikten, deren Zusammenhang mit der Umweltzerstörung nicht ausreichend erforscht sei. Jayaram ist der Ansicht, dass die Lösung "strukturell getrieben" sein müsse, da ein solcher Ansatz "Menschen, die am verletzlichsten sind und den geringsten Zugang zu Ressourcen haben, weniger belastet". Von Landwirtinnen und Landwirten, die "genug arbeiten, um zu überleben", könne nicht automatisch erwartet werden, dass sie sich engagieren.
Ein strukturell ausgerichteter Ansatz käme von grossen Institutionen, wie den Vereinten Nationen und der Weltbank, aber auch vneu gegründeten Unternehmen, die über die Mittel verfügen, um einen Beitrag zu leisten und den Gemeinden vor Ort zu helfen. Es gebe bereits eine Fülle von Einzelaktionen, so Jayaram, aber strukturelle Probleme zwängen "grosse Akteure und Aktionen an den Rand und [belasten] einzelne Menschen zu sehr". Als Beispiel nannte sie die Lücken bei der Zuweisung institutioneller Ressourcen, die es den Gemeinschaften erschweren können, diese Ressourcen effektiv zur Anpassung und Umgestaltung ihrer Systeme einzusetzen. Dies sei ein Bereich, in dem sich Institutionen engagieren könnten, indem sie diese Lücken analysieren und sie für eine bessere Ressourcenverteilung überbrücken.
Die Afrikanische Entwicklungsbank wendet verschiedene Modelle an, um Lücken zu schliessen, wie beispielsweise durch Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen speziell für zivile Kleinprojekte und NGOs, erklärte Gareth Phillips, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltfinanzierung der Bank. Diese Aufrufe werden vom wachsenden Klimawandel-Fonds der Bank veröffentlicht. Die Bank hat ausserdem den "Adaptation Benefit Mechanism" ins Leben gerufen, der "für kleine, kontextspezifische Anpassungsprojekte zugänglich sein wird", die von gemeindebasierten Gruppen entwickelt werden. Ziel sei es, so Phillips, den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen einer transformativen Anpassung an den Klimawandel zu zertifizieren, indem solche Investitionen risikofrei gemacht und Anreize geschaffen werden.
Ernährungssicherheit und transformative Anpassung sind nur einige der Möglichkeiten, der Sicherheit im Kontext der Umweltzerstörung auf den Grund zu gehen. Hierbei bestehen viele mögliche Verbindungen, die erforscht und verstanden werden müssen, um schwierige Fälle, wie beispielsweise in Nepal und anderen landwirtschaftlich abhängigen Volkswirtschaften, zu lösen. Solange diese Zusammenhänge jedoch noch nicht vollständig verstanden und institutionell integriert sind, sind Einzelpersonen gefragt, nach Lösungsansätzen zu fragen, um sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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