Ein neues Jahr und eine neue Adresse in Genf

12/01/2021
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Wie alle Organisationen hat Covid auch uns finanziell getroffen. Dies wirkt sich auch auf unsere Arbeitsweise aus. Arbeiten im Homeoffice ist für unser Team zur neuen Normalität geworden und so haben wir beschlossen, unser Büro in Genf zu verkleinern. Wir freuen uns, dass wir im International Environment House II eine neue Adresse gefunden haben.

Unsere neue Anschrift lautet:

 

 

Initiativen der Veränderung Schweiz

International Environment House II

Chemin de Balexert 9

CH-1219 Châtelaine- Genf

 

Wir freuen uns, Sie in unserem neuen Büro begrüssen zu dürfen, sobald es die Situation erlaubt.

Unser offizieller Hauptsitz ist nach wie vor in Caux (Rue du Panorama 2, CH-1824 Caux). Unsere aktualisierten Kontaktinformationen finden Sie ausserdem hier.

 

 

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"Afghanistan gab mir Wurzeln, Dänemark verlieh mir Flügel"

12/01/2021
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Abeda Nasrat CPLP

Abeda Nasrat kam im Alter von zwei Jahren als Flüchtling aus Afghanistan nach Dänemark.  Sie studiert jetzt Jura an der Universität Kopenhagen und arbeitet als studentische Hilfskraft am Dänischen Institut für Menschenrechte. Abeda war 2019 Teilnehmerin des Caux Peace and Leadership-Programm. In einem Interview für die CPLP Talks spricht sie über Kultur und Identität.

 

Was bedeutet "Kultur" für dich?

Wenn ich an Kultur denke, erinnere ich mich an die Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin - meine Grossmutter, die mir Henna auf die Hände malte, das afghanische Neujahrsfest und die islamischen Feste, das Tragen afghanischer Kleidung, das Tanzen und all das Essen. Wie ich zu Hause lebte, unterschied sich deutlich von dem, was ich erlebte, wenn ich vor die Tür trat.

Ich kam nach Dänemark, als ich etwa zwei Jahre alt war. Ich wurde in einen Kindergarten für Flüchtlinge gesteckt. Ich hatte viele Freundinnen und Freunde, die wie ich zu einer 'Minderheit' gehörten. Uns verband die Tatsache, dass wir "nicht dazugehörten". Wir durchlebten die gleichen Schwierigkeiten. Wir hatten alle Probleme, Dänisch zu sprechen und schämten uns ein wenig dafür, eine andere Kultur zu haben. Ich wuchs umgeben von Menschen arabischer, somalischer und türkischer Herkunft auf.

Ich glaube nicht, dass ich mir die Frage nach Kultur bewusst gestellt hätte, wenn ich nicht in Dänemark und damit in einer Gesellschaft aufgewachsen wäre, in der meine Kultur in der Minderheit war. Ich wurde bald mit der Realität konfrontiert, dass die afghanische und die dänische Kultur sich in Widerspruch befinden. Die dänische Kultur ist sehr emanzipiert, die afghanische Kultur sehr traditionell. Es war schwer für mich, herauszufinden, was ich wollte, weil ich unter dem sozialen Druck beider Kulturen stand. Ich entschied mich immer für das Gegenteil. Zu Hause habe ich die dänische Kultur und in der Schule die afghanische Kultur vertreten. Das war meine Art, einen Raum zu finden, um mich selbst zu definieren und zu entdecken.

 

Wie wichtig war Sprache bei deiner Identitätsfindung?

Bei der Sprache, die wir als Menschen mit Migrationshintergrund teilten, ging es mehr darum, wie wir kommunizierten als darum, was wir sagten. Wir begrüssten uns alle mit einem Kuss. Wir waren alle, Kinder und Erwachsene, extrem ausdrucksstark. Uns allen gemeinsam war unsere Körpersprache, die kleinen Handlungen, die wir alle verstanden. Sprache war nicht so sehr das, was wir sagten, sondern das, was wir taten. Ich weiss, dass meine Grossmutter Henna liebt, also zeige ich ihr meine Wertschätzung, indem ich in ihr Zimmer gehe und sie bitte, meine Hände mit Henna zu bemalen. Dann leuchtet ihr Gesicht auf. Auch Musik ist ein wichtiges Merkmal, um mich zu identifizieren. Wenn ich Paschtu-Musik höre, verbinde ich mich mit dem Leben, das ich in Afghanistan nie hatte, und sie zeigt mir sozusagen, wer ich sein könnte.


Ich erinnere mich aus Caux, dass du eine aussergewöhnlich gute Fussballspielerin bist. Du hast uns gesagt, Fußball spiele bei deiner "Rebellion gegen die Erwartungen der afghanischen Kultur" eine Rolle.

In Afghanistan dürfen Frauen keinen Fussball spielen. Vor einigen Jahren musste ein Mitglied der afghanischen Frauenfussballmannschaft nach Dänemark fliehen, weil die Taliban hinter ihr her waren. Das zeigt, wie die afghanische Kultur Erwartungen an das Verhalten von Frauen stellt - auch an Männer, aber mehr an Frauen. Wenn Gäste kommen, sprechen wir auf eine bestimmte Art und Weise und verhalten uns auf eine bestimmte Art und Weise. Es gibt soziale Erwartungen und Schranken, sowohl für Mädchen als auch für Jungs.

Ich bin mit vier Brüdern aufgewachsen, habe 'Jungensachen' gemacht, bin auf Bäume geklettert und habe Fussball gespielt. Wenn wir nach Hause kamen, musste ich mich anders anziehen und das empfand ich als unfair. Wir mussten uns ohne Grund auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, ausser um zu sagen: "So sind wir und so machen wir das". Fussball war also meine Rebellion. Als jemand, der nie dazugehört hat, weiss ich, dass ich auf einen Fußballplatz gehöre.

Ich habe hart gekämpft, um meinen Eltern zu beweisen, dass ich nicht die Abeda sein kann, die sie wollen oder brauchen. Mein Vater war wirklich hilfreich, denn er war offen dafür, dass ich so sein kann, wie ich sein möchte. Er setzte sich mit mir zusammen und sagte, wir könnten uns in der Mitte treffen. Und das war wirklich wichtig für mich.

 

Ist Kultur aus deiner Sicht erlernt oder wird sie gelebt?

Ich ertappe mich dabei, dass ich die Strukturen, die nicht mit meinen persönlichen Werten übereinstimmen, in Frage stelle. Kultur gibt uns vor, was wir tun sollen und was nicht und manchmal sehen wir, dass das falsch und ungerecht ist. Als ich im Freundeskreis darüber sprach, waren wir uns alle einig, dass wir schnell über Dinge sprechen, die wir in unserer Kultur gerne ändern würden, aber wir finden es nicht leicht, diese Diskussionen zu Hause, in unseren Familien, zu führen. Es ist fast so, als ob wir es akzeptabel finden, zu Hause der Kultur nachzugeben und zu folgen.

Ich bin mit vielen Dingen nicht einverstanden, die in unserer Kultur vorherrschend geworden sind. Eines dieser Dinge ist der Fokus auf den materiellen Status. Menschen werden auf der Basis dessen beurteilt, was sie haben, im Gegensatz zu ihrem Charakter. Ich bin nicht einverstanden mit dem Konzept der Ehre, das unterschiedliche Massstäbe für verschiedene Geschlechter hat. Es stellt Frauen eine Falle und das ist an sich schon unfair. Der ewige Kampf besteht darin, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem, was man für richtig oder falsch hält, und dem, was die Kultur als akzeptabel und inakzeptabel ansieht.


Eine letzte Fangfrage: Wie identifizierst du dich selbst?

Ich habe gelernt, dass ich immer Schrägstrich-irgendetwas sein werde. Ich bin Dänin Schrägstrich Afghanin, Frau Schrägstrich burschikos, Flüchtling Schrägstrich Muslimin. Das sind alles meine Identitäten, aber am besten kann ich mich als Kind einer Drittkultur identifizieren. Meine Erziehung in Dänemark war so schön. Ich bin in der türkischen und arabischen Moschee aufgewachsen, also verbinde ich mich natürlich mit diesen Kulturen. Wenn ich mit meinen engen Freundinnen und Freunden zusammen bin, tanzen wir alle Dabke, Buraanbur und Attan (arabische, somalische und afghanische Tänze). Deshalb bedeutet mir Kultur so viel, denn sie gab mir die Kraft, mich mit Menschen aus der ganzen Welt zu verbinden.

Einer der Menschen, die mir geholfen haben, meine Identität zu finden, war mein Klassenlehrer Ole. Er hat mein Leben verändert. Ich ging auf eine katholische Schule und hatte es schwer, mich einzufügen. Er lehrte mich, stolz auf meine Werte und die Teile meiner Identität zu sein, die nicht dazu passten. Er war der erste Mensch in meinem Leben, der mich so akzeptierte, wie ich bin. Als wir unseren Abschluss machten, musste er eine Person auswählen, der er ein Stipendium geben wollte - und zur Überraschung aller wählte er mich.

Noch acht Jahre später erinnere mich an seine Rede. Er sagte, was er am meisten an mir geschätzt hätte, seien meine Wurzeln, meine Religion und die Kombination aus Dänemark und Afghanistan gewesen. Diese Worte liegen mir seit diesem Tag sehr am Herzen. Ich glaube wirklich, dass ich eine ganz andere Abeda wäre, wenn ich diesen Lehrer nicht getroffen hätte. Man könnte also sagen, dass Afghanistan mir Wurzeln gab und Dänemark mir Flügel verlieh.

 

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Wenn Sie am Samstag, den 23. Januar 2021 um 13:00 Uhr MEZ an einem Online-Gespräch zum Thema Kultur mit anderen Alumni des Caux Peace and Leadership-Programms teilnehmen möchten, können Sie sich hier anmelden! Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Email, in der Ihnen mitgeteilt wird, wie Sie an dem Treffen teilnehmen können.

Bitte lesen Sie die Teilnahmebedingungen hier.

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Kultur, Herkunft und Freiheit

05/01/2021
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Sebastian Hasse CPLP

Sebastian Hasse wuchs zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze auf und reflektiert über Kultur, Emotionen und deren Einfluss auf unser Leben.

In genau dem Moment, in dem ich über meine kulturellen Wurzeln schreiben will, verspüre ich sie wieder - diese Abneigung und die unterdrückte Wut, die ungelebte Trauer und Hilflosigkeit. Seit ich zurückdenken kann, versuche ich mich von dieser Herkunft zu befreien, die mir einerseits so viel gegeben und andererseits auch so viel verweigert hat.

Ich bin in einer sogenannten Patchwork-Familie in einer mittelgrossen Stadt in West-Deutschland nahe der deutsch-deutschen Grenze aufgewachsen. Patchwork-Familien gab es damals noch nicht so häufig. Wir waren ein sehr bürgerlicher Haushalt, in dem der Vater das Geld verdiente und die Mutter Hausfrau war. Wie meine vier Schwestern besuchte auch ich das traditionsbewusste altsprachliche Gymnasium. Doch schon früh hatte ich Schwierigkeiten, mich damit zu identifizieren. Stattdessen bevorzugte ich die Teilnahme an der Musical-AG und meine erste Freundin lernte ich bei einem deutsch-französischen Schüleraustausch kennen.

Die deutsche Wiedervereinigung war das zentrale politische und kulturelle Ereignis meiner Kindheit, sowohl im Sinne einer gesellschaftlichen Herausforderung als auch in familiärer Bedeutung. Meine Stiefmutter, die mich mit etwa zwei Jahren übernommen hatte, kam aus der DDR und hatte dort zwei Jahre lange als politische Gefangene im Gefängnis verbracht. So richtig darüber geredet wurde zuhause allerdings nie. Auch über Gefühle wurde bei uns, meiner Ansicht nach, daheim nicht wirklich gesprochen. Das bedeutete nicht, dass es keine Gefühle gegeben hätte oder dass ich nicht geliebt wurde. Aber ich erinnere mich, dass ich als Kind in emotional schwierigen Situationen oft nicht so abgeholt wurde, wie ich es gebraucht hätte. Heute weiss ich, dass die Generation meiner Eltern sowie meiner Lehrerinnen und Lehrer dies nicht konnte, weil die Generationen davor es schlichtweg nie gelernt hatten. Diese Generationen hatten zwei Weltkriege durchlebt und zu verantworten.

Jede Prägung ist eine kulturelle Prägung. Kultur ist allumfassend und die Menschen, die einen prägen, können ihrer eigenen kulturellen Prägung genauso wenig entkommen wie man selbst. Es ist unfair, dass man nicht ändern kann, was einen insbesondere in frühester Kindheit geformt hat. Es tut weh und hält einen zurück. Sich davon zu befreien ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Lebensaufgabe.

Es sind genau diese Begegnungen, die mich immer wieder haben wachsen lassen, sowohl in meinem Eigenverständnis als auch in meiner Neugier auf die Welt.

Durch diese Arbeit an mir selbst habe ich mich in Caux immer gut aufgehoben gefühlt. Ich habe dort fast ausschliesslich Menschen getroffen, denen dies genauso wichtig war wir mir und die dies ebenso anstrebten wie ich selbst. Später habe ich verstanden, dass sich dieses Gefühl nicht auf Caux beschränkt - es begegnet einem dort nur in sehr konzentrierter Form. Dennoch wertschätze ich jeden einzelnen Moment, den ich im Rahmen der Caux-Konferenzen und des Caux Peace and Leadership-Programms dort verbringen durfte.

Die Begegnung mit Menschen, die andere kulturelle Wurzeln besitzen als ich selbst, hat mich immer wieder herausgefordert und oft auch überfordert. Aber es sind genau diese Begegnungen, die mich immer wieder haben wachsen lassen, sowohl in meinem Eigenverständnis als auch in meiner Neugier auf die Welt. Sie haben mir gezeigt, was ich schon besitze und was mir noch fehlt. Sie haben mir Stolz auf meine Herkunft gegeben und Verzweiflung darüber verspüren lassen, was mir in meiner Kindheit alles fehlte. Und es sind genau diese interkulturellen Begegnungen, die mir ein Gefühl reinster Lebensfreude schenken.

 

Sebastian Hasses beruflicher Werdegang verlief alles andere als geradlinig. Er begann mit einem Informatikstudium in seiner Heimatstadt Lübeck. Als er merkte, dass dieses Diplom ihn nicht glücklich machte, schlug er jedoch eine Schauspielkarriere ein, begann, Filme zu machen und kehrte schliesslich als IT-Berater in das Familienunternehmen zurück. Er ist erster Vorsitzender einer kleinen, ehrenamtlichen NGO in Berlin, die sich auf non-formale Bildung für junge Erwachsene in Mittel- und Osteuropa konzentriert. Durch mehrere internationale Begegnungen im Laufe der Jahre begegnete er IofC und Caux. Dies inspirierte ihn dazu, sich in Mediation ausbilden zu lassen und 2019 am Caux Peace and Leadership-Programm teilzunehmen. Sebastian liebt Geschichten und ist davon überzeugt, dass Paradoxien und widersprüchliche Perspektiven ein wesentlicher Teil des menschlichen Lebens sind.

 

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Was braucht es zum Unternehmertum?

Global Entrepreneurship Week 2020

02/12/2020
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Global Entrepreneurship Week 2020

 

Im Rahmen der Globalen Woche des Unternehmertums im November 2020 fand der sogenannte E-SPACE statt, eine dreitägige Hypbridveranstaltung mit einer Reihe von Meisterklassen und Konferenzen. Rainer Gude, Co-Generaldirektor von Initiativen der Veränderung Schweiz, war Gastredner einer E-SPACE-Konferenz.

 

Rainer Gude e-space conference Nov 2020

 

Das Thema des Abschlusspanels von E-SPACE lautete: "Wie wird man zum Changemaker von morgen?" Die drei Podiumsteilnehmenden - Ingeborg Albert, Innovationsmanagerin bei Geneus, Didier Fischer, Präsident der Servette Sports Group, und Rainer Gude - erörterten, wie Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Ideen in die Realität umsetzen und positive Veränderungen herbeiführen können. 

Ingeborg Albert wies auf drei Hauptrisiken hin, mit denen sich Unternehmerinnen und Unternehmer konfrontiert sehen. Eine Idee könne die Bedürfnisse der Gesellschaft nicht erfüllen, sie könne auf dem Markt erfolglos bleiben und ihre Umsetzung könne scheitern. Um diese Risiken zu minimieren, so Albert, müsse man einen Schritt nach dem andern gehen: Klären Sie zunächst Ihre Idee und holen Sie sich von so vielen Menschen wie möglich Feedback dazu ein. Dies wird Ihnen helfen, festzustellen, ob für Ihre Idee Bedarf besteht. Dann können Sie sich mit den anderen Risiken befassen. Bei jedem Schritt müssen Sie weiterbauen, abmessen und lernen. "Unternehmertum ist nicht nur etwas für kreative und mutige Menschen", schloss Albert. "Je mehr Sie sich damit befassen, desto besser werden Sie. Es ist ein Prozess wie jeder andere. Sie sollten es als eine mögliche Karriere betrachten, sich dann aber von Fachleuten unterstützen lassen". Geneus unterstütze Unternehmerinnen und Unternehmer während des gesamten Prozesses.

"Es gibt tolle Ideen in allen Schubladen der Welt, aber nur Menschen mit Unternehmergeist konkretisieren sie", sagte Didier Fischer. Unternehmergeist setze sich aus drei Elementen zusammen, so Fischer. Erstens brauche es Leidenschaft: "Gehen Sie keinen Weg ausschliesslich für Geld, wenn Sie nicht mit Leidenschaft dabei sind. Sie werden diese Leidenschaft brauchen, um all die Anstrengungen zu schüren, die Ihr Unterfangen erfordert." Zweitens müsse man sich darüber im Klaren sein, worin der Mehrwert Ihrer Idee besteht. Und drittens müsse man Andersartigkeit beweisen: "Fragen Sie sich bei jedem Schritt auf dem Weg vom Produkt zur Struktur Ihrer Organisation, wie Sie sich differenzieren können."

Es gibt tolle Ideen in allen Schubladen der Welt, aber nur Menschen mit Unternehmergeist konkretisieren sie.

- Didier Fischer

Rainer Gude wies darauf hin, dass jeder und jede von uns auf dem Weg zu einer veränderten Welt zuerst selbst die Veränderung sein müsse. Beginnen Sie damit, sich sechs grundlegende Fragen zu stellen: wer, was, wo, wann, warum und wie. Wer sind Sie selbst? Finden Sie heraus, wer Sie sind, jenseits dessen, was Sie tun, jenseits dessen, was die Leute über Sie sagen, und jenseits dessen, was Sie besitzen. Sonst wird Ihnen nichts, was Sie tun, jemals Zufriedenheit bringen. Wenn Sie Ihre persönlichen Ziele und Werte finden, können Sie erkennen, was Sie in der Welt verändern wollen. Denken Sie nicht, dass das Wann notwendigerweise in der Zukunft liegt. Sehen Sie jeden Augenblick als eine Gelegenheit, immer wieder von vorne anzufangen. Fragen Sie sich immer wieder, warum Sie es tun wollen, und bleiben Sie offen, denn Ihre Ideen könnten sich mit der Zeit ändern. Und schliesslich: Wie? Die Antwort hierauf lautet: Arbeiten Sie zunächst an sich selbst. Nutzen Sie die Stille und hören Sie weiterhin auf den wichtigen (aber oft ignorierten) Experten bzw. die Expertin in sich selbst - Ihre eigene innere Stimme.

Die Podiumsteilnehmenden waren sich einig, dass Versagen ein wichtiger Teil des Weges aller Unternehmerinnen und Unternehmer sei. "Wir haben alle Angst vor dem Scheitern, aber je öfter man scheitert und anschliessend wieder aufsteht, desto mehr lernt man", sagte Albert. Sie fuhr fort: "Seien Sie klug und legen Sie Ihren maximal erschwinglichen Verlust im Voraus fest." Fischer fügte hinzu, dass sowohl Misserfolg als auch Erfolg gefährlich seien, je nachdem, wie man mit ihnen umgehe. Selbst bei Erfolg könne man etwas für den nächsten Teil des Projekts lernen.

Abschliessend betonten die Podiumsteilnehmenden die wichtige Rolle der Kommunikation - insbesondere mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - für den Erfolg.

 

Fotos & Video: E-SPACE

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Initiativen der Veränderung Schweiz nahm im Rahmen der Global Entrepreneurship Week im November 2020 nahm an E-SPACE teil, einer dreitägigen Hybrid-Veranstaltung mit einer Reihe von Meisterklassen und Konferenzen. Annika Hartmann, Programmleiterin von Ethisches Leadership im Business, führte in diesem Zusammenhang eine Meisterklasse zum Thema "Krisen überleben" durch.

 

 

"Krisen sind nicht nur schwierige Zeiten, sondern sie markieren auch Wendepunkte - und damit Chancen", erklärte Annika Hartmann den Teilnehmenden ihrer Meisterklasse zum Thema "Krisen überleben". Sie zeigte dabei Methoden und Strategien auf, mit denen sich Unternehmerinnen und Unternehmer auf solche Zeiten vorbereiten können.

Hartmann erklärte, Unternehmerinnen und Unternehmer gehe es vor allem darum darum, Lösungen zu finden. Doch dies erfordere Widerstandsfähigkeit. Diejenigen, die diese Eigenschaft entwickeln, könnten sich schneller und mit weniger Stress erholen als diejenigen, die das nicht getan haben. Die gute Nachricht sei, dass jeder Mensch seine Belastbarkeit stärken könne. Zuerst jedoch, so Hartmann, "müssen Sie das Sauerstoffmaskenprinzip anwenden und auf sich selbst aufpassen".

Sie schlug vor, sich jeden Tag in Ruhe Zeit zu nehmen, um Klarheit über die aktuelle Situation, den Zweck und die Werte, die das eigene Handeln leiten sowie den Weg nach vorn zu gewinnen. Tagebuchführung sei eine weitere gute Möglichkeit, sich selbst zu entdecken. Sie warnte jedoch davor, dass dies ein Marathon und kein Sprint sei - diese Hilfsmittel und Methoden seien nur dann am nützlichsten, wenn sie regelmässig und langfristig geübt würden.

Zur Belastbarkeit, so Hartmann, gehören auch externe Faktoren. Soziale Verbindungen auf verschiedenen Ebenen (persönlich, beruflich und gesellschaftlich) können Unterstützung bieten. Isolierung ist gesundheitsschädlich, und es ist wichtig, auf andere zuzugehen. 

Die Teilnehmenden hatten ausserdem Gelegenheit, drei junge Menschen aus Krisenländern zuzuhören, die von ihren eigenen Bewältigungsstrategien berichteten. Antoine aus dem Libanon erklärte, er habe es in der Zeit, als 2019 in seinem Land eine Revolution begann, als hilfreich empfunden, eine gesunde Distanz zu den Nachrichten zu wahren, sich Zeit in der Still zu nehmen und sich mit Menschen zu umgeben, auf die er zählen konnte. Aber er sei dennoch auf jene Krise unvorbereitet gewesen, die auf die Explosion in Beirut im August folgte. Was ihm damals geholfen habe, war gemeinsam mit anderen die Strassen, Kirchen und Häuser zu säubern. Dadurch habe er sich mit dem Geschehenen abgefunden.

Sidra aus Syrien erklärte, die meisten Menschen in ihrem Land lebten unterhalb der Armutsgrenze. Sich selbst zu bemitleiden würde jedoch nichts bringen. Sie habe im Tagebuchschreiben und in Zeiten der Stille Kraft gefunden und beschlossen, auf andere zuzugehen. Sie traf andere junge Menschen, die etwas verändern wollten und gemeinsam ergreifen sie nun Initiativen, um das Bild, das die Welt von Syrien hat, zu verändern und Menschen in Not zu helfen.

Anschliessend beschrieb Mark aus Weissrussland, wie er während der Unruhen nach den Wahlen in seinem Land protestierte und Solidarität bewies. "Helfen Sie anderen, wenn Sie können", sagte er, "aber zögern Sie auch nicht, selbst um Hilfe zu bitten". Er erklärte, wir könnten in unserem Umfeld viel Kraft und Unterstützung finden.

Mit diesen Strategien zur Stärkung von Resiliezn erklärte Annika Hartmann abschliessend den Teilnehmenden, dass liege nun an jedem von uns, sich ein eigenes Toolkit zum Überleben und Überwinden von Krisen zu zusammenzustellen.

 

Fotos und Video: E-SPACE

 

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Ökologische Friedensförderung als Definition unseres Zeitalters

Genfer Friedenswoche 2020

01/12/2020
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Genfer Friedenswoche 2020

 

Das Thema der Genfer Friedenswoche 2020 lautete: "Vertrauen erneut aufbauen: Wege zu einer Neuausrichtung der internationalen Zusammenarbeit". Am 6. November veranstalteten Initiativen der Veränderung und das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik im Rahmen der diesjährigen Event-Reihe eine Online-Podiumsdiskussion über den Ansatz einer "ökologischen Friedensförderung".

Einhundertfünfzehn Personen nahmen an der von Anna Brach, Leiterin der Abteilung Menschliche Sicherheit des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik, moderierten Online-Veranstaltung teil. Konzipiert wurde das Event von Dr. Alan Channer. Channer ist Fachmann für Friedensförderung und Umweltfragen beim IofC-Programm "Initiativen für Land, Leben und Frieden"  und engagiert sich ausserdem für den Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit und die Sommerakademie über Land, Sicherheit und Klima.

Das Event befasste sich anhand von drei Fallstudien mit der Dynamik einer ökologischen Friedensförderung durch Replikation und eine Ausweitung möglicher Lösungsansätze.

Channer eröffnete die Podiumsdiskussion mit der Erklärung, die Umweltkrise bedrohe die Sicherheit aller und bedürfe daher einer globalen und kooperativen Antwort. Er reflektierte über den Ausbau starker Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, der zum Teil den IofC-Konferenzen in Caux (Schweiz) zu verdanken war. "Neben der Aussöhnung einzelner Menschen wurde auch die Entscheidung getroffen, im Hinblick auf natürliche Ressourcen zusammenzuarbeiten", sagte Channer. Die Absicht des französischen Premierministers Robert Schuman und anderer Staatsmänner der damaligen Zeit sei es gewesen, Frieden langfristig zu stärken.

"Wir können die ökologische Friedensförderung in ähnlicher Weise betrachten", so Channer weiter. "Wenn wir die Zusammenarbeit stärken, um die Natur zu schützen, von der wir alle abhängig sind, stärken wir auch die Bande des Friedens. Die ökologische Friedensförderung muss unsere Ära bestimmen, sonst ist es mit der Geschichte der Menschheit vorbei."

Irene Ojuok

Irene Ojuok, bis vor kurzem nationale technische Beraterin für Umwelt und Klimawandel bei World Vision Kenia, beschrieb, wie Bodendegradation in Kenia das Überleben vieler Menschen auf dem Land zu einer Herausforderung mache. "Die Menschen sind hungrig", sagte sie, "und ein hungriger Mensch ist ein gefährlicher Mensch".
Kämpfe um Territorien und Ressourcen beträfen jeden, auch Kinder, die inmitten von Gewalt aufwachsen und riskieren, diese fortzusetzen. "Es ist schwierig, die Menschen zur Wiederherstellung des Landes zu motivieren, weil es Jahre dauern kann, bis sie die Vorteile erkennen und die Menschen jetzt etwas zu essen brauchen", sagte sie. Deshalb sei zunächst ein Umdenken erforderlich. Man müsse sich um sein Herz kümmern, um sich anschliessend um das Land kümmern zu können - und man müsse jene Veränderung sein, die man sich wünsche. Ojuok erläuterte, wie die Methode einer bäuerlich bewirtschafteten Naturverjüngung (FMNR) Lebensgrundlagen wiederherstellt und die Gemeinden in die Lage versetzt, ihr Land nachhaltig zu bewirtschaften.

Bishnu Raj Upreti

Dr. Raj Upreti, geschäftsführender Vorsitzender des Policy Research Institute of Nepal, berichtete, wie Dürre, unregelmässige Regenfälle, Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutsche ernste Sicherheitsrisiken für die nepalesische Bevölkerung darstellen und zu vermehrten Konflikten führen. Er beschrieb eine Strategie zur Wiederherstellung menschlicher Sicherheit, indem lokale Fertigkeiten und Erkenntnisse mit der öffentlichen Politik verbunden werden, wodurch lokale Institutionen effektiver und verantwortungsbewusster werden. Er führte den Erfolg dieser Strategie auf ihren kooperativen Ansatz zurück.

Kelechi Eleanya

Anschliessend sprach Kelechi Eleanya, Teamleiter beim EverGreening Network for Forest and Land Restoration (ENFORLAR) in Nigeria, über die Akassa-Gemeinschaft im Niger-Delta, wo eine massive Ölförderung die Umwelt geschädigt und die Lebensgrundlagen der Menschen bedroht. Dies führte zu bewaffneten Konflikten.
Eleanya stellte das sogenannte "Akassa-Modell" vor, das entwickelt wurde, um den lokalen Naturschutz zu fördern und nachhaltigen Frieden zu schaffen. Er sagte, das Modell werde nachgeahmt, weil es in hohem Masse integrativ sei und einen Bottom-up-Ansatz beinhalte. Statoil/BP seien an dem Projekt beteiligt, um die Gemeinden zu entschädigen.

Diese inspirierenden Fallstudien legen nahe, dass nachhaltige Lösungen für ökologische Probleme eine soziale Zusammenarbeit erfordern. Nachahmung und der Ausbau solcher Massnahmen hängen von der Zusammenarbeit der Menschen ab und vertrauensbildende Massnahmen zur Sicherung unserer gemeinsamen Zukunft sind dringender denn je.

 

Erfahren Sie mehr über den Caux-Dialog über Umwelt und Sicherheit und die Sommerakademie über Land, Sicherheit und Klima.

 

Bericht: Elodie Malbois und Alan Channer

Foto Teaser: Leela Channer

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Hoffnung weitergeben erfordert Mut

Harshani Bathwadana, Sri Lanka

10/11/2020
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Harshani Bathwadana, Sri Lanka

 

Harshani Bathwadana aus Sri Lanka war Teilnehmerin des Caux Peace and Leadership-Programms. Sie beschreibt, wie sie den Mut fand, um Tausenden von Mädchen durch Bildung Hoffnung zu geben.


In meiner Geschichte geht es darum, wie aus Hoffnungslosigkeit Hoffnung für andere wurde.

Ich gehöre einer Generation an, die in einen bewaffneten Konflikt hineingeboren wurde. Auch wenn wir nicht direkt betroffen waren, war es ein Leben, in dem man jeden Tag so nahm, wie er kam - wenn heute alles gut geht, denken wir an morgen. Da unser Vater Lehrer war, wurden wir in dem Glauben erzogen, Bildung sei der einzige Ausweg aus unserer Situation. Deshalb galt mein Hauptaugenmerk meinem Studium. Als eines der älteren Kinder in der Familie hatte ich eine Reihe von Verpflichtungen und ich war mir meiner Handlungen bewusst.

Die Teenagerjahre waren aufgrund des Verlusts eines Elternteils schwierig, was bedeutete, mehr Verantwortung in der Familie zu übernehmen. Da ich nicht wusste, wie ich die neu gewonnene Rolle mit dem Studium in Einklang bringen sollte, hatte ich oft das Gefühl, verloren zu sein. Ich fühlte mich lange Zeit gefühllos, wusste nicht genau, wie es mir ging und ich verbarg meine Gefühle vor meinen Altersgenossen. Ich trug verschiedene Gesichter, um den Erwartungen meiner Familie, meiner Freunde und der Gesellschaft gerecht zu werden. Gute Noten waren immer eine gute Ablenkung, alle feierten meine akademischen Leistungen, und meine verborgenen Gefühle traten langsam in den Hintergrund.

Die Zeit verging, und hier bin ich nun, mit meinem Masterabschluss und einer Führungsposition, die ich mir im Alter von 25 Jahren erarbeitet habe. Hatte ich diese Zukunft geplant? Hatte ich mir irgendetwas erhofft? Ich versuche immer noch herauszufinden, was Hoffnung bedeutet.

Die Gelegenheit, am Caux Peace and Leadership-Programm (CPLP) in Caux teilzunehmen, kam unerwartet. Ein Freund, der sah, wie ich mich jeden Tag selbst verlor, ermutigte mich, mich zu bewerben, und versprach, dass Caux einen sicheren Raum bietet würde, in dem jeder und jede sich selbst finden kann. "Dort ist für jeden etwas dabei", sagte er.

Er hatte Recht. CPLP hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Es gab mir den Raum, den ich brauchte, um die zu sein, die ich bin. Es hat mir die Menschen geschickt, die mich heute begleiten.Und vor allem hat es mir gezeigt, wie ich mich selbst lieben und kennenlernen kann. Es war eine Erfahrung, die mein Leben verändert hat - der Wandel vom Nicht-Wissen zum Wissen, vom Nicht-Fühlen zum Fühlen, vom Nicht-Hoffen zur Hoffnungslosigkeit.

Während eines Praktikums in Afghanistan lernte ich eine etwa 14-jährige junge Frau kennen, deren Familie schrecklich vom Krieg betroffen war. Am Ende unseres Gesprächs sagte sie mir: "Wenn ich dich hier sehe, fühle ich mich sicher. Es zeigt mir, dass ich nicht allein bin. Da draussen gibt es eine Welt, die sich um mich kümmert." Aus meiner Sicht hatte ich nichts Besonderes getan. Ich war dort, weil es mein "Job" war, aber sie sah die Person, die hinter meiner Position steckte, als sie mit mir sprach.

Ihre Aussage brachte mich zum Nachdenken und dies hat meine Lebensperspektive veränderte. Ihre Geschichte vom Überleben und den Nöten, von denen sie mir erzählte, erschütterte mich zutiefst und zeigte mir, wie privilegiert ich war. Ich fühlte dadurch das Bedürfnis, dem nachzugehen, was ich als sinnvoll empfand, um den Zweck meines Lebens zu erfüllen. Wie viel konnte ich aus all den Menschen und Möglichkeiten, denen ich begegnete, herausholen, um für jemanden eine sinnvolle Veränderung herbeizuführen? Was konnte ich tun, um etwas zu verändern?

Ändere ein Leben und das Leben von Tausenden wird verändert.

Nachdem ich in mein Heimatland zurückgekehrt war, bemühte ich mich, Möglichkeiten zu finden, um das Leben anderer Menschen zu verändern. Meine Suche führte mich zu der internationalen Nichtregierungsorganisation Room to Read, die auf dem Gebiet der Alphabetisierung und Bildung tätig ist und Mädchen dabei unterstützt, in der Schule zu bleiben. Sie möchte ihnen die dringend benötigte Unterstützung zukommen lassen, um sicherzustellen, dass sie ihr Potenzial als Menschen voll ausschöpfen können.

Die Kraft dieser Arbeit liegt in den Rückmeldungen, die wir erhalten. Wenn eine Familie kommt und erzählt, ihre Tochter sei die erste in der Familie, die die Sekundarschule abgeschlossen hat oder vielleicht die erste, die sich an der Universität einschreibt, ist es schwierig, die Tränen zurückzuhalten.

Im Leben geht es nicht darum, Kästchen anzukreuzen, die einen für die Menschen um einen herum akzeptabel machen. Ich habe das Gefühl, dass es im Leben eigentlich darum geht, sein Herz zu kennen und ihm zu folgen, wohin auch immer es einen hinführt.

Hoffnung zu den Menschen zu bringen und Hoffnung für sich selbst zu finden braucht viel Mut. Mut kann man nur finden, wenn man Motivation verspürt. Dank eines jungen Mädchens, das mich bis in mein Innerstes erschütterte, konnte ich diesen Mut finden, um das zu tun, was ich tun musste. Den Mut, um Hilfe und Anleitung zur Unterstützung zu bitten. Ich konnte meine "unterste" Schublade loslassen, weil ich wusste, dass niemand über mich urteilen würde. Dank der Stimme eines Mädchens bin ich in der Lage, Tausenden von Mädchen Hoffnung zu geben.

Sei dieses Mädchen für einen anderen Menschen! Ändere ein Leben und das Leben von Tausenden wird verändert.

 

Sie können sich hier zum nächsten CPLP-Talk anmelden und mehr über Harshanis Geschichte hören. Sie erhalten anschliessend eine Email mit allen notwendigen Informationen, um am 21. November um 14:00 MEZ am zweiten CPLP Talk teilnehmen zu können.

Bitte beachten Sie, dass das Event auf Englisch stattfindet. Lesen Sie hier unsere allgemeinen Anmeldebedingungen.

Wir bitten um Vorausanmeldung. Mehr zu den CPLP-Talks hier.

 

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